Hechingen

Großbrand in Stetten: Technischer Defekt war laut Gutachten wohl Brandursache

07.12.2023

Von Michael Würz

Großbrand in Stetten: Technischer Defekt war laut Gutachten wohl Brandursache

© privat

Das Gebäude in der Nähe der THW-Unterkunft in Stetten stand am späten Abend des 9. November in hellen Flammen.

Nach dem Feuer, das am späten Abend des 9. November die Halle eines holzverarbeitenden Betriebs in Stetten zerstört hatte, liegt der Polizei jetzt das Gutachten eines Sachverständigen vor. Demnach gibt es derzeit keine Hinweise auf Brandstiftung. Die Ermittler gehen von einem technischen Defekt als Brandursache aus, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen.

Ein technischer Defekt war nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei die Ursache für den verheerenden Großbrand in Stetten am 9. November, bei dem die Lagerhalle eines holzverarbeitenden Betriebs lichterloh in Flammen aufgegangen war (wir berichteten ausführlich). Zwar seien die Ermittlungen noch nicht gänzlich abgeschlossen, sagte Martin Raff, Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen, am Mittwoch im Gespräch mit dem ZOLLERN-ALB-KURIER. Klar sei aber bereits, dass derzeit keine Hinweise auf Brandstiftung vorliegen.

Gutachten gibt Aufschluss über Brandursache

Dies habe ein Gutachten ergeben, das der Polizei inzwischen vorliegt. Demnach kommen zwei Möglichkeiten als Ursache für das Feuer in Betracht: ein Defekt an einer Maschine oder ein Defekt an der Elektrik in der Halle. Wie berichtet, hatte der Alarm die Feuerwehr am späten Abend des 9. November erreicht: Gleich mehrere Anrufer hatten den Großbrand gemeldet. Die Halle des Betriebs, der Brickets herstellt, stand da bereits in hellen Flammen.

Großbrand in Stetten: Technischer Defekt war laut Gutachten wohl Brandursache

© Ralf Biesinger

Am Tag nach dem Großbrand stand nur noch das Gerippe der Halle. Auch dieser Lastwagen wurde zum Raub der Flammen. Selbst Fenster bei Baxter (rechts hinten) waren verrußt.

Die massive Rauchsäule, die ganz in der Nähe des Baxter-Werks in den Nachthimmel stieg, war kilometerweit zu sehen. Sämtliche Abteilungen der Hechinger Feuerwehr rückten an; auch aus Balingen, Rangendingen und Haigerloch kam Unterstützung. Mit 120 Einsatzkräften kämpfte die Feuerwehr am Ende gegen das Feuer an, das in der Lagerhalle, die mit Holz und Sägemehl gefüllt war, wütete. Der Großbrand hatte das gesamte Gewerbegebiet in hellen Feuerschein versetzt.

Mehrere benachbarte Gebäude waren in akuter Gefahr

Auch an den folgenden Tagen war die Feuerwehr mehrfach gefordert, musste mehrmals zu Nachlöscharbeiten ausrücken, weil die Flammen in der ausgebrannten Halle wieder aufloderten. Einsatzleiter Frank Brecht hatte von einer brisanten Lage in der Brandnacht berichtet: „Durch den Wind gab es enormen Funkenflug“, sagte Brecht unserer Zeitung am Tag danach. „Ganze Holzklumpen waren das.“ Mehrere Gebäude in der Nachbarschaft waren zu diesem Zeitpunkt in akuter Gefahr. „Die Funken sind in Richtung der umliegenden Dächer geflogen“, sagte Brecht. Den Einsatzkräften der Feuerwehr gelang es, in einem kräftezehrenden Einsatz, das Übergreifen der Flammen zu verhindern, etwa auf den Standort des Hechinger THW-Ortsverbands, auf die Halle der Schaustellerfamilie Ruoff, auf das Autohaus Fink und auf das Fliesengeschäft Neher.

Einsatz noch größer als der beim Bentley-Brand im Mai

Zudem verhinderten die Einsatzkräfte erfolgreich einen Waldbrand. „Die Glut flog in Richtung der Tannen eines kleinen Waldstücks in der Nähe“, hatte Feuerwehrkommandant Brecht geschildert. Er hatte den Einsatz gegenüber unserer Zeitung als „noch größer als den beim Bentley-Brand im Mai“ bezeichnet.

Ermittler der Polizei hatten sich nur Stunden nach dem Inferno auf Spurensuche begeben; auch dies unter erschwerten Bedingungen: Das Gerippe der Lagerhalle war einsturzgefährdet.

Auch ein Lastwagen wird zum Raub der Flammen

Verletzt wurde bei dem Brand in Stetten am 9. November niemand. In einer ersten Schätzung hatte die Polizei den Schaden auf mehrere hunderttausend Euro beziffert. Zum Raub der Flammen war im Übrigen auch ein Lastwagen geworden, der vor der Halle abgestellt war.

Einsatzreiches Jahr für die Feuerwehr in Hechingen

Einsatzleiter Frank Brecht sprach am Tag nach dem Großbrand von einem „sehr intensiven Einsatz, sowohl von der Anzahl der Einsatzkräfte her wie auch vom Brand selbst“. Der sich wohlgemerkt einreiht in eine ganze Reihe von Großeinsätzen, die die Hechinger Feuerwehr in diesem Jahr bereits zu bewältigen hatte. Erinnert sei nicht nur an den Brand auf dem Dach des Bentley-Neubaus im Mai, sondern beispielsweise auch an die drei tödlichen Verkehrsunfälle auf der B 32 zwischen Hechingen und Schlatt.

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