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Balingen

Zurück in die Heimat: Anke Traber wird neue Chefin der Agentur für Arbeit

11.10.2019

von Lea Irion

Zurück in die Heimat: Anke Traber wird neue Chefin der Agentur für Arbeit

© Lea Irion

Sehenswerte Aussicht: In ihrem neuen Büro überblickt Anke Traber einen beachtlichen Teil Balingens.

Zuerst sollte die 55-jährige Diplom-Verwaltungswirtin Anke Traber die neue Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen werden. Durch organisatorische Umstrukturierungen innerhalb der Balinger Behörden trat sie diese Position jedoch nie an, sondern wechselte direkt von ihrer vorigen Stelle in Recklinghausen zurück in ihre einstige Heimat Balingen.

Auf dem Schreibtisch ihres neuen Büros steht ein unscheinbarer Kalender des nordrhein-westfälischen Fußballclubs Schalke, unweit daneben befindet sich eine dunkle Kaffeetasse mit der Aufschrift „100 Prozent Ruhrgebiet“. Zwei Jahre und neun Monate lang lebte und arbeitete Anke Traber dort, die Zeit im sogenannten Ruhrpott prägte sie nachhaltig.

Nun tritt die 55-Jährige ihre Stelle als Geschäftsführerin der Balinger Agentur für Arbeit an. „Ich bin quasi nach Hause gekommen“, beschreibt sie schmunzelnd ihre Rückkehr. Traber kommt ursprünglich aus der Region und arbeitete bereits lange Zeit in der Balinger Behörde, zuletzt im Jahr 2016 als operative Geschäftsführerin, ehe sie nach Recklinghausen wechselte.

Unternehmer im Raum Balingen als „Säulen und Rückgrat“ der Region

„Es war für mich unfassbar spannend, die Menschen dort kennenzulernen“, so Traber. Das Umfeld dort sei ein komplett anderes, als sie es vom Zollernalbkreis gewohnt war. Das liegt laut Traber unter anderem auch daran, dass das Ruhrgebiet aufgrund seiner wirtschaftlichen Vergangenheit am Strukturwandel des Arbeitsmarktes leidet.

Zum Vergleich: In Balingen herrscht mit einer Arbeitslosenquote von etwa drei Prozent nahezu Vollbeschäftigung, während die Zahl in Recklinghausen während der Amtszeit Trabers von einstigen 10,4 Prozent auf momentane 7,8 Prozent sank. Die gute Balinger Wirtschaftslage liegt laut der 55-Jährigen besonders an den Unternehmerfamilien aus dem Umkreis, die sie als „Säulen und Rückgrat der Region“ bezeichnet.

Prägende Erinnerungen an die Zeit in Recklinghausen

„Das sind alles starke Arbeitgeber, die besonders ihrer Heimat und somit auch ihren Produkten treu sind“, führt Traber ihre Ansicht aus. Als eine regionale Kernkompetenz sieht sie die Textilbranche, die sich in den vergangenen Jahren einem starken Wandel unterzog.

Für die örtlichen Unternehmen sieht die 55-Jährige im Ruhrgebiet einen attraktiven Standort mit hohem Qualifizierungspotenzial der dortigen Arbeitnehmer. „Als Süddeutscher denkt man meist, wenn man das Wort Ruhrgebiet hört, dass dort noch der Kohlestaub vom Himmel fällt“, scherzt die angehende Balinger Geschäftsführerin.

Eingewöhnung dauert nicht lange

Während ihrer Zeit in Recklinghausen habe sie gelernt, dass die Menschen dort sehr bescheiden seien und mit Ehrfurcht über die südlichen Bundesländer reden. Dabei hat das Ruhrgebiet laut Traber selbst viele sehenswerte Touristenorte und schöne Grünflächen.

Als begeisterte Mountainbike-Fahrerin mangelte es ihr im Ruhrpott jedoch an Strecken mit signifikanten Höhenunterschieden. „Für‘s Mountainbike-Fahren hat mir dort quasi der Mountain gefehlt“, führt Traber lachend aus. Im Zollernalbkreis habe sie nun ihre altbewährten Lieblingsstrecken wieder zurück, wie sie meint.

Vieles innerhalb der Agentur ist ihr noch vertraut

Wenn sie nicht gerade auf ihrem Zweirad unterwegs ist, joggt die Diplom-Verwaltungswirtin eine Runde oder verliert sich gerne mal in Büchern der deutschen Nachkriegsliteratur. Am meisten angetan haben es ihr die Autoren Bodo Kirchhoff und Juli Zeh. Abseits davon begeistert sich Traber besonders für alles Kulturelle, was mit Musik und Theater zu tun hat.

Zudem freut sich Traber darauf, wieder mehr Zeit mit ihren Eltern verbringen zu können, die in Albstadt wohnen. „Das war während meiner Zeit in Recklinghausen schwer, weil die Entfernung einfach zu groß war“, resümiert Traber die damaligen Schwierigkeiten. Auch ihr Balinger Freundeskreis freue sich, dass sie wieder in ihre einstige Heimat zurückgekehrt ist.

Malerischer Ausblick aus dem dritten Stockwerk

Von ihrem neuen Büro in der Stingstraße aus überblickt die Chefin der Agentur für Arbeit fortan einen idyllischen Teil Balingens, selbst das Zollernschloss ist vom dritten Obergeschoss der Behörde gut sichtbar. Ganz ungewohnt ist ihr Arbeitsplatz jedoch nicht, aus ihrer früheren Arbeitszeit in der Agentur kennt sie noch viele Mitarbeiter von damals.

Dadurch entfalle ein großer Teil der Eingewöhnungszeit, wie Traber meint. Das neue Büro hat die angehende Geschäftsführerin jedenfalls schon nach ihren Vorstellungen eingerichtet - mit vielen kleinen Erinnerungen an die prägende Zeit im Ruhrgebiet.

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