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Albstadt

Ideen fürs Ebinger Hufeisen: Händler und Gastronomen wünschen sich einen Kümmerer

26.10.2019

Von Dagmar Stuhrmann

Ideen fürs Ebinger Hufeisen: Händler und Gastronomen wünschen sich einen Kümmerer

© Dagmar Stuhrmann

Ein reger Meinungsaustausch, auch wenn der Teilnehmerkreis überschaubar war: Die Händler und Gewerbetreibenden – nicht nur aus dem Ebinger Hufeisen – haben beim Wokshop am Samstag konstruktive Vorschläge für die Stärkung des Einkaufsstandorts Ebingen gemacht.

Beim zweiten Bürgerworkshop in Sachen Quartiersentwicklung rauchten die Köpfe: Rund 20 Handel- und Gewerbetreibende und Gastronomen brachten sich am Samstag mit ihren Anregungen für die künftige Entwicklung des Hufeisens ein.

Der Plan, die Ebinger Altstadt in einen reinen Bewohnerparkbereich zu verwandeln und Kurzzeitparker aus dem Hufeisen komplett zu verbannen, scheiterte zum Jahresbeginn am Protest des Handels und der Ärzte. Nachdem die Diskussion nicht nachlassen wollte, hieß es zurück auf Null. Der umstrittene Beschluss vom September 2017 wurde im Februar aufgehoben.

Städtebauliches Gesamtkonzept wird erarbeitet

Gleichzeitig stellte OB Konzelmann in Aussicht, dass vor einer Entscheidung über das künftige Parkkonzept fürs Hufeisen zuerst ein städtebauliches Gesamtkonzept erarbeitet werden soll - mit breiter Bürgerbeteiligung.

Erster Workshop richtete sich speziell an Anwohner

Das von der Stadt beauftragte Stuttgarter Architektur- und Stadtplanungsbüro „Lehen drei“ sammelte im Juli bereits bei einem Bürgerworkshop speziell für die Hufeisen-Anwohner Ideen, die ebenso wie die Impulse aus dem zweiten Workshop, der am Samstag stattfand, in zwei Vorentwürfe für die Entwicklung des Hufeisens einfließen, die dann, nach einer erneuten öffentlichen Runde, die Grundlage für einen Gemeinderatsbeschluss bilden sollen. Zum zweiten Workshop hatte die Stadtverwaltung explizit Einzelhandel, Gewerbe und Ärzte eingeladen.

Ideen fürs Ebinger Hufeisen: Händler und Gastronomen wünschen sich einen Kümmerer

© Dagnar Stuhrmann

Matthias Schuster moderierte den Workshop am Samstag.

Laut Matthias Schuster vom Büro „Lehen drei“ wohnen rund 625 Menschen im Hufeisen. Es gibt dort zirka 100 Gewerbetreibende. Rund 20 Einzelhändler und Dienstleister brachten sich am Samstag mit ihren Anregungen in die Zukunftsgestaltung aktiv ein. Zwei Stunden lang wurde, moderiert von Matthias Schuster, lebhaft diskutiert.

Scuster lobt den „sehr kreativen Austausch“

Am Ende zeigte sich Schuster zufrieden mit dem „sehr kreativen Austausch“. Beim Workshop im großen Sitzungssaal des Rathauses ließ er immer wieder anklingen, dass die Aufgabe sein müsse, die unterschiedlichen Sichtweisen in einer ganzheitlichen Lösung münden zu lassen. Eine spannende Aufgabe: „Da ist Musik drin.“

Hufeisen darf nicht isoliert betrachtet werden

Stadtplanungsamtsleiter Gerhard Penck und Stadtplaner Axel Mayer hörten aufmerksam zu. Was sich in der Diskussion herauskristallisierte, war die Überzeugung, dass der Bereich Hufeisen nicht isoliert betrachtet werden könne. Das Hufeisen sei als starker Rücken auch für die Marktstraße wichtig, so Schuster. Ein Gesamtkonzept sei notwendig, das neben der Parkproblematik auch andere Handlungsfelder wie Wohn- und Lebensqualität, Aufenthaltsqualität und Stadtgrün beinhalten müsse.

Zum Teil konträre Meinungen beim Thema Parken

Das Meinungsbild der Händler ist in vielen Punkten einheitlich: Der Standort Innenstadt Ebingen sei „nicht einfach“, hieß es. Das Thema Parken spielt eine große Rolle, allerdings gibt es hier konträre Ansichten. „Das Blech muss raus“, denn Parken sei nicht das zentrale Problem, lautet die Devise für den einen, während andere auf Kurzzeitparkplätze im Hufeisen auch künftig nicht verzichten wollen. Der Handel brauche Parkplätze, die von den Kunden angenommen werden.

Ideen fürs Ebinger Hufeisen: Händler und Gastronomen wünschen sich einen Kümmerer

© Dagamr Stuhrmann

Zusammen mit den Teilnehmern arbeitete Schusters Team Themenschwerpunkte heraus.

Der Parksuchverkehr und „missbräuchliches Parken“ – wenn etwa Autos an Stellen abgestellt werden, wo Parken nicht erlaubt ist – sorgen für Ärger. Aber auch Parkmöglichkeiten für Menschen, die in der Innenstadt arbeiten, müssten geschaffen werden. In diesem Zusammenhang wurde der Wunsch nach einem Parkhaus als Ersatz für die beiden nicht mehr existierenden laut.

Ebingen hat ein Frequenzproblem

Der Einkaufsstandort Ebingen habe ein Frequenzproblem, meinen die Händler. „Wir haben gute Ware und sind top in dem, was wir anbieten“, sagte eine Workshopteilnehmerin, „aber es sind einfach zu wenig Leute in der Stadt“. Handlungsbedarf besteht, die Innenstadt müsse interessanter werden, die Aufenthaltsqualität verbessert, die Verweildauer der Kunden länger werden.

Qualtitätsvolle Wohnangebote fehlen

Aber auch an das Thema Wohnen müsse herangegangen werden. Qualitätsvolle Angebote für diejenigen, die in der Innenstadt leben wollen, müssten geschaffen werden. Wichtig sei es auch, die Kommunikation zu verbessern, meinte ein Teilnehmer. Seiner Einschätzung nach interessierten sich zwei Drittel der Hufeisenbewohner überhaupt nicht für die Quartiersentwicklung.

Ein „Kümmerer“ soll’s richten

Die Händler wünschen sich eine aktive Bodenpolitik der Stadt, eine Stärkung des Standorts, die Pflege des Gebäudebestands, einen „Kümmerer“ fürs Hufeisen,, ein Radwegekonzept, die Umsetzung des Verkehrsleitsystems. Und die Anwesenden waren sich am Samstag einig; der Ebinger Wochenmarkt soll in die Marktstraße umziehen.

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