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Meßstetten

Gerlinde Kretschmann macht Meßstetter Frauen Mut zu einer Politik der kleinen Schritte

12.05.2019

Von Susanne Grimm

Gerlinde Kretschmann macht Meßstetter Frauen Mut zu einer Politik der kleinen Schritte

© Susanne Grimm

Gerlinde Kretschmann ermunterte die Frauen, sich einzumischen in die Kommunalpolitik.

Gerlinde Kretschmann, die Frau des Ministerpräsidenten, hat beim öffentlichen Frauenfrühstück im Cafe Talblick in Meßstetten die Frauen ermutigt, sich mehr einzumischen und sich mehr in die Kommunalpolitik einzubringen. Der einfache Grund: Die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich.

„Wenn nicht wir Frauen selbst, wer soll sich dann für unsere Belange einsetzen?“, lautete die Botschaft der Ehefrau von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Natürlich seien Frauen nach wie vor durch Beruf, Haushalt und Kinder, oft noch durch die Pflege Angehöriger, mehrfach belastet, so dass es verständlich sei, vor einer zusätzlichen Aufgabe zurückzuschrecken.

Aber gerade in der Kommunalpolitik wäre das Mitwirken von Frauen mehr als wünschenswert, denn niemand kennt sich im alltäglichen Leben so gut mit familiären und sozialen Belangen aus wie Frauen.

„Unsere Anliegen müssen in die Politik einfließen“, appellierte sie. Die weibliche Sicht könne zwar auch das Große und Ganze im Blick haben, aber gerade die Feinheiten und sogenannte Kleinigkeiten, die Männer in der Regel nicht sehen, machen es oft aus, dass vieles nicht ohne Reibungsverluste vonstatten gehe.

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In lockerer Runde sprach Gerlinde Kretschmann über Politik und die Notwendigkeit, dass diese auch von Frauen mitgestaltet wird.

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Mitten hinein in die Gästeschar hatte sich auch Landrat Pauli gemischt.

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Die Frauenliste stellte sich zum Erinnerungsbild mit der Ehefrau des Ministerpräsidenten.

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Die Besucherin weckte großes Interesse

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Gerlinde Kretschmann machte dies an simplen Beispielen fest: Sei es der Besuch des Wochemarktes, sie der Weg in Schule oder Kita mit dem Kind, sei es das Gassi gehen mit dem Hund: „Du siehst dabei auch hinter die Fassaden, bekommst Problemstellen mit, oder nimmst potenzielle Gefahrenquellen wahr, die von Männern nicht gesehen werden“, sagte sie.

Natürlich bringe die Arbeit im Gemeinderat auch Dinge mit sich, die einem bis dato fremd gewesen seien. Die ehemalige Lehrerin berichtete von ihrer 15-jährigen Arbeit im Stadtrat Sigmaringen. Als sie zum ersten Mal im Bauausschuss der Stadt mitwirken sollte, habe sie gedacht: „Ich habe doch keine Ahnung vom Bauen!“ Doch man wachse mit seinen Aufgaben.

Aufgabe ist vielfältig und interessant

Und das Schöne sei: „Du kannst in der Kommunalpolitik tatsächlich etwas bewirken!“ Einen Beschluss, der im Rat gefasst worden ist, muss auch umgesetzt werden.

Als Gemeinde- oder Ortschaftsrätin erwerbe man sich mit der Zeit einen ganz anderen Blick auf seine Heimatgemeinde, fühle sich viel mehr mit seinem Ort und den Menschen verbunden, spüre die Verantwortung für das Gemeinwohl. „Man nimmt nicht nur teil, sondern ist Teil vom Ganzen“, sagte Gerlinde Kretschmann, deshalb habe sie diese Arbeit immer gerne gemacht.

Eingeladen zu dieser Veranstaltung wurde sie von Sylke Schlude aus Hartheim, die zusammen mit weiteren neun Frauen die erste „Frauenliste Meßstetten“ gegründet hat und damit zur Kommunalwahl antreten wird. Gerlinde Kretschmann ermutigte die Frauen, am Ball zu bleiben, auch wenn es beim ersten Mal nicht klappen sollte. „Geben sie nicht auf, sondern sagen sie „jetzt erst Recht!“

Alles im Leben ist Politik

Auch sie selber sei seinerzeit zweimal bei den Kommunalwahlen gescheitert, bevor sie dann doch eineinhalb Jahrzehnte lang die Geschicke der Stadt mitbestimmen konnte. Gerlinde Kretschmann, die aus einer großen Laizer Familie stammt, hat in dieser Familienkonstellation Opposition schon von Kindesbeinen an erfahren: „Bei uns haben die Männer CDU gewählt und die Frauen SPD“, plauderte sie aus dem Nähkästchen.

Im Grunde sei alles im Leben Politik, was mit Gestaltung, Durchsetzten von Vorstellungen und Zielen sowie mit Beeinflussung zu tun habe. Auch zur Frauenquote hatte die Laizerin ihre Meinung. Im Gegensatz zu früher sehe sie dies heute eher positiv: „Es hat sich gezeigt, dass die Quotenregelung im Vergleich zur Freiwilligkeitserklärung wirklich was bewirkt“.

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