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Schömberg

Kein Reggaesound am Stausee: Stadt Schömberg erteilt Festivalmachern eine Absage

15.11.2019

Von Renate Deregowski

Kein Reggaesound am Stausee: Stadt Schömberg erteilt Festivalmachern eine Absage

© Renate Deregowski

Ein ideales Festgelände, das aber an den Auflagen und dem fehlenden Stromanschluss scheitert: die Parkflächen rund um den Stausee

Eine Firma aus Illmensee wollte im August das dreitägige „Keep it real Jam“ beim Stauseeparkplatz durchführen. Die Stadt sieht sich außerstande, in einem halben Jahr die Infrastruktur aus dem Boden zu stampfen, wie der Bürgermeister betonte.

Doch kein Musikfestival auf dem Stauseeparkplatz: Der Schömberger Gemeinderat hat am Mittwoch mit einer Gegenstimme die Anfrage der „Keep it real Entertainment GmbH“ abgelehnt.

Reggae neben der Kirche

Die Firma aus Illmensee hatte bei der Schömberger Stadtverwaltung angeklopft, ob sie im August 2020 das Reggae- und Dancehall-Festival „Keep it real Jam“ und danach dauerhaft im Bereich des Stauseeparkplatzes gegenüber der Wallfahrtskirche veranstalten dürfen.

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Ich sehe nicht, wie die Infrastruktur in einem halben Jahr aus dem Boden stampfen sollen. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger

Komischerweise gibt es überall Festivals, wo der Naturschutz keine so große Rolle spielt, nur in Schömberg ist das anders. Stadtrat Walter Schempp

Dieses sollte drei Tage dauern. Die Veranstalter rechneten mit bis zu 3500 Besuchern.

„Ich sehe nicht, wie wir das in einem halben Jahr aus dem Boden stampfen sollen. Die Infrastruktur ist einfach nicht vorhanden“, sagte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger. Als gravierendsten Punkt führte er den fehlenden Stromanschluss an.

Der Stromanschluss fehlt

Das Überlandwerk Eppler habe keine Möglichkeit den angefragten Strombedarf von neun mal 70 kW und einem weiteren Mal für den Campingplatz bereitzustellen. Auch Alternativflächen könne die Stadt nicht anbieten.

Sprengers Fazit: „Deshalb sehen wir keine andere Möglichkeit, dem Gremium die Ablehnung zu empfehlen.“

Ernüchternde Betrachtung

Im Vorfeld hatte die Verwaltung zudem Stellungnahmen von Fachbehörden und Personen eingeholt. Diese fachliche Betrachtung fiel für die „Herrschaften, die mit viel Herzblut und Engagement dabei sind“, ernüchternd aus, wie Sprenger kommentierte.

Umweltamt hat Bedenken

Das Umweltamt des Zollernalbkreises etwa wies darauf hin, dass das Gewann Palmbühl in einem Landschaftsschutzgebiet liegt und aufgrund der Besucherzahlen und des Campings „erhebliche Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild“ zu erwarten sind.

Auflagen sind Ausbremser

Als genehmigungsfähig sieht das Forstamt die Veranstaltung an, wies jedoch ebenfalls darauf hin, dass Natur und Tiere beeinträchtigt werden könnten. Vor allem sollte sicher gestellt werden, dass die Besucher den angrenzenden Wald „weder als Toilette noch zur Entsorgung von Müll nutzen“.

„Komischerweise gibt es überall Festivals, wo der Naturschutz keine so große Rolle spielt, nur in Schömberg ist das anders“, ärgerte sich Walter Schempp.

Sprenger entgegnete, dass das Gebiet dafür sicher prädestiniert sei, gab jedoch zu bedenken: „An den Auflagen kommen wir nicht vorbei.“

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