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Fußball

Nichts mehr zu verlieren: TSG Balingen reist zum TSV Steinbach Haiger

30.10.2019

Von Marcel Schlegel

Nichts mehr zu verlieren: TSG Balingen reist zum TSV Steinbach Haiger

© Moschkon

Am Samstag will die TSG Balingen gegen Steinbach Haiger für eine Überraschung sorgen

Fast schon euphorisch hatten Trainer wie Spieler vergangene Woche das 1:1 gegen den FK Pirmasens kommentiert. „Die Mannschaft hat auf mich einen guten ersten Eindruck gemacht“, sagte etwa Coach Bernd Bauer, der am Samstag (14 Uhr) mit seinem Team als krasser Außenseiter auf den Rasen läuft.

„Wir haben alles gegeben und hätten aufgrund der klareren Chancen einen Sieg verdient gehabt“, fand Kapitän Nils Schuon nach dem ersten Heim-Punkt des Regionalliga-Vorletzten überhaupt in dieser Saison. Sein Teamkollege Denis Epstein meinte, die Kreisstadt-Elf habe „zum ersten Mal seit Langem wieder richtig Fußball gespielt“.

Positiven Urteile verwunderten

Die vermeintlich positiven Urteile verwunderten zunächst, nicht nur, weil die Balinger sich spielerisch nicht sonderlich verbessert zeigten. Auch weil der TSG in der Tabelle das Remis gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, der erste Punkt nach zuvor vier Niederlagen in Folge, eher schadete.

Acht Zähler fehlen der Bauer-Elf auf Rang 15, der möglicherweise zum Klassenerhalt berechtigt. Schon zehn Punkte sind es auf den 13. Platz, der definitiv den Viertliga-Verbleib bedeutet. Keine rosige Situation – darüber sind sich die Balinger auch einig. „Natürlich musst du gegen einen solchen Gegner eigentlich gewinnen“, räumte Epstein ein. „Wir haben halt wieder mal unsere Chancen nicht genutzt“, ergänzte Torschütze Schmitz.

Bauer will nicht nur das Ergbnis bewerten

Bauer teilt die Meinung seiner Spieler. „Eigentlich ist ein Punkt in unserer Situation zu wenig und natürlich sind wir mit einem Zähler nicht zufrieden, wenn es drei hätten sein können“, so der 34-Jährige nun vor dem Auswärtsspiel am Samstag (14 Uhr) beim Tabellendritten TSV Steinbach Haiger.

Was jedoch wichtig gewesen sei: Dass sich seine Truppe zahlreiche Chancen herausspielen und nach dem erneut späten Rückschlag noch später mit dem Ausgleich zurückkommen konnte. „Ich kann als Trainer nicht nur das Ergebnis in meine Bewertung miteinbeziehen, ich muss mich auf die Leistung konzentrieren“, erklärte der Mössinger.

Das TSG-Ziel: ein Zähler

Ein Zähler indes würde Bauer morgen in Mittelhessen reichen. Der TSV Steinbach zählt zu den Titelanwärtern der Südweststaffel, verfolgt mittelfristig das erklärte Ziel der 3. Liga.

Allerdings holte die Mannschaft um Trainer Adrian Alipour aus den vergangenen drei Spielen lediglich zwei Punkte, unter anderem gegen den Tabellenletzten RW Koblenz (1:1) und den FSV Frankfurt (1:2) – also gegen Gegner der Balinger Kragenweite. Chance oder Gefahr? Beides, findet Bauer. Auf der einen Seite könnten die Steinbacher nun erst recht angestachelt sein. „Andererseits können wir sie vielleicht weiter piesacken“, so Bauer.

Gewünschter Impuls der Spieler

Die Mannschaft indes gibt sich angriffslustig, der Trainerwechsel habe neue Kräfte freigesetzt, versichert Schuon: „Wir haben einen neuen Impuls gebraucht und die Veränderung war sichtbar.“ Die Strategie fürs Steinbach-Spiel gibt Ex-Profi Epstein vor – und dies in authentischem Kölsch: „Wir haben nichts zu verlieren. Für die meisten sind wir doch schon abgestiegen. Und genau so müssen wir auftreten: mit einer Leck-mich-am-Arsch-Einstellung.“

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