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Meßstetten

Ladenöffnung in Meßstetten: Erste Bilanz nach der Corona-Pause

23.04.2020

Von Volker Schweizer

Ladenöffnung in Meßstetten: Erste Bilanz nach der Corona-Pause

© Volker Schweizer

Die vierwöchige Zwangspause ist vorbei: Manuela Kästle freut sich, wieder Blumen und Dekoartikel verkaufen zu dürfen.

Seit Montag dürfen die Ladenkassen wieder klingeln. Wie ist der Neustart nach dem Shutdown in Meßstetten verlaufen? Wir haben zwei Einzelhändler besucht.

Im Laden von Jörg Bandle, der direkt an der Ortsdurchfahrt liegt, ist am Mittwoch um kurz nach 9 Uhr schon gut was los. Während eine Frau nach Tabak fragt, decken sich zwei ältere Herren mit Zeitschriften ein; eine Mutter, die für ihre Kinder neue Füller sucht, lässt sich in der Schreibwarenabteilung beraten.

Freude über die Wiedereröffnung

Genauso wie seine Kunden freut sich Jörg Bandle über die Wiedereröffnung nach der vierwöchigen Zwangspause. Wer das Geschäft betreten will, muss sich die Hände zuvor desinfizieren und einen Einkaufswagen nehmen. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen hinein. Die Öffnungszeiten wurden etwas eingeschränkt, geöffnet ist von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr.

Ansturn hält sich in Grenzen

„Die Leute halten sich an die Regeln“, freut sich Jörg Bandle, der auch Vorsitzender des Meßstetter Handel- und Gewerbevereins ist. Der Ansturm halte sich aber noch in Grenzen. Er vermutet, dass viele aus Angst und wegen der nach wie vor strengen Kontaktbeschränkungen ihre Häuser noch nicht verlassen wollen. Auch im Flecken selber gehe es noch ziemlich ruhig zu. Während der Schließung bot der Meßstetter Geschäftsmann einen Onlinedienst und einen Abholservice an. Mit der Resonanz zeigt er sich zufrieden, schränkt aber ein: „Wir haben natürlich nicht die Einnahmen erzielt, wie wenn der Laden offen gestanden wäre.“

Enger Kontakt mit der Stadt

Stark zu spüren bekommen hat er den Wegfall der Impulsverkäufe. Wer etwa wegen eines Buches in den Laden komme, nehme oft noch spontan einen Dekoartikel mit, so Bandle. Die letzte Verordnung darüber, unter welchen Voraussetzungen er das Geschäft am Montag wieder öffnen darf, bekam er in der Nacht auf Samstag. Ausdrücklich lobte er den regen Kontakt und die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. In der nächsten Zeit muss er mit weniger Personal kommen. Einige Mitarbeiter haben Kinder, die zu betreuen sind. „Und da komme ich natürlich meiner arbeitgeberlichen Fürsorge nach.“

Ladenöffnung in Meßstetten: Erste Bilanz nach der Corona-Pause

© Volker Schweizer

Die Kunden können ins Spiel- und Schreibwarengeschaft kömmen: Jörg Bandle mit Gesichtsmaske hinter einer Plexiglaswand.

Bandles Nachbarin, Manuela Kästle, strahlte bei unserem Besuch über das ganze Gesicht. „Ich bin so froh darüber, wieder im Geschäft stehen zu dürfen.“ „Der Florist“ heißt der Laden, dessen Inhaber ihr Mann Thomas ist. Vor allem der zwischenmenschliche Kontakt hat der quirligen Blumenfreundin gefehlt. Und deshalb trotzt sie auch nur so vor Tatendrang. Für den Besuch von Kunden ist auch sie vorbildlich aufgestellt. Es gibt Desinfektionsmittel, Tücher, Markierungen auf dem Boden und einen Spuckschutz, den ihr Heinrich Wäschle aus Unterdigisheim, „ein guter Freund“, gefertigt hat.

Es gab keinen Stillstand

Nur ungern erinnert sie sich an den 19. März, der Tag, an dem sie kurzfristig schließen musste, zurück – und das obwohl sie neben Pflanzen auch andere Sachen verkauft und einen Paketservice betreibt. Auch ärgerte sie sich darüber, dass die großen Gartenmärkte geöffnet haben durften. Während der Karenzzeit bot Manuela Kästle einen Abholservice an. Das Angebot wurde rege genutzt, auch deshalb, weil Ostern vor der Tür stand und viele Kunden Gärten und Gräber bepflanzen wollten. Die Beratung erfolgte über WhatsApp und den Messenger-Dienst von Facebook. Darüber hinaus lagen vor der Ladentür Waren zur Selbstbedienung aus. „Es gab keinen Stillstand, wir dürfen uns nicht beschweren. Die Leute waren zufrieden, das hat uns viele Pluspunkte verschafft“, lautet ihr positives Fazit. Für die Treue und die Ehrlichkeit bedankt sie sich ausdrücklich.

Jubiläumsfeier wird nachgeholt

Gefreut hat sich Manuela Kästle auch über viele „nette Briefchen“ und Rückmeldungen von Kunden, wie sehr sie das „schöne Lädle“ vermisst hätten. Die Floristin findet aber auch, dass die Menschen in der ruhigen Zeit wieder mehr zu sich gefunden haben, viele würden sich nicht mehr so getrieben fühlen. Das Fest zum fünfjährigen Bestehen, das parallel zum mittlerweile abgesagten Stadtfest stattfinden sollte, werde nachgeholt, versichert Kästle.

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