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Schwenningen

Kindergarten St. Raphael in Schwenningen: Familien müssen künfitg mehr bezahlen

25.10.2019

Von Wilfried Koch

Kindergarten St. Raphael in Schwenningen: Familien müssen künfitg mehr bezahlen

© Wilfried Koch

Der Katholische Kindergarten Schwenningen ist seit den 1960er Jahren ein zuverlässiger Partner der Gemeinde Schwenningen in Sachen Kinderbetreuung.

Der Gemeinderat hat die Elternbeiträge für den Katholischen Kindergarten St. Raphael ab 1. Dezember neu festgelegt.

Dabei wurde das komplette Beitragsmodell geändert. „Wir waren bisher bei 67 Prozent der Beiträge, wie sie vom Städte- und Gemeindetag empfohlen wurden“, informierte Bürgermeisterin Roswitha Beck. Künftig liegt Schwenningen bei 85 Prozent der von den Spitzenverbänden empfohlenen Sätze.

Neue und alte Zahlen im Überblick

Der monatliche Beitrag für drei- bis sechsjährige Kinder in einer Regelgruppe oder altersgemischten Gruppe mit Regelöffnungszeiten (33,25 Stunden pro Woche) beträgt bei einem Kind je Familie demnach künftig 117 Euro (bisher 114 Euro), bei zwei Kindern 90 Euro (bisher 87 Euro) und bei drei Kindern 60 Euro (bisher 58 Euro). Die Kosten für die Zusatzbetreuungen steigen dementsprechend ebenfalls.

Eine andere Rechnung wird auf Grundlage der Empfehlung der Erzdiözese Freiburg für die Festsetzung der Elternbeiträge für Drei- bis Sechsjährige in der altersgemischten Ganztagesgruppe aufgemacht. Auch hier entschied sich der Gemeinderat für die Festsetzung auf 85 Prozent der Empfehlung. Das heißt, für diese Kinder müssen bei einem Kind je Familie 293,30 Euro (bisher 266 Euro), bei zwei Kindern je Familie 217,60 Euro (bisher 197 Euro) und bei drei Kindern je Familie 147,90 Euro (bisher 133 Euro) bezahlt werden.

Für die Ein- bis Dreijährigen, die in der Krippengruppe und der altersgemischten Gruppe mit Regelöffnungszeiten am Vormittag sind, werden künftig 244,40 Euro (ein Kind je Familie), 181,30 Euro (zwei Kinder) und 123,30 Euro (drei Kinder) verlangt. Bislang lagen die Sätze bei 139, 112 und 83 Euro. Auch hier gibt es die Möglichkeit der Zusatzbetreuungen.

Preissprung ist gerechtfertigt

„85 Prozent der Empfehlungen zu verlangen ist für mich in Ordnung“, meinte Bürgermeisterin Roswitha Beck. Mit den Empfehlungen der Spitzenverbände würden etwa 20 Prozent des Abmangels durch Elternbeiträge gedeckt. „Derzeit legen wir jedes Jahr beim Kindergarten 235.000 Euro drauf“, so die Rathauschefin. Auch Fritz Grad stellte fest: „Der Preissprung ist für mich gerechtfertigt, weil die Zahl der unter Dreijährigen gestiegen ist und uns finanziell stark belastet“.

Kuratorium wird aufgelöst

Tendenziell gebe es mehr Betreuungsanfragen für Kinder von einem bis drei Jahren, meinte die Geschäftsführerin von der Katholischen Verrechnungsstelle Sigmaringen, Ina Brehm, auf Nachfrage von Sabine Welz. Brehm informierte über die Bedarfsplanung und aktuelle Entwicklungen. So soll demnächst das seit Jahrzehnten bestehende Kuratorium, bestehend aus jeweils drei Vertretern der kirchlichen und der politischen Gemeinde, aufgelöst werden. „Die Gemeinderäte und der Stiftungsrat der Kirchengemeinde sollen in die Entscheidungen stärker eingebunden werden“, begründete sie diese Planung.

Vier altersgemischte Gruppen

Im Kindergarten St.Raphael gibt es neuerdings vier altersgemischte Gruppen sowie eine neue Gruppe, die im Pavillon der Schule untergebracht ist. „Das Team ist von dem neuen, hellen Raum im Pavillon begeistert“, lobte die Fachfrau der Verrechnungsstelle die Entscheidung des Gemeinderates, diese Räumlichkeit als zusätzlichen Platz zur Verfügung zu stellen. Leider müsse der Kindergarten aber derzeit auf die Neuaufnahme von auswärtigen Kindern verzichten, stellte Ina Brehm fest. Sie hatte die Bedarfsplanung für die Zeit von September 2019 bis August 2022 vorgestellt, die Kapazitäten für mindestens 59 und höchstens 85 Plätze so genannte „Regelkinder“ umfasst. Tatsächlich sind im Oktober 2019 Kapazitäten für 52 drei- bis sechsjährige (Regel-)Kinder und für 19 ein- bis dreijährige Kinder vorhanden. Von den 19 Plätzen der Kita sind derzeit 15

belegt, so dass noch vier Plätze frei wären.

Gemeinde trägt 90 Prozent des Abmangels

Obwohl die Gemeinde mittlerweile 90 Prozent des Abmangels des Katholischen Kindergartens finanzieren müsse, sei sie froh, dass man in Schwenningen diesen kirchlichen Hort habe, stellte die Bürgermeisterin fest.

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