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Straßberg

Rechtsstreit um undichtes Dach: Straßberger Schmeienhalle bleibt ein Sorgenkind

23.10.2019

Von Horst Schweizer

Rechtsstreit um undichtes Dach: Straßberger Schmeienhalle bleibt ein Sorgenkind

© Horst Schweizer

Das Dach der Straßberger Schmeienhalle bereitet seit Jahren Probleme. Die Suche nach den Verursachern beschäftigt mittlerweile das Landgericht Hechingen.

Die Situation am undichten Dach der Straßberger Schmeienhalle ist weiter unbefriedigend. Noch immer läuft ein Beweissicherungsverfahren am Landgericht Hechingen.

Seit 2009 kommt es zu Wassereintritten am Dach der 25 Jahre alten Schmeienhalle. Festgestellt wurde, dass entlang den Halterungen zur Befestigung der Photovoltaikanlage Risse aufgetreten sind. Diese Schäden wurden auf eine nicht fachgerechte Montage der Anlage zurückgeführt.

Reparatur hält nur vier Jahre

Durch die umfangreichen Schäden wurde das Hauptdach im September 2011 komplett neu eingedeckt, war aber nur viereinhalb Jahre dicht. Im April 2016 wurden erneut Pfützen festgestellt, bei der Überprüfung Risse am Dach entdeckt. Trotz Mängelbeseitigung zeigten sich im Winter 2016/2017 wieder Wassereinbrüche. Nach Ortsterminen wurde im Frühjahr 2017 festgestellt, dass verschiedene Beteiligte verantwortlich sein könnten. Mit diesen konnte keine außergerichtliche Lösung erzielt werden.

Gutachter wird eingeschaltet

Die Gemeinde leitete im Juli 2017 ein selbstständiges Beweissicherungsverfahren ein. Für dieses wurde ein unabhängiger gerichtlich bestellter Gutachter eingesetzt, um den Schaden zu ermitteln. Ein Verfahren wurde gegen zwei Firmen geführt. Am 5. Juni 2018 kam es zu einem gemeinsamen Ortstermin, durch Beschluss des Landgerichtes am 14. November 2018 zu einem weiteren Ortstermin. Nach dem der Gemeinde zugestellten Gutachten erhielten die betroffenen Parteien die Möglichkeit, Einwendungen bis zum 15. März 2019 einzulegen. Eine Fristverlängerung bis 3. Mai 2019 gestand ihnen das Landgericht zu.

Verhandlung mehrfach verschoben

Nach Ergänzungen und Konkretisierungen setzte das Landgericht am 11. September 2019 einen Verhandlungstag an. Dieser wurde dann mehrfach verschoben, aktuell soll die Verhandlung am 29. Januar 2020 stattfinden. Der Gemeinderat hat die Ausschreibung der Dachsanierung beschlossen, welche aber erst nach Abschluss des Beweissicherungsverfahrens erfolgen kann.

Bürgermeister verhandelt

Mit der Schmeien-Solar GbR besteht für die Photovoltaikanlage ein Dachnutzungsvertrag, der erst zum 31. Dezember 2025 kündbar ist. Da vor allem die Verwaltung eine erneute Montage auf dem sanierten Dach als kritisch sieht und das Risiko von neuen Schäden besteht, führte Bürgermeister Markus Zeiser wegen einem Aufhebungsvertrag Verhandlungen mit der Gesellschaft. Deren Angebot lag dem Gemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend vor.

Kompromiss ist gefunden

Entschädigung, Abbau- und Entsorgungskosten halten sich mit den Pachteinnahmen der Gemeinde in etwa die Waage. Zeiser sprach von einem vernünftig gefundenen Kompromiss. Der Gemeinderat stimmte dem Angebot der Schmeien-Solar GbR, welche durch Gaby Born vertreten war, einstimmig zu. Jedoch wurde der Beschlussantrag der Verwaltung dahingehend ergänzt, dass die Gemeinde nicht auf die Pacht verzichtet und bis zum Abbau der Solaranlage Pachtanteile erhält.

Dach wird laufend überprüft

Offen bleibt, trotz verschiedenen Meinungen und Ansichten im Gremium, was mit dem für die Anlage aufgestellten Wechselrichter geschieht. Dieser ist 15 Jahre alt, hat ein Gewicht von 1,5 Tonnen und kann nur über eine Dachöffnung mit einem Spezialkran aus der Halle gebracht werden. Möglich wäre dies erst, wenn das Dach saniert wird. Bürgermeister Zeiser machte klar, dass alle Schäden, welche durch das undichte Dach entstehen, geltend gemacht werden können. Es bleibe zwar nicht zu erwarten, dass weitere Schäden entstehen. Jedoch fänden laufende Überprüfungen statt. „Würden jedoch an der tragenden Konstruktion Mängel festgestellt, werde ich die Halle aus Sicherheitsgründen schließen“, so Zeiser.

Info: Was ist ein Wechselrichter bei einer Photovoltaikanlage? Solarzellen produzieren systembedingt Gleichstrom. Um den Solarstrom entweder selbst nutzen zu können oder ihn in das öffentliche Netz einspeisen zu können, werden deshalb Wechselrichter benötigt, deren Aufgabe die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom ist. Quelle: Wikipedia

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