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Schömberg

Ungewöhnliche Perspektive: Nach Abbruch des Stausshauses schweift der Blick bis zur Gaberstallgasse

06.05.2019

Von Daniel Seeburger

Ungewöhnliche Perspektive: Nach Abbruch des Stausshauses schweift der Blick bis zur Gaberstallgasse

© Daniel Seeburger

Einige größere Schutthaufen sind das einzige, was vom früheren Stausshaus übrig geblieben ist. Jetzt kann man bis zur Gaberstallgasse schauen.

Das denkmalgeschützte Stausshaus in der Schömberger Altstadt ist abgerissen worden. An dieser Stelle soll das in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Rathaus erweitert werden. Bis es so weit ist, kann man den Blick schweifen lassen - bis zur Gaberstallgasse.

Das denkmalgeschützte Stausshaus ist nicht mehr. Ende vergangener Woche sind die Bagger in der Alten Hauptstraße abgerückt. Übrig geblieben von dem historischen Gebäude sind mehrere Schutthaufen. „Die werden in nächster Zeit fachgerecht entsorgt“, erklärte am Montag Bürgermeister Karl-Josef Sprenger im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ortsbildprägendes Gebäude

Das Stausshaus hat viele Jahre lang ein Kolonialwarenladen beherbergt und war ortsbildprägend. Vor dem Abriss hat ein Fachbüro für das Landesdenkmalamt das Gebäude bis ins Detail dokumentiert. Das war die Voraussetzung dafür, dass das Haus abgebrochen werden durfte. Im Besitz der Stadt befand es sich seit 2008, in den vergangenen Jahren musste es wegen Baufälligkeit abgesperrt werden.

In der Woche vor Ostern begannen die Abrissarbeiten an dem Gebäude, das direkt neben dem Rathaus in der Schömberger Altstadt steht. Den Platz braucht die Stadtverwaltung für die Erweiterung des Rathauses.

Weiteres Bauprojekt in der Gaberstallgasse

Auch das Gebäude unterhalb der nun freien Stelle des Stausshauses dürfte über kurz oder lang renoviert werden. Es gehört zum Sanierungsgebiet Altstadt. Dass es auch hier Schäden in der Außenhaut des Hauses gibt, ist jetzt gut sichtbar. Was der Besitzer dort plant, ist aber bisher noch nicht bekannt.

Durch das fehlende Haus kann nun der Blick von der Alten Hauptstraße bis zur Gaberstallgasse schweifen. Er bleibt an zwei alten Gebäuden hängen, auf deren Dächern die Dachziegel fehlen. Auch hier ist eine größere Baumaßnahme geplant. Die beiden unmittelbar an die Alte Schule angrenzenden Häuser sollen schon bald abgerissen werden.

Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage

Hier plant die sez-Wohnbau aus Esslingen ein Neubau mit mehreren Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Das Parkplatzproblem soll unterirdisch gelöst werden - unter dem Mehrfamilienhaus ist eine Tiefgarage geplant. Der Schömberger Gemeinderat hat bereits grünes Licht für den Abriss der zwei alten Häuser gegeben.

Architektenwettbewerb für Rathauserweiterung

Für den Umbau des alten Rathaus und den Erweiterungsbau auf dem Gelände des Stausshauses befinde man sich gerade in einem intensiven Diskussionsprozess, erklärte Bürgermeister Sprenger auf Nachfrage. Geplant ist ein Architektenwettbewerb. Die Stadtverwaltung wird vom Büro Zeese aus Stuttgart beraten, deren Vertreter bereits im Gemeinderat die Vorgehensweise für einen Wettbewerb vorgestellt haben.

Man werde die Hände nicht in den Schoß legen, so Sprenger, aber auch nichts übers Knie brechen. Ziel sei es, noch in diesem Jahr in den Wettbewerb einzusteigen. Das erweiterte Rathaus solle einerseits ästhetischen Ansprüchen genügen, aber auch zweckmäßig sein, führte der Bürgermeister aus.

Rathaus liegt im Sanierungsgebiet

Dabei will die Stadtverwaltung auch immer die Finanzierbarkeit im Auge behalten. Und man geht dabei auch von ordentlichen Zuschüssen aus. Denn das Gebiet um das Schömberger Rathaus liegt zusammen mit dem Bahnhofsareal im Sanierungsgebiet Rathaus-Bahnhofsbereich. Für städtebauliche Maßnahmen gibt es dort Geld aus dem Landessanierungsprogramm.

Dieses Finanzspritze kam der Stadt schon beim Abbruch des Stausshauses zugute. Das Land übernimmt 60 Prozent der Abbruchkosten.

Förderrahmen liegt bei 1,4 Millionen Euro

Dabei sind gerade für die Stadtentwicklung die beiden Sanierungsgebiete von großer Wichtigkeit. Der bewilligte Förderrahmen beträgt 1,4 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land Finanzhilfen in Höhe von 60 Prozent. Die Laufzeit ist bis April 2027. Das sind Zuschüsse, die gerade auch privaten Bauherren zugute kommen, die im Sanierungsgebiet bauen, sanieren oder erweitern wollen.

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