Handball

Starke Aufsteiger im direkten Duell: HBW Balingen-Weilstetten tritt in Eisenach an

14.09.2023

Von Marcus Arndt

Starke Aufsteiger im direkten Duell: HBW Balingen-Weilstetten tritt in Eisenach an

© Moschkon

Die „Gallier“ (im Bild Leo Prantner) treffen nach 4:4 Punkten zum Saisonstart nun auf Mitaufsteiger Eisenach.

Im Aufsteigerduell gehen die „Gallier“ am Freitagabend beim Mitaufsteiger ThSV Eisenach auf die Platte (20 Uhr, Werner-Aßmann-Halle). Beide Klubs sind stark gestartet, reihen sich vor arrivierten Konkurrenten im Tabellenmittelfeld ein.

„Eisenach und Balingen – Hut ab, Hut ab, was die bisher in der Liga spielen, wie die die Liga teilweise aufmischen. Das ist schon brutal!“, findet Dyn-Experte Stefan Kretzschmar.

Zuletzt blieben sie allerdings ohne zählbaren Erfolg. Die Thüringer unterlagen in Stuttgart deutlich mit 22:28, der HBW kassierte eine 25:27-Heimniederlage gegen den HC Erlangen. „Es war mehr drin“, blickt Jens Bürkle zurück, „wir machen in vielen Bereichen ein wirklich gutes Spiel. Aber wir haben ein, zwei Sachen nicht gut gemacht – und dann reicht es eben nicht. Aber so ist es jetzt, es geht weiter. Wir werden das immer wieder erleben. In der Vorsaison hätten wir mit so einer Leistung wahrscheinlich jedes Spiel gewonnen.“

Andersartige Eisenacher

In der vergangenen Runde waren der ThSV und die Schwaben noch in der 2. Liga am Ball, teilten in beiden Begegnungen die Punkte (25:25 und 26:26, Anm. d. Red.). Während die Balinger, welche am Mittwoch mit Jerome Müller vom Ligarivalen Stuttgart noch einmal personell nachgelegt haben, ihren Kader branchenüblich umgebaut haben, müssen die Ostdeutschen einen markanten Umbruch bewältigen: mit zehn Abgängen und acht Neuverpflichtungen.

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Trotzdem liefert Eisenach, besiegte den Bergischen HC (31:30) und Frisch Auf Göppingen (27:24). Die Auftakterfolge des Mitaufsteigers überraschen den Balinger Coach nicht. „Als sie Manuel Zehnder (Erlangen) verpflichtet haben, habe ich schon gedacht, dass das sehr gut zu ihrem System passt“, erklärt Bürkle, „und dass diese Andersartigkeit, wie sie verteidigen, vielen Teams Probleme machen wird, davon war auch auszugehen – erst recht, wenn du es noch nicht kennst. Da musst du schon Erfahrungswerte sammeln.“ Deshalb glaube er schon, „dass sich gegen den ThSV viele schwertun werden. Ich sage es mal so: Gegen den HBW von früher lag es ja oft nicht daran, dass wir so toll waren, dass wir die Liga gehalten haben – sondern dass wir einfach sehr andersartig waren und es nicht immer für jede Mannschaft leicht war, das umzusetzen.“

Erinnerungen an „Litty“

Die Taktik der Thüringer trägt die Handschrift von Misha Kaufmann, welcher seit 2021 unter der Wartburg tätig ist. „Er lenkt extrem von der Trainerbank aus“, hat der Sportwissenschaftler beobachtet, welcher drei zentrale Spieler bei Eisenach ausgemacht hat: Neuzugang Zehnder, den Ex-Magdeburger Alexander Saul im rechten Rückraum und Kapitän Peter Walz. „Er ist der Energiegeber der Mannschaft, der in vielen Momenten richtig aufräumt in der Abwehr und immer wieder auch vorne für überraschende Dinge sorgt“, so der ehemalige Bundesliga-Kreisläufer weiter, „er erinnert mich ein bisschen an ‚Litty‘ von früher. Einfach so von der ganzen Art und Weise, wie er spielt.“

In Stuttgart reichte es trotzdem nicht, „weil wir von dem, was wir uns vorgenommen hatten, viel zu wenig umgesetzt haben“, kritisiert Kaufmann. „Von drei Königspositionen kam zu wenig“, ergänzt der Schweizer, welcher Nachteile auf beiden Halbpositionen und zwischen den Pfosten ausmachte. Das sah ThSV-Geschäftsführer Rene Witte ähnlich: „Wir waren im Angriff nicht durchschlagskräftig genug, ließen hochkarätige Torchancen aus. Der letzte Glaube, was reißen zu können, fehlte wohl.“ Die volle Konzentration bei den Blau-Weißen gilt nun dem Duell mit den Schwaben. „Wollen wir in der Liga bleiben“, hebt Witte hervor, „ist ein Sieg gegen den Mitaufsteiger und zugleich direkten Kontrahenten um den Ligaverbleib unabdingbar.“

Im Thüringer Hexenkessel hoffen die Schwaben auf ein Comeback von Abwehrspezialist Nikola Grahovac, der gegen Erlangen wegen muskulärer Probleme fehlte. „Ich glaube, dass es eng wird“, verrät Bürkle, „noch habe ich bei ihm ein bisschen Bauchweh. Der Rest ist gesund.“

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