Fussball

TSG Balingen beim FSV Frankfurt gefordert: Defensives Umschaltspiel steht im Fokus

30.11.2023

Von Matthias Zahner

TSG Balingen beim FSV Frankfurt gefordert: Defensives Umschaltspiel steht im Fokus

© Moschkon

Am Freitag muss die TSG Balingen im Kellerduell beim FSV Frankfurt ran.

Zur letzten Auswärtspartie in diesem Jahr gastiert die TSG Balingen am Freitagabend (19 Uhr) beim oberen Tabellennachbarn FSV Frankfurt. Für den Regionalligisten aus der Kreisstadt ist es ein erstes „Endspiel“ und für Denis Epstein eine Reise in die Vergangenheit.

Von 2013 bis 2016 absolvierte der Balinger Interimstrainer im Trikot der Bornheimer 63 Zweitligaspiele und erzielte sechs Treffer. „Es ist eine schöne Atmosphäre, ein schönes Stadion. Die Jungs können sich auf das Spiel freuen“, sagt Denis Epstein vor dem Flutlichtspiel bei seinem Ex-Klub, dem FSV Frankfurt. Zum Präsidenten Michael Görner und zum Sportlichen Leiter Thomas Brendel habe der TSG-Interimscoach „noch ein bisschen Kontakt.“ Mit Mittelfeldakteur Ahmed Azaouagh stand Epstein einst zusammen auf dem Platz. „Ich habe mir den Gegner in den einzelnen Spielen angeschaut. Das ist eine Mannschaft, die sehr aggressiv ist, guten Fußball spielt, aber auch ihre Schwächen nach hinten hat. Die versuchen wir auszunutzen“, sagt Epstein, dessen Premiere als Regionalliga-Coach am Samstag schiefging.

Keine Aufbauarbeit bei Schaber nötig

Gegen die U 23 des FSV Mainz 05 verloren die Balinger in der heimischen Bizerba-Arena mit 2:3. „Ich glaube, wir haben insgesamt gute Ansätze gezeigt. Ich war mit der Leistung im Gesamten zufrieden. Wir haben Mainz nicht so ins Spiel kommen lassen, wie sie das eigentlich gewohnt sind“, so der TSG-Interimscoach. Levis Schabers Fehlpass hatte nach fünf Minuten den 0:1-Rückstand eingeleitet.

Ein Handspiel des 19-Jährigen führte danach zum Elfmeter, den die Mainzer zum 2:0 nutzten. „Ich glaube nicht, dass man ihn großartig aufbauen muss. Fehler passieren, daraus lernt man. Er hat danach trotzdem noch eine ordentliche Leistung gebracht, Zweikämpfe gewonnen. Seine Auswechslung hatte rein taktische Gründe – auch weil er Gelb vorbelastet war“, erklärt Epstein.

„Die Mannschaft lebt“

Als in Durchgang zwei noch das 3:0 für die Gäste folgte, schien die Partie gelaufen zu sein. Matthias Schmitz machte es mit dem 1:3 noch mal spannend, das 2:3 durch Silas Bader in der Nachspielzeit kam allerdings zu spät, um ernsthaft noch an einem Punktgewinn zu schnuppern. Die Aufholjagd zeige, „dass die Mannschaft lebt, dass sie will“, sagt Epstein, für den sein Trainerdebüt in der vierten Liga schon „etwas Besonderes“ war, „aber alles in allem ist und bleibt Fußball ein einfacher Sport. Da ist es relativ egal, ob Landesliga oder Regionalliga. Die Abläufe waren relativ identisch zu denen bei der U 23.“

„Jedes Spiel wie ein Endspiel“

Mit einem 4-2-3-1-System wollte Epstein für mehr defensive Stabilität als zuletzt sorgen. Wenn man das reine Ergebnis betrachte, sei das bei drei Gegentoren nicht gelungen, räumt der Kölner ein. „Trotzdem haben wir über die 90 Minuten relativ wenig zugelassen, weil wir es taktisch gut gemacht haben.“

Seit seinem Amtsantritt legte Epstein viel Wert auf das defensive Umschaltspiel – weil aus seiner Sicht „die Kompaktheit abhandengekommen“ war. Diese soll am Freitag beim Tabellen-15. in Frankfurt wiedergefunden werden. Der FSV steht nur einen Platz vor der TSG, hat aber bereits zehn Punkte mehr auf dem Konto. „Die Tabelle lassen wir mal außen vor. Wir wollen jedes Spiel wie ein Endspiel angehen. Solange wir rechnerisch die Chance haben, werden wir alles daransetzen, die nötigen Punkte vor der Winterpause zu holen“, so Epstein. Doch auch die Hessen brauchen am Freitagabend dringend Zählbares.

Voglers Einsatz wegen Muskelverletzung fraglich

Beim FSV Frankfurt wird TSG-Interimstrainer Denis Epstein „sehr wahrscheinlich“ auf Jonas Vogler verzichten müssen. Der Innenverteidiger hatte sich im Abschlusstraining vor der jüngsten Partie gegen die Mainzer U 23 eine Muskelverletzung im Leistenbereich zugezogen und war deshalb beim 2:3 zum Zuschauen verdammt. Außerdem stehen der TSG die Langzeitverletzten Luca Kölsch, Walter Vegelin und Aron Viventi nicht zur Verfügung.

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