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Fußball

Mehr Einsatz geht nicht: Der TSG Balingen gelingt der Befreiungsschlag

06.09.2019

Von Marcel Schlegel

Mehr Einsatz geht nicht: Der TSG Balingen gelingt der Befreiungsschlag

© Eibner

Einen großen Kampf lieferte die TSG Balingen den Ulmern - und wurde belohnt.

Beim SSV Ulm hat die TSG Balingen am Freitabend den ersten Saisonsieg (3:1) und den ersten Auswärts-„Dreier“ in der Regionalliga überhaupt gefeiert.

Wie verwandelt begann die TSG das Württemberg-Derby. Die Mannschaft von Trainer Ralf Volkwein zeigte die beste erste Hälfte der Saison und belohnte sich für einen willensstarken Anfang mit dem 1:0.

Nils Schuon hatte einen Freistoß in den Strafraum geschlagen, Ulms Lukas Hoffmann köpfte beim Klärungsversuch mit Vinko Sapina den eigenen Mann an – ein Billard-Eigentor zur Balinger Führung (12. Minute).

Epstein erzwingt die Führung

Dieses durfte sich zur Hälfte Denis Epstein anschreiben, er hatte die Ulmer im Luftkampf gestört. Das 1:0 war nicht unverdient. Zumal die Balinger, bei denen erneut Patrick Lauble (Leiste) und Marco Gaiser (Oberschenkel) ausfielen, die „Spatzen“ auch weiter hoch anliefen und so zahlreiche Ballgewinne erzielten.

Besonders über die Flügel machten die Kreisstädter in der Folge Druck. Dort spielte die TSG schnörkellos nach vorne: Sascha Eisele erkämpfte sich auf der Außenbahn den Ball, legte auf Kaan Akkaya zurück und bei dessen Hereingabe, auf die Christian Ortag zögerlich reagierte, stand Daniel Seemann am langen Pfosten richtig und überraschte den herausgekommenen Ulm-Torhüter mit einem hoch angesetzten Kopfball zum 2:0 nach einer Viertelstunde.

Wer hätte das gedacht? Nach zuvor sechs Niederlagen aus den ersten sieben Spielen und dem mutlosen Auftritt vor Wochenfrist gegen Gießen (0:1).

Die TSG kämpfte weiter wie wild, sortierte die Ketten nun aber defensiver. Angetrieben von den überragenden Akkaya, Lukas Foelsch und Marc Pettenkofer setzten die Kreisstädter nun auf die Defensive – und auf Konter. Dennoch wurden die Gastgeber, die sich nach einer halben Stunde im Donaustadion Pfiffe der rund 1500 Zuschauer anhören mussten, zielstrebiger.

Bei einem Coban-Kopfball (32.) hatten die Gäste noch Glück, doch dann belohnte sich der Ex-Erstligist für eine ordentliche Schlussviertelstunde; Ardian Morina touchierte das Leder mit dem Kopf und düpierte so TSG-Keeper Marcel Binanzer – das 1:2 zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt (44.).

Nach dem Seitenwechsel: Ulmer Powerplay. Klare Chancen konnten die Kreisstädter aber weitgehend verhindern. Dennoch wurde das Derby aus Balinger Sicht mit jeder Minute mehr zur Zitterpartie. Der eingewechselte David Braig vergab per Kopf die bis dahin beste SSV-Chance (63.).

Die TSG schwamm, weil sie kaum noch Entlastungsangriffe fahren konnte. Die Balinger Beine wurden träge, die Heim-Elf stärker. „Spatzen“-Coach Holger Bachthaler wechselte offensiv, Volkwein wollte die Defensive mit Enrico Huss für Seemann verstärken.

Doppel-Rot in der Schlussphase

Der Wechsel stand schon auf der Anzeigetafel, als Seemann von Ulms Hoffmann umgehauen wurde, der sich dafür glatt Rot abholte (80.). Der Balinger wollte beim Wechsel Zeit schinden, sah an der Seitenlinie dafür Gelb und bevor die Auswechslung vollzogen war, bekam er wohl wegen Meckerns noch die zweite Gelbe – unnötig.

Es blieb dramatisch, in den entscheidenden Szenen hatte die TSG schließlich Glück – Glück, das sie sich gestern Abend schlichtweg auch erarbeiteten. Und mit dem Schlusspfiff erzielte Joker Huss seinen ersten Treffer für die Balinger zum 3:1 (90.+6).

Eine erlösende und vor allem verdiente Wende. Denn mehr Kampf und Einsatz als die TSG am Freitagabend zeigte, geht nicht.

TSG Balingen: Binanzer; Eisele, Konz, Schmitz, Akkaya, Schuon, Foelsch, Pettenkofer (90. Vogler), Scherer (87. Huss), Epstein (90.+3 Dierberger), Seemann.

Tore: 0:1 Sapina (12./Eigentor), 0:2 Seemann (15.), 1:2 Morina (44.), 1:3 Huss (90.+6).

Gelb-Rote Karte: Seemann (80./B.).
Rote Karte: Hoffmann (80./U.).

Schiedsrichter: Philipp Reitermayer (Karlsruhe).
Zuschauer: 1486.

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