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Stockenhausener Band Frieda and The Oldstocks rockt auf Schwäbisch

29.07.2019

von Lea Irion

Stockenhausener Band Frieda and The Oldstocks rockt auf Schwäbisch

© Lea Irion

Gitarrist Alfonso Gerardi, Sänger Piet Wolff mitsamt Ehefrau Friederike Briggmann und Schlagzeuger Rainer Ulrich (von links, es fehlt Bassist Berti Müller) bilden zusammen die schwäbische Rockband Frieda and The Oldstocks.

In einer Novembernacht 2018 wurde der Grundstein für eine ganz besondere Musikformation gelegt: Fünf Musikenthusiasten gründeten die Band Frieda and The Oldstocks.

Schmunzelnd schaut Rainer Ulrich aus dem Fenster des kleinen Proberaums im alten Stockenhausener Rathaus an der Durchfahrtsstraße. „Zumindest haben sich die Nachbarn bis jetzt noch nicht beschwert“, erzählt er lachend.

Er sei sehr froh, dass ihnen der Raum von Ortsvorsteher Stephan Reuß zur Verfügung gestellt werde. „Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich“, meint Ulrich. Zweimal die Woche kommt er hierher, denn der leidenschaftliche Schlagzeuger gehört mit vier anderen Mitgliedern zur noch jungen Rockband Frieda and The Oldstocks, einem Musikergespann mit besonderem Genre, nämlich schwäbischem Rock.

Musikalische Seelenverwandte rocken gemeinsam

Insgesamt besteht die Band aus Sänger Piet Wolff, Gitarrist Alfonso Gerardi, Schlagzeuger Rainer Ulrich, Bassist Berti Müller und Perkussionistin Friederike Briggmann. „Wir haben sehr früh gemerkt, dass zwischen uns eine musikalische Seelenverwandtschaft herrscht“, fügt Gerardi lachend an.

Wolff, der im Ort auch als Rockurgestein bekannt ist, hatte bereits zuvor die Idee, den schwäbischen Dialekt in rockiger Form zu verpacken. Interessenten fand er jedoch nie, bis zu jener schicksalhaften Novembernacht im vergangenen Jahr, in der die Band Frieda and The Oldstocks entstand.

Botschaft: An Parkinson Erkrankte können aktiv am Leben teilnehmen

Der Beiname „Frieda“ rührt von einem Spitznamen aus der Kindheit von Friederike Briggmann, die seit 22 Jahren mit Sänger Piet Wolff verheiratet ist. Sie leidet an der Parkinson-Krankheit, für Wolff war jedoch von Anfang an klar, dass seine Frau ein Teil der werdenden Band sein soll. „Das Ganze ist eigentlich wie Therapie für mich“, beschreibt Briggmann ihre Zeit mit den Musikern.

Sie wolle vor allem beweisen, dass Menschen mit dieser Krankheit auch aktiv am Leben teilnehmen können, selbst wenn es Hoch- und Tiefphasen gebe. „Wir haben sie unfassbar gerne in unserer Mitte, denn ihr Charakter und ihre humorvolle Art machen die Band zu dem, was sie heute ist“, ergänzt Gitarrist Alfonso Gerardi.

Im Bandtagebuch werden Anekdoten und Schnappschüsse festgehalten

Besonders die Abende im alten Rathaus seien dank Briggmann eine kurzweilige Angelegenheit, denn die besten Anekdoten werden regelmäßig von ihr schriftlich im Bandtagebuch vermerkt und selbst der ein oder andere Schnappschuss hat es schon in gedruckter Form auf die „heiligen Wände des Proberaums“ geschafft.

Ein kleines Maskottchen in der Gestalt von Briggmann baumelt am Mikrofon von Sänger Wolff. Es sei als Glücksbringer bei jedem Auftritt mit dabei und sorge dafür, dass er seine Texte nicht vergesse, wie er lächelnd erzählt.

Alltags- und Kindheitserlebnisse werden musikalisch verarbeitet

Bis zum heutigen Tag haben Frieda and The Oldstocks drei Titel veröffentlicht, die Ideen dazu rühren beispielsweise aus Alltagssituationen oder Erlebnissen aus der Kindheit. Den Bandmitgliedern ist es wichtig, dass ihre Musik ernstgenommen wird. „Wir haben oft erlebt, dass dialektische Musik belächelt und das Schwäbische als dümmlich abgestempelt wird“, berichtet Gerardi.

Dem wollen die Musiker mit ihren authentischen Hits entgegenwirken und Charakter in das Nischengenre Schwabenrock bringen. „Die Ernsthaftigkeit hinter unserer Musik ist schon vorhanden“, ergänzt Wolff. Er arbeite bereits jetzt an weiteren Songs, sodass am Ende des Jahres ein komplettes Programm mit individuellen Hits zusammengestellt werden kann.

Band ist live beim Balinger Kulturfestival auf der Bühne

Für die Stockenhausener Rockmusiker steht schon die Teilnahme am „BL best of Vol. 4“ fest, das am Freitag, 9. August, auf dem Marktplatz stattfindet. Danach wollen sich Frieda and The Oldstocks für das Jahr 2020 auf ein größeres Projekt fokussieren – nämlich der Etablierung des Schwabenrocks mit anderen gleichgesinnten Bands aus der Region.

„Ein entsprechendes Festival wäre denkbar, aber das ist noch weit entfernt“, meint Wolff. Bis dorthin seien schlichtweg noch einige Probeabende nötig, wie Ulrich abschließend anfügt: „Die Nachbarn werden’s hoffentlich aushalten!“

Weitere Infos zur Band gibt es auf der Facebook-Seite von Frieda and The Oldstocks.

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