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Radsport

Neue Zielsetzung zum Jubiläum: Marcus Schwieder startet beim Bike-Marathon mit seinem Sohn

12.07.2019

Von Marcus Arndt

Neue Zielsetzung zum Jubiläum: Marcus Schwieder startet beim Bike-Marathon mit seinem Sohn

© Moschkon

Marcus Schwieder startet am Samstag zum 23. Mal beim Albstadt Bike-Marathon.

Schon 22 Mal startete Marcus Schwieder beim Bike-Marathon. Diesmal wartet auf ihn aber eine Premiere: Am Samstag um 10 Uhr geht er erstmals gemeinsam mit seinem Sohn Luca an den Start.

Bei der Premiere 1995 reihte sich Marcus Schwieder an 91. Stelle ein, absolvierte die 84 Kilometer in 3:47:52 Stunden. Nicht nur der Ebinger Mediziner betrat damals Neuland, wechselte als passionierter Ausdauersportler auf das Stollenreifenvehikel.

Seitdem ist das Mountainbiken seine absolute Leidenschaft – motiviert vor einem Vierteljahrhundert durch den Kauf eines gebrauchten Profifahrrads: ein grünes Jo Eddy. Sein erstes Rennen auf dem Kultbike absolvierte Schwieder, der 1990 in Tübingen seinen Facharzt machte, beim ersten Albstadt Bike-Marathon.

„Ich konnte mir gar nicht vorstellen, eine so lange Distanz zu fahren“, erinnert sich der 59-Jährige, „das war etwa so weit entfernt wie der Mount Everest.“

Unerwartet frühe Zieleinfahrt

Organisiert von der AG-Rad, die damals noch aus vier Albstädter Vereinen bestand, fiel der Startschuss im Ebinger Mazmann. Der Zieleinlauf sollte nach dem Freundschaftsspiel zwischen einer Albstadt-Auswahl und Werder Bremen im Albstadion erfolgen, doch die Spitzengruppe um Premieren-Sieger Moritz Kruse vom TSV Dennach (2:50:47 Stunden) brachte mächtig Punch auf die Pedale, sprengte den Zeitplan des Organisationskomitees.

„Es hätte war ruhig noch etwas steiler sein können, doch das ständige rauf und runter gab der Strecke einen besonderen Reiz“, resümiert Kruse kurz, während Schwieder noch heute von einem „echten Kraftakt“ spricht.

Nur zwei Mal nicht dabei

Seitdem hat der mehrfache Deutsche Meister der Ärzte und Apotheker den Klassiker in der Sportstadt 22 Mal absolviert – verpasste zwei Rennen verletzungsbedingt.

„Und nun feiert sich der ‚Bike‘ selbst“, freut sich Schwieder, welcher sich 1996 als Dritter angemeldet hat. „Ich wollte unbedingt dabei sein“, erzählt er. Noch heute hat der Ebinger die ersten Ausschreibungen und die ersten Höheprofile mit den markanten Anstiegen zum Ebinger Waldheim, der Burgfelder Steige und dem Lerchenfeld archiviert. „Schon damals sehr anspruchsvoll“, urteilt der radelnde Zahnarzt.

Training gesteigert

Dieser ist bereits in den Anfangsjahren den Kurs zehn oder mehr Mal abgefahren. Nichts hat er dem Zufall überlassen – und sich wie das Gros seiner Mitkonkurrenten weiterentwickelt: mit gezielterem Training, optimierter Technik und besserem Material.

Mit den Jahren stiegen die Anforderungen, der Kurs wurde selektiver und die Abläufe optimiert. „Der Blockstart war sehr sinnvoll“, meint Schwieder, der sich zuvor schon eine Stunde vor dem Startschuss in der Ebinger Innenstadt einen Platz in den vorderen Reihen „erkämpfte“.

Neue Zielsetzung zum Jubiläum: Marcus Schwieder startet beim Bike-Marathon mit seinem Sohn

© Moschkon

Schwieder schaffte es schon mehrfach auf das Podium.

Das muss er schon lange nicht mehr, kann er sich doch aufgrund seiner hervorragenden Zeiten direkt hinter den Elitefahrern im ersten Startblock aufstellen. 2013 hat er in 3:15:54 Stunden die Altersklasse M 3 gewonnen, fuhr mehrfach aufs Podium.

Zusammen mit dem Sohn am Start

Bei der Jubiläumsveranstaltung verfolgt Schwieder etwas andere Ziele, möchte gemeinsam mit seinem Sohn Luca unter vier Stunden bleiben. Der Abiturient, welcher erstmals mitfährt, hat aber deutlich weniger Trainingskilometer als sein Vater.

„Das klappt trotzdem“, ist sich Schwieder jedoch sicher. Entscheidend für ihn: der vorletzte kernige Anstieg auf den Gräbelesberg. „Der Scharfrichter“, findet der erfahrene Biker, „da muss man noch richtig fit sein, dann kann man noch bis zu 20 Minuten gut machen.“

„Ein Volksfest“

Schwieder weiß, wovon er spricht, hat er schließlich schon viele Rennen in den Knochen. „Wie in Albstadt ist es allerdings nirgends“, meint er, „überall wird man auf den ‚Bike‘ angesprochen.“

Was das Stollenreifenspektakel auf der Schwäbischen Alb ausmacht? „Das ist ein Volksfest“, sagt Schwieder, „und landschaftlich total schön.“ Einzig die ersten Rennkilometer nach Truchtelfingen und anschließend auf dem Mistweg gefallen ihm nicht. „Das ist bei einem hohen Tempo schon sehr eng“, sieht er noch Verbesserungspotenzial, hat jedoch auch Verständnis dafür, „dass es aus verkehrstechnischen Gründen nicht anders geht.“

Änderungen für die E-Biker

Sollte in den kommenden Jahren eine E-Bike-Klasse kommen, müssten die Verantwortlichen ohnehin umdenken, nimmt der Ebinger noch einmal den Gesprächsfaden auf und fügt abschließend hinzu: „Für uns ‚Normalos‘ ist dann wichtig, dass die E-Biker zehn Minuten früher starten.“ Es sei total frustrierend von einem E-Bike überholt zu werden, wenn man schon ein paar oder mehr Kilometer in den Beinen habe

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