Handball

HBW-Sieg im Derby: Grüner haucht Schlusslicht neues Leben ein

10.02.2024

Von Marcus Arndt

HBW-Sieg im Derby: Grüner haucht Schlusslicht neues Leben ein

© Moschkon

Tim Grüner erlöste am Samstag den HBW.

Im Schwaben-Derby gegen Altmeister Göppingen hat der Balinger Handball-Bundesligist seine Endlos-Sieglos-Serie beendet. Mit 30:29 (16:17) setzte sich der HBW in der ausverkauften Balinger SparkassenArena durch.

14 Sekunden vor Spielende schraubte Neuzugang Tim Grüner den Deckel drauf. „Was für ein Einstand. . .“, staunte auch Jens Bürkle über den Linksaußen, der erst am Spieltag aus Potsdam anreiste. „Er kommt nachmittags an“, verrät der HBW-Coach, „hat nicht eine Minute mit uns trainiert. Wirklich ein geiles Debüt. Er hat sehr clever gedeckt, gute Aktionen drin gehabt.“

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Das Schlusslicht, das seit September 2023 sieglos war, musste nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Patrick Volz (Probleme mit der Patellasehne) und Oddur Gretarsson (Kniebeschwerden) noch einmal nachlegen – und bewies ein glückliches Händchen mit der Verpflichtung des Berliners.

Das hatte auch der Balinger Kommandogeber, der in der Crunchtime noch einmal die Torhüter wechselte. Afrika-Cup-Sieger Mohamed El-Tayar nahm Göppingen wichtige Würfe weg und der Tabellenletzte drehte in den letzten knapp viereinhalb Minuten einen 26:28-Rückstand. „Ich bin enttäuscht“, gestand Göppingens Trainer Markus Baur ein, „aber wenn du die gegnerische Mannschaft in dieser Phase wieder in Vorteil kommen lässt, dann läufst du eben hinterher.“ Frisch Auf hatte in der finalen Spielsequenz deutlich den Daumen drauf, doch der Aufsteiger schaffte noch einmal die Ergebniswende, legte mit einem 3:0-Lauf wieder vor (29:28/57.) und gab die Führung nicht mehr ab.

Knapper Pausenrückstand

Den besseren Auftakt erwischte der HBW, welcher nach drei Minuten mit 2:0 führte. Die Gäste fanden nicht richtig rein, blieben aber in Schlagdistanz. Pech für die Balinger, dass Jona Schoch in Zeitnot nur die Latte traf und die Grün-Weißen ohne große Mühe mit einem 5:0-Lauf das Spiel drehten (2:5/9.). Bürkle drückte auf die Bremse und den Buzzer. Die Auszeit des 43-Jährigen zündete: mit drei HBW-Treffern in Serie zum 5:5 (11. Minute). Der Zweitliga-Meister generierte auch in der Folge die besseren Szenen, stellte den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her (7:5/14.).

Baur sah nun zwingend Gesprächsbedarf. Auch der Weltmeister von 2007 fand die richtigen Worte. Die Gäste legten erneut vor (12:13/23.) – auch weil der Kreisstadt-Klub viele billige Fehler machte. Wichtig, dass Filip Vistorop traf und Leo Prantner einen Ruminsky-Risikopass veredelte: zum 15:16 (28.). Den knappen Vorsprung rettete Frisch Auf in die Pause (16:17). Marcel Schiller hatte die letzte Wurfchance, scheiterte aber am starken Mario Ruminsky (Fangquote: 36,7 Prozent).

„Gallier“ kämpfen aufopferungsvoll

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es eine enge Kiste – nun wieder mit leichten Vorteilen für die „Gallier“. Im Balinger Kasten wurde Ruminsky mehr und mehr zum Faktor, nahm Kresimir Kozina zwei Freie vom Kreis weg. Auf der Gegenseite bekam Bart Ravensbergen wenig zu fassen. Der HBW nutzte das Momentum, führte nach 37 Minuten erstmals mit plus Drei (21:18.). Josip Sarac hielt die Grün-Weißen im Spiel, netzte mit Wucht und Willen (21:21/ 41.). Die Kreisstädter ließen in dieser Phase einfach zu viel liegen, aber die Abwehr lieferte. Das Schlusslicht drückte, drängte, drängelte. Entscheidend setzte sich der Aufsteiger aber nicht ab. Vistorop netzte zum 25:23 (48.), das Göppingen noch einmal konterte: mit 5:1 Treffern. Der HBW wackelte, schüttelte sich kurz und zauberte noch einmal einen 4:0-Lauf auf die Platte. „Es war ein Spiel, das in alle Richtungen kippen kann“, bilanzierte Bürkle. Er ergänzte: „Ich bin super zufrieden. Nicht nur mit dem Sieg, sondern weil wir es geschafft haben, jetzt von vier engen Spielen in Folge dreimal in die Punkte zu kommen.“

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