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Albstadt

Schneemangel ist schuld: Den Albstädter Wintersportvereinen fehlen die Einnahmen

04.05.2020

Von Horst Schweizer

Schneemangel ist schuld: Den Albstädter Wintersportvereinen fehlen die Einnahmen

© Horst Schweizer

Erinnerung an den Winter, auch wenn es rundum schon blüht: Am Pfeffinger Skilift wartet das Lifthäuschen darauf, abgebaut zu werden. Wegen der Kontaktbeschränkungen war dies bislang nicht möglich.

Bilanz nach einer Wintersaison, die eigentlich gar keine war: Erst fehlte den Albstädter Wintersportvereinen der Schnee – und damit Einnahmen. Dann brachte die Pandemie neue Herausforderungen für die Wintersportvereine mit sich: Wegen Corona liegt aktuell das Vereinsleben vollständig auf Eis. Das setzt den Vereinen gewaltig zu, denn damit bricht ihr Mittelpunkt weg.

Die letzten Monate waren für alle Wintersportvereine durch den fehlenden Schnee sehr enttäuschend - so lautet das Resümee von Thomas Merz, Vorsitzender des WSV Tailfingen. Er spricht seinen Kollegen von den Albstädter Vereinen aus der Seele, denn deren Fazit zur Wintersaison, die eigentlich gar keine war, fällt ebenso negativ aus. Der Schnee kam nicht, dafür hinterher die Corona-Pandemie, welche die Vereine erneut beutelte. „Für das Vereinsleben, das derzeit still steht, ist dies am schlimmsten, ein heftiger Schlag für alle, denn unser Mittelpunkt bricht völlig weg“, fährt Thomas Merz fort.

Kein Sommerbetrieb

Im Schalkental sei gar nichts gegangen, wenigsten drei Bambini-Kurse konnten die Tailfinger in Ebingen durchführen. Eigentlich war geplant, im März im Schalkental auf Sommerbetrieb für den Bikepark umzurüsten. Dafür müssen die Bügel am Lift ausgetauscht werden, was derzeit nicht möglich ist. Durchschnittlich, so Thomas Merz, könne sein Verein 25 bis 30 Betriebstage verzeichnen.

Defizit schlägt zu Buche

Zwar gebe es durch den fehlenden Liftbetrieb in der zurückliegenden Wintersaison ein Defizit, „doch sind wir nicht so sehr auf diese Einnahmen angewiesen, da wir diese normalerweise durch die Ski-Börse und den Bikepark haben“.

„Null Tage“ auch in Onstmettingen

Auch im Onstmettinger Ruchtal stand der Lift still. „Null Tage“, so das Resümee von Raimund Kiauka. Dem SCO fehlten nicht nur die Lifteinnahmen, sondern auch der Umsatz im Lifthaus, welches bei Liftbetrieb sehr gut frequentiert ist. Als Alternative wurde dieses, inzwischen so bekannt, „immer am letzten Freitag“ im Monat geöffnet, doch zog Corona vorläufig einen Schlussstrich.

Veranstaltungen finden nicht statt

Als tollen Erfolg wertet Raimund Kiauka die nach langer Zeit wieder aktivierte Skiausfahrt im voll besetzten Doppelstockbus. Die Hoffnungen auf den Bike-Marathon am 11. Juli, welcher für den SCO ein wichtiges finanzielles Standbein darstellen würde, haben sich inzwischen allerdings zerschlagen.

Winterwanderweg wenig frequentiert

Auch auf dem Winterwanderweg ging wenig. „Dreimal bin ich dort gefahren, habe auch die Grundloipe Richtung Nägelehaus gespurt, doch war der Schnee bald wieder weg“, erklärt SCO-Ehrenvorsitzender Wolfgang Meißburger, warum seine Arbeit fast umsonst war.

Kinderlift war in Betrieb

„Trotz unserer Beschneiung sind wir nicht zufrieden“, so Ingo Schick, Vorsitzender des WSV Ebingen. Zwar konnte der Kinderlift am 30. Dezember auf Kunstschnee in Betrieb gehen und 20 Tage laufen, doch seien die Verluste immens. Jährlich müsse auch der große Lift geprüft und unterhalten werden, trotz der dafür notwendigen Ausgaben herrschte Stillstand.

Derzeit suche man beim WSV Ebingen, ob und welche Attraktion man sonst bieten könne. Ein Ziel für Einnahmen war die Teilnahme mit Bewirtung an der Cross-Country-Weltmeisterschaft im Juni, die nun aber bekanntlich ebenfalls ausfällt.

Verluste halten sich noch in Grenzen

Keinen Liftbetrieb und keine Arbeit mit der Loipe Ochsenberg-Lerchenfeld verbuchte man beim Skiclub Truchtelfingen. Die Verluste, so Vorsitzender Marco Weber, hielten sich in Grenzen. Einzig die TÜV-Abnahme und die Vorbereitungen am Skilift hätten zu Buche geschlagen.

Haupteinnahmequelle fehlt

„Sehr bescheiden ohne einen Lifttag“ nennt Marc Laskowski vom WSV Pfeffingen die Saison, welche die Haupteinnahmequelle für den Verein wäre. Eigentlich sollten jetzt nicht nur die Stützpfeiler für das Seil, sondern auch das Lifthäuschen abgebaut werden. Letzteres steht noch, weil es die Situation nicht anders zulässt. Der für den 21. April geplante Start in die Bike-Saison fiel aus. „2020 ist bisher kein schönes Jahr für den WSV“, so Laskowski.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version des Artikels hatten wir berichtet, dass der Hindernislauf Muddy Älbler des SC Truchtelfingen abgesagt ist. Das ist nicht der Fall. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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