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Balingen

Finale mit Country und Rock‘n‘Roll: Letzter Auftritt auf der Drive-in-Kulturbühne in Balingen

21.06.2020

von Max Bäurle und Jasmin Alber

Finale mit Country und Rock‘n‘Roll: Letzter Auftritt auf der Drive-in-Kulturbühne in Balingen

© Max Bäurle

Stilecht mit Cadillac und Pin-up: Die Band Gatling Guns um Sänger Jens Wilde setzte am Samstag den krönenden Schlussakkord unter die Drive-in-Veranstaltungsreihe.

Mit Country, Rock‘n’Roll und Rockabilly vom Feinsten endete am Samstag der Reigen der Veranstaltungen auf der Drive-in-Kulturbühne in Balingen. Die Veranstalter ziehen ein positives Fazit – auch wenn sie sich mehr Resonanz, vor allem aus der Region, erhofft hatten.

Für den krönenden Abschluss der Veranstaltungsreihe auf der Drive-in-Kulturbühne vor der Kunsteisbahn sorgte die Band Gatling Guns aus Albstadt.

Jens Wilde (Gesang, Akustikgitarre), Tobias Siewert (E-Gitarre, Gesang), Oliver Maier (Schlag-zeug, Gesang) und Marcus Dreher (Bass, Gesang) heizten dem Publikum noch mal mächtig ein. Die Fans in ihren Autos gingen bei den teils gecoverten, teils eigenen Stücken begeistert mit, wie das ständige, laute und teils länger anhaltende Hupen bewies.

Musikalische Zeitreise in die 50er-Jahre

Nach dem „Western Theme“ enterte ein „Truck Drivin‘ Man“ die Bühne, dem ein gewisser „Fancy Dan“ folgte. Bei letztgenanntem Song handelte es sich um einen Titel von Gene Summers aus den 1950er-Jahren, wobei diese schnelle, treibende Rock’n’Roll-Nummer zum Schluss in ein ausgedehntes Gitarren-Solo mündete.

Anschließend fuhr der „Midnight Train“, der „Mitternachtszug“, von Johnny Burnette mit viel „Getöse“ über die Bühne – musikalisch symbolisiert durch flotte, fetzige und temporeiche Passagen, die aber auch einmal durch ruhige Elemente unterbrochen wurden, sowie einen fetten Groove.

Vor allem auch instrumental überzeugte das Quartett hier. „Yeeha!“, rief ein gut gelaunter Fan aus seinem Fahrzeug heraus.

Gatling Guns verpassen Cover-Songs eigene Handschrift

Das ruhigere, mit vielen Instrumentalpassagen angereicherte „I’m The One“, im Original von Glenn Danzig, kam am Samstag in der Gatling-Guns-Version als gemütlicher Country-Blues daher, wusste sowohl dezent wie filigran zu gefallen, und Sänger Jens machte mit seinem zurückgenommenen Gesang ebenfalls einen guten Job.

Schlagzeuger Oliver meinte nach dem Stück: „Das können wir öfter spielen, ist nicht so anstrengend.“

Erinnerungen an Action-Komödie

Das wieder schnell vorwärts treibende und peppige „East Bound And Down“ ist manch einem vielleicht aus dem Film „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ aus den 1970er-Jahren bekannt vorgekommen, ehe Sänger Jens mit dem flotten „Broken Heart“ ein von ihm geschriebenes Lied ankündigte, das sich aber nicht als Herzschmerzballade, sondern als Country-Nummer, durchsetzt mit kleinen Breaks und einer tollen Gitarreneinlage, erwies.

Fotostrecke
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Impressionen vom Abschluss auf der Drive-in-Kulturbühne mit den Gatling Guns.

© Max Bäurle

Impressionen vom Abschluss auf der Drive-in-Kulturbühne mit den Gatling Guns.

© Max Bäurle

Impressionen vom Abschluss auf der Drive-in-Kulturbühne mit den Gatling Guns.

© Max Bäurle

Impressionen vom Abschluss auf der Drive-in-Kulturbühne mit den Gatling Guns.

© Max Bäurle

Impressionen vom Abschluss auf der Drive-in-Kulturbühne mit den Gatling Guns.

© Max Bäurle

Impressionen vom Abschluss auf der Drive-in-Kulturbühne mit den Gatling Guns.

© Max Bäurle

Impressionen vom Abschluss auf der Drive-in-Kulturbühne mit den Gatling Guns.

