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Stetten a.k.M.

In Stetten a.k.M. entsteht ein Pflegeheim mit ganz neuem Wohnkonzept

16.10.2019

von Gerd Feuerstein

In Stetten a.k.M. entsteht ein Pflegeheim mit ganz neuem Wohnkonzept

© Gerd Feuerstein

Das Ameos-Pflegehaus Silberdistel schließt bekanntlich Ende des Jahres seine Pforten. Im künftigen Konzept soll das Gebäude umgebaut, und zum „Betreuten Wohnen“ genutzt werden.

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Das Servicehaus Sonnenhalde aus Engstingen wird das neue Pflegezentrum betreiben, das in der Heuberggemeinde Stetten a.k.M. anstelle des bisherigen Pflegehauses Silberdistel in den kommenden Jahren entstehen soll.

Der Gemeinderat billigte am Montag den Vorentwurf des Bebauungsplanes und setzte die Angelegenheit damit auf die Schiene. Zuvor informierte Tristan Laubenstein vom beauftragten Planungsbüro das Gremium noch einmal eingehend über die notwendigen Änderungen des Bebauungsplanes und dessen geplante Festsetzungen.

Platz für 80 Betten

So soll die bisherige Fläche des Pflegeheims Silberdistel um rund 8500 Quadratmeter erweitert werden, auf denen das neue Pflegezentrum mit 80 Betten entstehen soll, während das Bestandsgebäude Silberdiste zum betreuten Wohnen umgebaut wird. Wesentlich spannender als die Formalien des Bebauungsplanes waren dann aber die Ausführungen des Investors und vor allem des künftigen Betreibers, des Servicehauses Sonnenhalde.

Zukunft baut auf Individualität

Dessen Chef Richard Wolfframm stellte das für Stetten a.k.M. vorgesehene Wohnkonzept vor, das unter dem Stichwort Traumhaus in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München erarbeitet wurde. So liege die Zukunft von Pflegeheimen in der Individualität. Daher sehe das Traumhaus-Konzept grundsätzlich für jeden Pflegebedürftigen eine eigene Wohnung, einen ambulanten Pflegedienst, die Tagespflege sowie als „Herzstück“ die Gemeinschaft vor.

Eigene Wohnung als Lebensmittelpunkt

Im künftigen Pflegezentrum bleibe die eigene Wohnung der Lebensmittelpunkt, was - ausgestattet mit Küchenzeile, Badezimmer und Hausnotruf sowie „gerne auch mit eigenen Möbeln“ - ein autonomes und kreatives Leben mit maximaler Individualität und viel Privatsphäre ermögliche. Ein solitärer ambulanter Pflegedienst ermögliche Pflege, die auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt sei. Geplant sei auch eine Tagespflege mit fünf 18 Leute umfassenden Gruppen, denen jeweils eine Gemeinschaftsfläche von 305 Quadratmetern zur Verfügung stehe.

Es geht „tatsächlich um Pflege“

Überhaupt werde Gemeinschaft in dem künftigen Pflegezentrum großgeschrieben. So würde der Tag entsprechend der eigenen Interessen, Bedürfnisse und Möglichkeiten der Bewohner strukturiert. Mehrfach machte der in Albstadt wohnhafte Pflegeexperte darauf aufmerksam, dass es sich bei dem vorgestellten Konzept nicht um betreutes Wohnen handle, sondern „tatsächlich um Pflege“.

Zwar wurde die Planung gegenüber den zuerst vorgestellten Plänen geringfügig geändert, doch stellte dies für das Gremium kein Problem dar. Ganz im Gegenteil. Die Stettener Gemeinderäte zeigten sich durch die Bank zufrieden, mit dem was sie gehört und anhand von Folien gesehen hatten: „Das hört sich wirklich gut an“, brachte Sandra Rupp (FW) die Dinge in der Debatte auf den Grund. Dabei wurden der Fachkräfteschlüssel und Ausbildungsmöglichkeiten am Standort ebenso hinterfragt, wie die Möglichkeit, eine Arztpraxis in den neuen Räumlichkeiten unterzubringen.

Dies sei „durchaus möglich, sofern der Raumbedarf dafür alsbald konkretisiert“ werde, antwortete Richard Wolfframm auf die Frage von Bürgermeister Maik Lehn. Schließlich stimmte das Gremium einhellig dem Vorentwurf des Bebauungsplanes zu und beauftragte die Verwaltung die weiteren Schritte in die Wege zu leiten.

Wer ist der Investor?

Es war die Maklerin Nicole Friemauth vom Büro ImmoClassics aus Sigmaringen, die die Dinge im Auftrag von Ameos ins Rollen brachte. Sie brachte den Projektentwickler MBI Real Estate aus München, vertreten durch Geschäftsführer Rolf Bläsius ins Spiel. Dieser wiederum konnte über den künftigen Betreiber „Servicehaus Sonnenhalde“, die Deutschland Immobilien aus Hannover als Investor akquirieren.

Sechs Standorte im Land

Betreiber des neuen Pflegezentrums wird das Servicehaus Sonnenhalde sein, das 1989 in Engstingen gegründet wurde, und mit über 600 Mitarbeitern zwischen Stuttgart und Bodensee weitere sechs Standorte betreibt. Erst im vergangenen August wurde in Tengen der Neubau eines Senioren-Wohnparks eröffnet, dessen Konzept dem entspricht, was auch in Stetten geplant ist.

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