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Burladingen

Helene Fischer bei Trigema-Jubiläum: Das „unmoralische Angebot“ der Schlager-Ikone

29.10.2019

von Matthias Badura

Helene Fischer bei Trigema-Jubiläum: Das „unmoralische Angebot“ der Schlager-Ikone

© Martin Keidel

Helene Fischer (Mitte) zusammen mit der Familie Grupp um Wolfgang Grupp (Zweiter von rechts).

Der Helene-Fischer-Auftritt beim Trigema-Jubiläum in Burladingen am Wochenende fand großen Widerhall in den Medien. Da wird selbst ein Wäsche-Scherz auf die Gold- oder Schmuddel-Waage gelegt.

So eine 100-Jahr-Feier eines mittelständischen Unternehmens einer, wie ihr Inhaber gelegentlich augenzwinkernd bemerkt, „notleidenden Branche“, gibt es sicher nicht oft.

Natürlich lag das auch am spektakulären Auftritt von Helene Fischer, den sich Trigema Geschäftsführer Wolfgang Grupp wohl einiges kosten ließ, Die „Bild“-Zeitung spekulierte auf 250.000 Euro, inzwischen ist von der dreifachen Höhe die Rede.

Produktionsstandort Deutschland

Abseits allen Fan-Rummels beeindruckt, nüchtern betrachtet, weit mehr noch als das Konzert die Leistung des Geschäftsführers: Wolfgang Grupp führte 1969 einen Betrieb, der am Abgrund taumelte, mit einer neuen Marke aus den Schulden heraus und machte ihn zu einem der bekanntesten Unternehmen Deutschlands.

1200 Menschen haben heute bei Trigema ihr Auskommen, produziert wird allein am Standort Deutschland. Für diese Leistung und sein soziales Engagement erhielt Grupp am Samstag das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Viele Zeitungen und Medien berichteten am Montag über das Jubiläum, je nachdem stand mal mehr Helene Fischer, mal mehr der Firmenchef im Vordergrund.

Ein Weltstar auf der Schwäbischen Alb

Die Wirtschaftswoche titelte am Montag: „Die große Wolfgang-Grupp-Show“. Sie warf einen eher kurzen Blick aufs Festgeschehen und rückte Grupps unternehmerisches Können in den Mittelpunkt.

Bei den Kollegen vom Südkurier lautete die Überschrift: „Die Königin des Schlagers beim König von Burladingen“. Wie das Blatt nicht ohne Grund feststellte, würden sich Weltstars eher selten auf die Schwäbische Alb verirren. „Am Samstag war so ein Moment.“

Trigema-Wäsche auf Helenes Haut

Die Wetterauer Zeitung schwärmte vom „Wow-Outfit“ Helene Fischers beim „Trigema-Privatkonzert“. Die „Lady in Red“, erfuhren die Leser hier, habe dem Firmenchef ein „unmoralisches Angebot“ gemacht. Tatsächlich sagte Helene Fischer zwischen zwei Titeln, sie würde nur Wäsche von Trigema tragen.

Und sie habe sich im hiesigen Testgeschäft Trigema-Sportwäsche ausgesucht. Die dürfte aber nur Wolfgang Grupp sehen. Ob an ihr selbst oder noch eingepackt, ließ sie offen.

Statt für ein „unmoralisches Angebot“ könnte man das freilich auch für einen Scherz halten. Elisabeth Grupp jedenfalls sah es offensichtlich so, denn sie lachte mit dem Publikum und ihrem Mann mit.

Übernachtungsort blieb den Fans verborgen

Zutreffend vermerkt wiederum der Bericht der Wetterauer, dass kaum Zaungäste angereist waren. Um die 100, die draußen an der Hauptstraße standen, dürften es dennoch gewesen sein.

Da war es vielleicht gut, dass die nicht wussten, wo ihr Idol übernachtet. Nämlich im Gammertinger „Kreuz“. Das wäre recht einfach zu belagern gewesen. Von Vorkommnissen rund um das Traditionsgasthaus an der Lauchert ist jedoch nichts bekannt.

Maulige Kommentare im Internet

Ein mauliger Kommentar findet sich im Internet-Portal Schlager.de, wo ebenfalls Eindrücke von Helene Fischers Auftritt „hinter Mauern“ vermittelt werden.

Das Privat-Konzert, mäkelt man da, „dürfte den Fans (die nicht dabei sein konnten) gar nicht gefallen haben.“

Ein falscher Einsatz wird hochgespielt

Die Internet-Seite Jolie indessen entsetzt sich über einen „riesengroßen Faux-Pas“ (Fehltritt) auf der Bühne. Die Sängerin hatte den Einsatz eines Liedes verpasst, musste noch mal anfangen.

Unerhört! Das Publikum im Festzelt – es sei versichert – sah das nicht so, man freute sich vielmehr an Helenes charmanter Entschuldigung und nahm den Patzer als Beweis, dass die rundum perfekte Show wirklich live war. Wohl schon eine halbe Minute später dachte niemand mehr an den Vorfall.

Rolling Stone: Ein „ungewöhnliches Geständnis“

Die Münchner tz wiederum weidete sich am Wäsche-Scherz und auch Fokus online greift die Sache auf.

Vollends abstrus wird es dann auf der Homepage des berühmten Musikmagazins Rolling Stone: „Dieser Mann bekommt Helene Fischers Wäsche zu sehen. Das ungewöhnliche Geständnis machte die Sängerin auf einem Privatkonzert für den Chef eines Unternehmens, der gerade das Bundesverdienstkreuz erhielt“ – liest man da. Oder lieber auch nicht.

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