© Max Bäurle

„Turn The Page“ von Bob Seeger wurde von den Gatling Guns ebenfalls als fetziger Country-Song interpretiert, stampfendes Schlagzeug inklusive, und bei „Cool Cat Racer“ zeigte die Combo, dass sie sich auch mit Rockabilly auskennt.

Musiker leiten Lichthupen-La-Ola an

Der gebremste Western-Song „Black Rider“ fiel vor allem durch die schöne, mehrmals wiederholte Gitarrenmelodie und das schnell gespielte Solo am Ende auf.

Mit dem eigenen „Hold Me“, dem hin und her wippenden, tänzelnden „Sixteen Tons“, jeweils aus dem Bereich Country, und dem galoppierenden Rock‘n’Roller namens „Moonhowler“ sorgte man ebenfalls für beste Stimmung, so dass die Musiker eine originelle La Ola mit Lichthupen im Publikum anleiteten.

Retro-Stil auf der Bühne mit Zapfsäule und Cadillac-Attrappe

Weitere Rock‘n’Roll-Songs wie das eigene „Friday Night“ oder „Little Sister“ und „That’s Allright, Mama“ von Elvis Presley rundeten das Konzert ab.

Zum gelungenen Auftritt trug auch die schöne Bühnendeko ihren Teil bei. So gesellte sich zu einer alten Zapfsäule unter anderem eine Cadillac-Attrappe, und auch ein großes Foto von James Dean zierte die Bühne.

Positives Fazit, obgleich Resonanz unter den Erwartungen

Die Veranstalter zogen ein insgesamt positives Fazit der Reihe. Die Fans hätten sich stets lobend geäußert, und auch die Akteure auf der Bühne seien begeistert gewesen.

Nicht eine einzige negative Rückmeldung habe die Veranstalter erreicht. Im Gegenteil: „Die Leute, die da waren, sind durchweg begeistert“, sagte Marc Michl, der die Veranstaltung gemeinsam mit Elischa Dommer innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt hatte, am Sonntag. Viele seien vielleicht noch etwas skeptisch gekommen, aber überzeugt nach Hause gegangen.

Teils nur wenige Autos mit BL-Kennzeichen

Einige seien sogar mehrmals dabei gewesen. „Wir hätten bei den einzelnen Veranstaltungen aber gerne etwas mehr Publikum gehabt“, sagt Michl. Schade findet er, dass bei einigen der 19 durchgeführten Musik-, Comedy- und Kabarett-Veranstaltungen auf dem Parkplatz nur wenige BL-Kennzeichen zu sehen waren.

Die Gründe, warum die Resonanz teils gering war, ließe sich jedoch mangels Vergleichs- und Erfahrungswerten nicht so einfach herausfinden.

Nur eine Veranstaltung – die Schlagernacht mit Oliver Thomas und „3mal1“ – musste mangels Nachfrage abgesagt werden.

Das Konzept hingegen habe rundum überzeugt. Die Planungen, Organisation und der Ablauf vor Ort seien reibungslos verlaufen.

Unterstützung durch regionale Sponsoren und viel Eigenleistung

Die Veranstalter sind dankbar dafür, dass zahlreiche regionale Unternehmen von der Idee der Drive-in-Kulturbühne begeistert waren, überhaupt in einer schwierigen Zeit Kultur in Balingen erlebbar zu machen.

Durch die Unterstützung konnten einige anfallenden Kosten wie Platzmiete, Personalkosten oder die Frequenzbeantragung über die Bundesnetzagentur gedeckt werden.

Die Veranstalter selbst brachten sich mit großem Engagement mit ein und ermöglichten eine Realisierung des Projekts innerhalb von fünf Wochen von der Idee bis zur ersten Liveshow. Zudem stellte Dommers Firma Show + Media Design die gesamte Bühnen-, Licht- und Tontechnik für das Projekt als Eigenleistung und kostenlos zur Verfügung.

Interessante Kontakte geknüpft

Neben den Erfahrungen mit dem neuen Veranstaltungsformat wurden auch „viele interessante Kontakte“, sei es zwischen beteiligten Unternehmen und/oder Künstlern, geknüpft, so Michl. „Wir sind gespannt, was daraus entsteht.“

Als Dankeschön und damit die Kontakte weiter vertieft werden können, sei demnächst ein Grillfest mit allen Beteiligten geplant.

Weitere „Drive-in live“-Termine in Balingen wird es übrigens in nächster Zeit nicht mehr geben. Die Bühne wurde bereits am Sonntag abgebaut.

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