Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Schörzingen

Der Geist von 1999 lebt: Schörzinger Kultband feiert ihr Comeback auf dem Oberhohenberg

03.07.2019

Von Daniel Seeburger

Der Geist von 1999 lebt: Schörzinger Kultband feiert ihr Comeback auf dem Oberhohenberg

© Daniel Seeburger

Bereit fürs Comeback: Spirit of `99 treten am Samstag auf dem Oberhohenberg auf.

1999 herrschte ein ganz besonderer Geist in Schörzingen. Da beschlossen drei junge Musiker, sich fortan gemeinschaftlich der Rock- und Popmusik zuzuwenden. Die Band Spirit of ‘99 war geboren. Am Samstag feiert sie auf dem Oberhohenberg Jubiläum.

Das war damals, 1999, schon ein kleines bisschen anders, als bei herkömmlichen Bandgründungen. Schon die Besetzung war ungewöhnlich: Holger Degen (Schlagzeug), Jochen Schmidberger (Gesang, Keyboard) und Michael Zweigart (Keyboards) hatten zu Beginn gerade mal vier, interpretatorisch sehr keyboardlastige Titel im Repertoire. Diese vier Songs wurden beim Weinfest des Musikvereins mehrmals rauf- und runtergespielt. Den Besuchern gefiel‘s trotzdem.

Klassiker in Dauerschleife

Mit den Klassikern „Eye of the tiger“ von Survivor, „Final Countdown“ von Europe, „Jump“ von Van Halen und „Runaway“ von Bon Jovi in Dauerschleife brachten die drei Rockmusiker die Halle zum Kochen. Diese vier Rockklassiker hat „Spirit of ‘99“ heute natürlich immer noch auf der Setlist. Widerholungen aber gehören der Vergangenheit an. Man hat mittlerweile Material für ein dreieinhalbstündiges Konzert.

Mittlerweile sind es sieben Bandmitglieder

Aus der dreiköpfigen Band ist zwischenzeitlich ein Ensemble mit sieben Mitgliedern geworden. 2001 besuchte Daniel Bayer ein Konzert der Gruppe und hielt danach mit der Kritik nicht hinterm Berg. „Euch fehlt einfach eine Gitarre“, sagte er damals zu Holger Degen. Da Bayer nicht unbegabt an dem sechssaitigen Zupfinstrument ist, wurde der aktuelle Kämmerer der Stadt Meßstetten kurzerhand engagiert. 2002 hatte er den ersten Auftritt mit Spirit of ‘99.

Harter Rock statt Marsch und Polka

Ungefähr im selben Jahr stieß Sänger Jürgen Schönfels zur Band. Der ehemalige Dirigent und Vorsitzende der Schörzinger Musikkapelle wendete sich bei „Spirit of ‘99“ ab von Marsch, Polka und konzertanter Blasmusik und präsentierte seine rockige Seite. Dass vor allem die Sozialisation im Musikverein nicht nachteilig ist, zeigt auch Schlagzeuger Holger Degen. Er war immerhin sieben Jahre Jugenddirigent in Schörzingen sowie Dirigent in Geislingen und Frommern.

Zwischenzeitlich sind die Sängerinnen Tanja Degen und Heike Göbel zur Band gestoßen.

Höhepunkt der Bandgeschichte

Der Höhepunkt in der Bandgeschichte war das Jahr 2006. Damals trat die Formation beim Trachtenfest in Dormettingen, beim Weinfest in Schörzingen und bei der Fasnet im Schörzinger Tennisheim auf.

Elf Jahre kreative Pause

Ab 2008 wurde es ruhiger um Spirit of ‘99. „Wir haben eine kreative Pause eingelegt“, sagt Holger Degen. Inzwischen sind alle Bandmitglieder verheiratet und stehen bereit für ein Comeback.

Am vergangenen Sonntag war Generalprobe für das Open Air auf dem Oberhohenberg, das am kommenden Samstag, 6. Juli, ab 20.30 Uhr im Rahmen der Zielwanderung des VfB-Fanclubs stattfindet.

Ein ganzer Sonntag lang Hauptprobe

Seit einem halben Jahr bereitet sich die Band nun schon auf den großen Auftritt vor. In der Produktionshalle der Firma Degen ertönt bei der Hauptprobe ein satte Version von „Zombie“, im Original von den Cranberries. Der Nachwuchs der Bandmitglieder hat die Spielgitarren aus Plastik geschnappt und rockt mit. Ihnen gefällt die Musik ganz außerordentlich, die ihre Mamas und Papas da durch die Lautsprecher jagen.

Linkin Park und Cranberries

Wie gut die Band drauf ist, zeigt Linkin Parks „In the end“. Die keineswegs einfachen Rap-Einlagen meistert Jürgen Schönfels problemlos, das rhythmische Gerüst sitzt, die Harmonien stimmen.

Tote Hosen und Gabalier

Das Repertoire von Spirit of ‘99 vereinigt Die Ärzte mit Andreas Gabalier. Man fürchtet sich weder vor den Toten Hosen noch vor den Mörderriffs von Metallica. „Wir spielen alles von Volksmusik bis zu Heavy Metal“, verspricht Holger Degen. „Wir freuen uns riesig auf das Konzert“, sagt Daniel Bayer. Songvorschläge würden am Samstag geprüft und bei Machbarkeit umgesetzt, erklärt er und lacht.

Und auch bei schlechtem Wetter ist vorgesorgt. Der VfB-Fanclub stellt ein Zelt für die Gäste auf. Dann wird eben dort gerockt.

Das Konzert am Samstag, 6. Juli, startet um 20.30 Uhr bei der Albvereinshütte auf dem Oberhohenberg.

Diesen Artikel teilen: