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Geislingen

Zolgensma in der EU zugelassen: AOK übernimmt die Kosten für den kleinen Tiago aus Binsdorf

20.05.2020

Von Lea Irion

Zolgensma in der EU zugelassen: AOK übernimmt die Kosten für den kleinen Tiago aus Binsdorf

© Privat

Tiago und seine Mutter Stephanie de Freitas.

Zolgensma, das derzeit teuerste Medikament der Welt mit einem Preis von 1,9 Millionen Euro, ist fortan in Europa zugelassen. Das bedeutet für den schwerkranken Tiago aus Binsdorf, dass er nach mehrmonatigem Kampf um eine Kostenübernahme der Krankenkasse endlich Gewissheit bekommt.

Die letzten Monate waren keine leichten für die Eltern des zweijährigen Tiago aus Binsdorf. Höhen und Tiefen durchlebte die kleine Familie in dieser Zeit, denn lange war unklar, ob Zolgensma, ein Medikament für Tiago, das seine Lebensqualität merklich erhöhen könnte, überhaupt in Europa zugelassen wird. Das ist seit dem 19. Mai nun der Fall.

„Tiago geht es sehr gut“

Konkret bedeutet das für Tiago, dass die AOK die Kosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro vollumfänglich übernimmt. Auf Anfrage des ZOLLERN-ALB-KURIER teilt die Krankenkasse am Mittwochnachmittag schriftlich mit: „Da das Arzneimittel Zolgensma jetzt durch die europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen ist, übernimmt die AOK Baden-Württemberg die anfallenden Kosten, wenn der behandelnde Arzt dem Patienten das Medikament verordnet. Sobald das Medikament zur Verfügung steht, kann die Behandlung beginnen.“

Untersuchungen stehen an

Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Wir stehen bereits mit den Eltern des Patienten in Kontakt, damit seine Therapie schnellstmöglich beginnen kann. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen der behandelnden Klinik und der AOK Baden-Württemberg.“

Entsprechend freudig wurde die Neuigkeit über die europäische Zulassung von Tiagos Familie aufgenommen. Wie genau es nun für den Zweijährigen weitergehen wird, lässt sich laut Jens Hafner, Tiagos Vater, erst kommende Woche sicher sagen. Vor der Behandlung mit Zolgensma stehen nämlich noch weitere medizinische Untersuchungen an. Jens Hafner teilt aber mit: „Tiago geht es im Moment sehr gut.“

Die bisherigen Spenden, dessen Stand zuletzt über eine Million Euro betrug, werden für medizinische Anschaffungen wie etwa Rollstühle für Tiago verwendet. Zwei Jahre lang kann die Familie für solche Zwecke über die Spenden verfügen. Das Geld bleibt aber bei der Deutschen Muskelstiftung und wird dort beispielsweise für Forschungszwecke oder andere Familien verwendet.

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