Albstadt

Kreissporthalle in Ebingen wird zunächst doch keine Unterkunft für Geflüchtete

30.10.2023

von Pressemitteilung/Dagmar Stuhrmann

Kreissporthalle in Ebingen wird zunächst doch keine Unterkunft für Geflüchtete

© Dagmar Stuhrmann

Die Zweckentfremdung der Kreissporthalle in Albstadt ist vorerst vom Tisch: Am späten Montagnachmittag gab das Landratsamt seine Entscheidung in einer Pressemitteilung bekannt.

Das Landratsamt teilt am späten Montagnachmittag mit, dass die Kreissporthalle in Ebingen doch nicht zur Unterkunft für Geflüchtete wird – zumindest vorerst nicht. Was stattdessen geplant ist.

Am späten Montagnachmittag kam die Pressemitteilung des Landratsamts mit der Nachricht: „Die Kreissporthalle in Albstadt-Ebingen wird zunächst keine temporäre Unterkunft für Geflüchtete.“ Unter Hochdruck, heißt es in der Pressemitteilung, habe die Landkreisverwaltung gemeinsam mit den Kommunen, allen voran der Stadt Albstadt, in den letzten Tagen nach Alternativen gesucht.

Geflüchtete werden dezentral untergebracht

Die Menschen, die das Land dem Zollernalbkreis für November zuweist, sollen nun laut Landratsamt im gesamten Kreis dezentral in kleineren Wohneinheiten untergebracht werden. „Dank der tatkräftigen, solidarischen und konstruktiv-kreativen Unterstützung von einzelnen Städten und Gemeinden im Kreis können wir die Zweckentfremdung der Halle vorerst aufschieben“, wird Landrat Günther-Martin Pauli zitiert.

Pauli: Situation bleibt angespannt

Ein großer Baustein der Alternativlösung seien Container, dazu kämen Bestandsgebäude in Albstadt sowie in weiteren Städten und Gemeinden im Zollernalbkreis. „Die Situation bleibt jedoch weiterhin angespannt, denn es müssen knapp 300 zusätzliche Plätze für Geflüchtete bis Ende des Jahres geschaffen werden“, erklärt Pauli.

Zelt- oder Containerdorf beim Thalia?

Vor diesem Hintergrund wird voraussichtlich auf dem Thalia-Parkplatz in Albstadt-Tailfingen ein Zelt- beziehungsweise Containerdorf eingerichtet werden, Das bestätigt Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer auf Anfrage des ZAK. Auch wenn die Unterbringung der Geflüchteten in der Albstädter Kreissporthalle nun vorerst kein Thema mehr sei, sei es dennoch so, dass es Lösungen für die Unterbringung geben müsse.

Tralmer: Geflüchtete lösen sich nicht in Luft auf

„Die Geflüchteten“, so OB Roland Tralmer, „lösen sich ja nicht einfach in Luft auf, auch wenn jetzt die Belegung der Halle vorläufig abgewendet worden ist.“ Wird ein Zelt- oder Containerdorf beim Thalia-Theater eingerichtet, dann werde es auf jeden Fall eine „kleinere Geschichte und kein Massenlager“ werden.

Keine konkreten Gebäude genannt

Nicht konkret sagen lasse sich im Moment, welche Gebäude der Landkreis dezentral zur Unterbringung Geflüchteter nutzen wird. In der Pressemitteilung der Landratsamts gibt es hierzu keine Informationen. Unabhängig davon ist über mögliche Standorte in Albstadt in den vergangenen Tagen in den sozialen Medien und auch bei der Sonntagsdemo gegen die Belegung der Kreissporthalle bereits munter spekuliert worden.

Fix sei noch nichts, stellt OB Tralmer klar. Man habe sich einiges angeschaut, einige Optionen seien im Gespräch, die Standorte stünden aber noch nicht fest.

Hallenbelegung wäre „Worst Case“

Bei der Informationsveranstaltung am vergangenen Dienstag im Foyer der Walther-Groz-Schule in Albstadt betonten Landrat Pauli und Oberbürgermeister Roland Tralmer, dass die Zweckentfremdung von Sporthallen der „Worst Case“ wäre. Es müsse auch künftig das Ziel bleiben, die Umwidmung von Hallen zu vermeiden. Jede andere Lösung sei besser als die Kreissporthalle zu blockieren.

Klares Sicherheitskonzept bleibt zwingend

Ungeachtet dessen bleibe es bei der jetzt gefundenen vorläufigen Lösung dabei, dass ein klares Sicherheitskonzept an allen Standorten für die Unterbringung Geflüchteter – insbesondere im Stadtgebiet Albstadt – zwingend sei. Hier verlasse er sich auf die Zusage des Landkreises, so Tralmer. „Da der Landkreis ein Sicherheitskonzept für die Kreissporthalle zugesagt hat, nehmen wir den Kreis in die Pflicht, ein solches Sicherheitskonzept auch an jedwedem anderen Standort zu garantieren.“

Solidarität aller Kommunen gefordert

In der Sitzung des Albstädter Gemeinderats am vergangenen Donnerstag positionierte sich der Albstädter OB erneut deutlich und forderte die Solidarität aller Kommunen im Zollernalbkreis ein. Es sei eine klare Ansage seitens der Stadt Albstadt an den Kreis gewesen, dass „wir solidarisch sind, dies aber auch von allen anderen Kommunen im Kreis erwarten“.

Flächendeckende Verteilung

Deshalb sei es auch aus seiner Sicht erfreulich, so OB Tralmer im Gespräch mit dem ZAK, dass nun die Botschaft laute: Nicht derjenige, der am lautesten schreit, kriegt am Ende nichts. Mit der Entscheidung für eine dezentrale Unterbringung würden die Geflüchteten nun flächendeckend im Landkreis verteilt.

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