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Albstadt/Balingen

Zollernalb Klinikum: Bevor ein Patient unters Messer kommt, wird eine Coronainfektion überprüft

26.06.2020

von Pressemitteilung

Zollernalb Klinikum: Bevor ein Patient unters Messer kommt, wird eine Coronainfektion überprüft

© Zollernalb Klinikum

Bevor es unters Messer geht, werden Patienten auf Covid-19 getestet.

Einen hohen Sicherheitsstandard verspricht das Krankenhaus laut eigener Aussage bei der Infektionserkennung. Diese Vorkehrungen, die laut Pressemitteilung der Klinik ohnehin schon seit März gelten würden, empfiehlt eine Studie in einem Fachmagazin.

Eine weltweite Untersuchung der Covid-Surg Collaborative, die jüngst im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurde, untersuchte den Einfluss von Infektionen mit dem Coronavirus auf die Sterblichkeit bei Operationen.

Höheres Risiko für Infizierte

Die Wissenschaftler kamen zum beunruhigenden Schluss, dass Patienten mit SARS-CoV-2 Infektion im Umfeld der Operation ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen aufweisen. Deshalb sei es wichtig eine Infektion mit dem Coronavirus vor planbaren Operationen auszuschließen, so der Konsens der Studie.

Auf deutsche Kliniken übertragbar?

Die Forschungsgruppe untersuchte Daten von 1128 Patienten aus 235 Krankenhäusern in 24 Ländern. Die Daten stammen vor allem aus Europa, Afrika, Asien und Nordamerika und repräsentieren die aktuelle Situation der Länder. Weitere Analysen sollen feststellen, ob sich die Zahlen der Studie auch auf deutsche Krankenhäuser übertragen lassen.

Routineprüfung auf Covid-19

„Um unsere Patienten vor solchen Risiken zu schützen, hat das Zollernalb Klinikum bereits im März vor dem Erscheinen dieser Studienergebnisse damit begonnen, alle Patienten die das Krankenhaus betreten bei Erstkontakt routinemäßig auf eine Covid-19 Infektion zu untersuchen“, schreibt das lokale Krankenhaus wörtlich in einer Pressemitteilung. Und das unabhängig davon, ob eine klinische Symptomatik vorliege.

OP wird bei Bedarf verschoben

Dadurch soll gewährleistet werden auch asymptomatische Fälle zu erkennen und eine Übertragung im Krankenhaus sowie das erhöhte Risiko bei einer Operation im Falle einer zuvor unbekannten Infektion zu vermeiden. Liegt ein positiver Nachweis einer Infektion vor, können planbare Eingriffe auf ein sicheres Zeitfenster (etwa vier Wochen später) verschoben werden.

Liegedauer soll gering bleiben

Wann immer möglich – also wenn keine Notfallsituation vorliegt – erfolgt die Testung vor der stationären Aufnahme. So wird eine unnötige Liegedauer im Krankenhaus und damit auch die Wahrscheinlichkeit der Übertragung bei unerwartet infizierten Patienten bis das Testergebnis vorliegt, vermieden. Erfreulich sei, dass das Testergebnis innerhalb von 24 Stunden, häufig sogar noch am selben Tag, vorliegt. In einer Notfallsituation muss natürlich gehandelt werden bevor das Testergebnis verfügbar ist.

Notfallpatienten werden räumlich getrennt

Alle Notfallpatienten werden deshalb räumlich getrennt unter strengen Hygienevorschriften in einem separaten Bereich behandelt, bis eine Infektion sicher ausgeschlossen werden kann. Zusätzlich wurde eine Sicherheitskontrolle vor Einschleusung in den OP implementiert, durch welche über eine standardisierte Abfrage von Erkältungssymptomen und Testergebnis alle Daten noch einmal geprüft werden.

Verschiedene Bereiche geschaffen

Des Weiteren hat das Zollernalb Klinikum verschiedene Bereiche geschaffen, um Patienten nach Infektionsstatus zu trennen: nachgewiesene/vermutete Infektion, Patienten mit ausstehendem Screeningergebnis, Patienten mit negativem Screening-Ergebnis ohne Infektionszeichen.

Innerhalb dieser Kategorien behandelt das gleiche Team immer nur Patienten derselben Kategorie, um zusätzlich die Sicherheit der Patienten zu steigern bzw. eine Übertragung zwischen Patienten über das Behandlungsteam auszuschließen.

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