Balingen

Warum 200 Menschen in Balingen Blut spenden wollten, aber nicht konnten

22.11.2023

Von Jasmin Alber

Warum 200 Menschen in Balingen Blut spenden wollten, aber nicht konnten

© Jasmin Alber

Per E-Mail wie auf dem Foto oder per SMS sind die angemeldeten Blutspender am Mittwochmittag über die Absage informiert worden.

Für den Blutspendetermin am Mittwoch in der Balinger Eberthalle hatten sich rund 200 Spenderinnen und Spender einen Termin gebucht. Doch um die Mittagszeit sind sie über die Absage informiert worden. Dass der gesamte Blutspendetermin kurzfristig ausfiel, lag an einer technischen Störung beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen.

In ganz Baden-Württemberg und Hessen wurden am Mittwoch sämtliche Blutspendetermine mit mobilen Teams abgesagt – darunter auch jener, der von 14 Uhr bis in den frühen Abend in der Balinger Eberthalle hätte stattfinden sollen. Grund dafür: eine technische Störung beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen, wie vom dortigen Pressesprecher Eberhard Weck bestätigt wurde. „Das kommt ganz, ganz selten vor“, meinte dieser im ZAK-Gespräch. „Es darf nicht und soll auch nicht passieren, aber es kommt leider vor“, so Weck, der betont: „Ohne IT funktioniert keine Blutspende, das geht schon bei der Anmeldung los.“ Hinterlegt sind digital beispielsweise wichtige Spenderdaten und Informationen.

Deshalb wurde auch die Blutspende, die der DRK-Ortsverein Balingen am Mittwoch, 22. November, ausgerichtet hätte, am selben Tag kurzfristig abgesagt.

DRK-ler waren bei Absage schon auf dem Weg zur Halle

Gegen 11 Uhr haben die Verantwortlichen der Ortsgruppe von der Absage erfahren, teilt Jens Stingel vom Balinger DRK auf Nachfrage mit. Da war das Helferteam schon auf dem Weg zur Halle und wollte eigentlich alles vorbereiten. Im Einsatz wären während der Blutspende in der Eberhalle 15 Helfer des Balinger DRK-Ortsvereins gewesen.

Die 200 Spender, die – wie seit der Corona-Pandemie üblich – ihren Termin vorab vereinbart hatten, wurden um die Mittagszeit per E-Mail oder SMS informiert. „Darauf haben wir auch gedrängt, dass das funktioniert“, so Stingel. Für alle, die diese Informationen über die Absage nicht rechtzeitig gelesen haben, hat das DRK Balingen ein großes Schild am Eingang der Eberthalle aufgehängt.

Warum 200 Menschen in Balingen Blut spenden wollten, aber nicht konnten

© Jasmin Alber

Das DRK Balingen hat alle Blutspender, die die SMS oder E-Mail über die Absage des Termins in der Eberthalle nicht rechtzeitig gelesen hatten, auch noch mit einem großen Plakat am Eingang darüber informiert.

Dass sich die DRK-ler vor Ort natürlich vor der Absage am Vormittag schon auf den Blutspendetermin vorbereitet und beispielweise Lebensmittel für das Essen sowie Getränke, die die Spender erhalten, besorgt hatten, ist dem Blutspendedienst laut Eberhard Weck natürlich klar. „Das DRK Balingen wird sicher nicht auf den Kosten sitzenbleiben“, sagt er.

Am Nachmittag war dann schon mehr zum IT-Vorfall bekannt, wie Tanja Dräger auf Nachfrage berichtet. Sie ist als Referentin für Spenderbindung und -gewinnung für die Landkreise Zollernalb, Tübingen und Sigmaringen tätig und damit auch zuständig für die Planung und Koordination der Blutspendetermine, die in der Regel die Ortsvereine ausrichten.

Systeme konnten nicht hochgefahren werden

„Alle waren mehr als bemüht, den Fehler zu beheben“, sagt sie über die Kollegen beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen. Schließlich waren alle mobilen Blutspendetermine in Baden-Württemberg und Hessen am Mittwoch davon betroffen und sind aus diesem Grund abgesagt worden.

Das Problem sei gewesen, dass die Systeme, in denen die Daten der Spender hinterlegt sind, nicht hochgefahren werden konnten. „Wir hätten auch keine Barcodes für die Blutbeutel ausdrucken können“, erklärt sie. Und gerade diese Barcodes seien wichtig für die Zuordnung von Spender(-daten) und Blut. Die IT wurde nach dem Bekanntwerden der Störung manuell wiederhergestellt, die Fehler wurden behoben.

Ab Donnerstag finden Spendetermine wieder regulär statt

Stand Mittwochabend können ab Donnerstag, 23. November, die mobilen Blutspendeteams wieder ganz normal arbeiten und die Blutspendetermine – die nächsten im Zollernalbkreis sind laut Tanja Dräger am Freitag in Margrethausen, am 28. November in Nusplingen und am 29. November in Ebingen – regulär stattfinden. „Das ist ganz wichtig“, meint Tanja Dräger. Denn in erster Linie geht es bei den mobilen Blutspendeterminen bei den DRK-Ortsvereinen darum, die konstante Versorgung mit Blutkonserven sicherzustellen, stellt sie fest.

Dräger: „Keine Daten sind nach außen gelangt“

Die Ursache der technischen Probleme steht indes noch nicht fest, wohl aber, „dass keine Daten nach außen gelangt sind“, betont die Referentin. Nicht betroffen von der IT-Störung waren übrigens die sogenannten Hausspenden, bei denen Spender an den festen Standorten des DRK-Blutspendedienstes – beispielsweise in Tübingen oder Mannheim – Blut spenden können.

Update am Donnerstagvormittag:

Wie Pressesprecher Eberhard Weck am Donnerstagvormittag mitteilt, ist der Fehler lokalisiert und behoben worden. „Es war ein internes Problem, wir sind nicht gehackt worden“, stellt er fest. Bei der Durchführung eines Updates habe sich ein Fehler eingeschlichen.

Die mobilen Blutspendeteams können seinen Angaben zufolge ab Donnerstag wieder normal arbeiten, die Blutspenden vor Ort finden statt.

Die IT-Panne sei ärgerlich für den DRK-Blutspendedienst, die Versorgung sei aber nicht in Gefahr gewesen. „Wir hatten ungefähr einen Vorrat für fünf Tage“, so Weck über den Bestand des Spenderblutes.

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