Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Fussball

Reform im Württembergischen Fußballverband: Zollern-Vorstand positioniert sich

22.11.2019

Von Matthias Zahner

Reform im Württembergischen Fußballverband: Zollern-Vorstand positioniert sich

© Moschkon

In Steinhofen fand eine außerordentliche Bezirksversammlung statt.

Die Verantwortlichen des Bezirks Zollern unterrichteten am Donnerstag die Vereine über die geplante Neuordnung der Spielgebiete in Württemberg.

Eines machte Wolfgang Haug deutlich: Ginge es nach dem Vorsitzenden des Fußballbezirks und seinem Vorstand, könnten die Vorschläge zur Neuordnung der Spielgebiete noch ein Weilchen in der Schublade bleiben.

„Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen. Oder man könnte auch sagen: Wehret den Anfängen“, sagte Haug auf der außerordentlichen Versammlung eingangs seiner Ausführung zur geplanten Neuordnung der Spielgebiete im Württembergischen Fußballverband.

Beschwerden größerer Bezirke

Konkret geht es um zwei Modelle, die eine Kommission ausgearbeitet hat und der Haug und Ulrike Goth, Frauenreferentin sowie Vorsitzende des TSV Geislingen, angehörten. „Es ist viel diskutiert worden und heiß hergegangen“, berichtete Haug am Donnerstag den rund 80 Vereinsvertretern im Steinhofener Sportheim von den fünf Kommissionssitzungen.

Ziel der Reform ist, die Mannschaftszahlen in den jeweiligen Spielgebieten anzugleichen. „Die meinen, es sei sportlich nicht fair, dass der Bezirk Zollern mit 83 Mannschaften einen Aufsteiger in die Landesliga stellt und ein Bezirk, der 160 Mannschaften hat, auch nur einen Aufsteiger stellt“, erzählte Haug aus der Sitzung.

Der Bezirksvorsitzende hielt dem entgegen, dass „der Württembergische Fußballverband so groß ist wie Südbaden und Nordbaden zusammen. Württemberg stellt nur einen Aufsteiger in die Oberliga und Süd- und Nordbaden auch nur jeweils eine Mannschaft – dann könnte man da auch eine Ungerechtigkeit sehen.“ Deshalb lasse er dieses Argument nicht gelten.

Zwei verschiedene Modelle

Eine ausgearbeitete Variante mit einer Verbandsliga, vier Landesligen und zwölf Bezirksligen (1-4-12) sieht für Zollern eine Bezirksliga mit Schwarzwald vor.

Reform im Württembergischen Fußballverband: Zollern-Vorstand positioniert sich

© WFV

Modell 1-4-12 (a)

Auch die Kreisligen A und B würden über die bisherigen Grenzen hinaus spielen. „Einer von den Grundgedanken war, dass es in der Verbands- und Landesliga derzeit zu viele Absteiger gibt. Wenn es in dieser Saison normal läuft, sind es fünf direkte Absteiger aus der Landesliga und der Sechstletzte darf oder muss in die Relegation“, erklärte Haug den Anwesenden.

Ein weiteres Modell, das „1-3-9“-Modell, hätte für die Zollern-Teams eine Bezirksliga mit dem Bezirk Schwarzwald und einem Teil des Bezirks Donau zu Folge.

Reform im Württembergischen Fußballverband: Zollern-Vorstand positioniert sich

© WFV

Modell 1-3-9

Die Varianten könnten, so Haug, auch eine Vorlage sein, „dass man die Bezirke dahingehend ändert. Je mehr Sitzungen wir hatten, desto mehr ist dieses Thema aktuell geworden.“

Kämpfen um den eigenen Bezirk

Deshalb bezog Haug klar Stellung: „Mir geht es um unseren Bezirk Zollern – dass der weiterhin so besteht wie 1951; ich denke, es lohnt sich, darum zu kämpfen.“ Auch eine Neueinteilung der Spielgebiete sei aus seiner Sicht derzeit nicht erforderlich.

Es gehe vielmehr darum, dass ein Plan in der Schublade liege, wenn „ein Bezirk mal SOS funkt – wir bekommen kein Spielbetrieb mehr zustande.“

„Alle zusammen überlegen“

Anschließend ergriff Ulrike Goth das Wort. „Es gibt immer weniger Mannschaften. Die A-Jugend ist so gut wie ausgestorben. In den kommenden Jahren wird es schwierig sein, die Spielstruktur so zu erhalten, wie wir sie haben“, erklärte sie. Schon nach der zweiten Kommissionssitzung sei ihr klargeworden, dass das jetzige Spielsystem (1-4-16) nicht zukunftsträchtig sei.

„Wenn aber alle glauben, dass 1-4-16 zukünftig das Richtige ist, dann werden wir auch so weiterspielen“, so Goth, die von einer anfänglichen Neutralität der „WFV-Leute“ nicht mehr so überzeugt ist. „Jetzt wollte man so hintenrum vielleicht auch die ganzen Bezirke zusammenlegen“, kritisierte Goth, die nochmals zu bedenken gab: „Wir müssen alle zusammen überlegen, was wir möchten. Da seid ihr alle sehr gefragt.“

Jugend bekommt neues System

Michael Supper erklärte den Vereinsvertretern im Steinhofener Sportheim die Situation bei den Junioren. Der Verbandsjugendleiter – auch Mitglied der Strukturkommission – berichtete vom Spielsystem 1-3-9 (eine Verbandsstaffel, drei Landesstaffeln und neun Regionenstaffeln), das zur nächsten Saison flächendeckend im Württembergischen Fußballverband eingeführt wird.

Derzeit sehe es so aus, dass manche Jugendstaffeln eine Größe von sechs bis acht Mannschaften haben. Deshalb spielen diese Teams viermal in der Runde gegeneinander.

Attraktivität steigern

Dies sei nicht im Sinne des Erfinders, merkte Supper an. „Die Jugendspieler möchten wieder ein attraktives Spielsystem haben und deshalb müssen wir auch die Staffeln zusammen führen“, sagte der Verbandsjugendleiter am Donnerstag und monierte: „Die Fußballer sitzen auf einem sehr hohen Ross. Wir waren eine attraktive Sportart. Das ist heutzutage nicht mehr der Fall.“

Die Kinder würden gegenwärtig lieber turnen oder Handball spielen, berichtete der WFV-Funktionär, der forderte: „Wir müssen wieder Kinder zum Fußballspielen bringen.“ Dies sei aktuell das Problem in der Jugend und ziehe sich folglich bis zu den Aktiven. „Fußballspielen heißt fünf bis zehn Jahre vorausdenken“, mahnte der WFV-Jugendleiter.

Diesen Artikel teilen: