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Handball

Handball-Bundesliga: HBW nimmt Anfang Juli den Trainingsbetrieb wieder auf

25.06.2020

Von Marcus Arndt

Handball-Bundesliga: HBW nimmt Anfang Juli den Trainingsbetrieb wieder auf

© Moschkon

Am 1. Juli startet der Balinger Handball-Bundesligist in die Vorbereitung für die kommende Saison. Nach einem strengen Hygienekonzept darf wieder trainiert werden.

Bereits in den vergangenen Wochen hat sich herauskristallisiert, dass die Handball-Bundesliga einen späteren Rundenstart – dann möglichst mit Zuschauern – präferiert. Seit Mittwoch herrscht Klarheit.

„Nach reiflicher Abwägung haben wir uns entschieden, am klassischen Saisonmodell festzuhalten“, betont HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann, welcher eine sehr komplexe Spielzeit erwartet, welche am ersten Oktober-Wochenende beginnen soll – einen Monat später als zunächst geplant. „Es hat sich ja abgezeichnet, dass es auf diesen Termin herauslaufen würde“, sagt Jens Bürkle unaufgeregt. Der Balinger Coach freut sich, „dass der Start jetzt terminiert ist.“

Zweigleisige Planungen

Die Planungen beim letztjährigen Aufsteiger liefen ohnehin zweigleisig, „so dass wir das jetzt nur noch anpassen müssen“, so der Sportwissenschaftler weiter, welcher mit seiner Mannschaft am 1. Juli mit der Vorbereitung auf die Mammutsaison mit 38 Spieltagen startet. Knapp drei Monate nimmt sich der 39-Jährige Zeit, um das spielende Personal wieder auf höchstes Niveau zu bringen.

Neue Dinge nötig

„Die Länge der Pause macht jetzt einfach auch neue Dinge nötig“, erklärt der erfahrene Trainer, „man hat im Fußball gesehen, dass die Verletzungsgefahr nach der Unterbrechung um das Drei- bis Vierfache gestiegen ist. Nach dem NFL-Lockdown vor einigen Jahren sind die Achillessehnen reihenweise gerissen. Wir müssen jetzt einfach auch sehr viele vorbereitende Dinge machen. Das Handballerische wird dabei schon auch integriert. Wann wir jedoch wieder voll und mit Körperkontakt arbeiten, wird sich zeigen. Während die Runde läuft, haben die Spieler etwa 1000 Würfe und Pässe pro Woche. Auf dieses Level muss man sie jetzt erst wieder bringen, sonst ist die Schulter schnell dahin.“

Unterschiedliches Fitnesslevel

In den ersten Tagen stehen für das Team zunächst die medizinischen Untersuchungen an – ansonsten wird der Übungsbetrieb nach einem strengen Hygienekonzept sehr individuell gehalten. „Die Spieler, welche in der freien Zeit extrem viel gemacht haben, sind jetzt weiter als andere“, hat Bürkle beobachtet, „da gibt es unterschiedliche Zustände. Erst einmal müssen wir alle wieder auf belastungsfähiges Niveau bringen.“

Eingespielte Mannschaft

Da ist ein Vorteil für den Kreisstadt-Klub, dass er trotz dem Abgang von arrivierten Akteuren auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen kann. Allerdings wird es nicht einfach werden, die Neuzugänge Junior Scott und Fabian Wiederstein zu integrieren, wenn vorerst nicht unter Wettkampfbedingungen getestet werden kann. Angedacht sind regionale Vorbereitungsturniere mit gleichen Gegnern, wenn wie in der Fußball-Bundesliga und beim Finalturnier der Basketballer auch im Handball wieder mit Körperkontakt gespielt werden darf. Er finde es eine super Idee, urteilt Bürkle, „so können wir auf hohem Niveau testen. Wir haben in Baden-Württemberg viele gute Erst- und Zweitligisten.“ Noch arbeiten die Klubs an verschiedenen Konzepten, spruchreif ist noch nichts.

Erleichterte Protagonisten auf und neben der Platte

Wichtig für die „Gallier“ wie für die gesamte Branche, dass die 55. Bundesliga-Saison am 1. Oktober beginnen kann – möglichst mit Fans in den Hallen. „Keiner kann sagen, wie die Lage im Herbst aussieht“, so Bürkle weiter, „wenn wir vor weniger Zuschauern starten, ist das schade, aber trotzdem ein schöner Schritt.“

Auch wenn die HBL zunächst nur eine 50-prozentige Auslastung der Hallenkapazität plant, sind die Protagonisten auf und neben der Platte erleichtert, dass der erste Schritt in eine „neue Normalität“ (O-Ton Bohmann) gemacht werden kann. „Training ist Training“, sagt Bürkle und fügt abschließend hinzu: „Aber wenn dich 2500 Leute anfeuern oder auspfeifen ist das einfach noch einmal komplett etwas anderes.“

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