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Balingen

Grabungen beim Balinger Stadtgarten: Fundamente des Turms und Zwingermauer werden nicht zerstört

28.03.2019

von Lydia Wania-Dreher

Die Archäologen beenden ihre Arbeit auf den Grundstücken neben dem Balinger Stadtgarten und die Funde werden nun wieder zugeschüttet. So kann bald mit dem Neubau begonnen werden.

Entlang des Stadtgartens an der Eyach steht ein Bauzaun. Dahinter wurde seit Monaten gegraben. Die Mitarbeiter des vom Bauherrn auf Vorgabe des Landesdenkmalamts beauftragten Unternehmens ArchaeoBW legten Überreste der früheren Stadtbefestigung frei. Seit gestern sind die Grabungsarbeiten nun abgeschlossen.

Grabungen beim Balinger Stadtgarten: Fundamente des Turms und Zwingermauer werden nicht zerstört

© Lydia Wania-Dreher

Im Vordergrund sieht man das gut erhaltene Fundament des runden Turmes, der früher wie der Wasserturm am Zollernschloss Teil der Balinger Stadtbefestigung war.

Was die Archäologen besonders freut. Ein Großteil ihrer Funde wird erhalten bleiben. Denn die Architektin Katja Staiger plante den angedachten Neubau so um, dass die steinernen Überreste weitgehend nicht zerstört werden müssen. Das heißt aber nicht, dass die Mauern auch in Zukunft zu sehen sind. Sie werden wieder im Erdreich verschwinden und so für die Nachwelt konserviert.

Teile kamen im Herbst bereits zum Vorschein

Zuvor hat das Team von ArchaeoBW die Funde im Bereich der Grundstücke der Straße Auf dem Graben 21 und 23 genau dokumentiert. Wie bereits die Sondierungsgrabungen im Herbst vergangenen Jahres vermuten ließen (wir berichteten), kamen Teile der Zwingermauer sowie die Fundamente eines Eckturms der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung zutage.

Beide wurden wahrscheinlich im 15. Jahrhundert errichtet. Unerwartet war laut Sonja Hettich, Pressereferentin des Regierungspräsidiums Stuttgart, der hervorragende Erhalt der Zwingermauer.

Denn nicht nur deren Fundament, sondern auch das über zwei Meter hohe, ehemals aufgehende – also ursprünglich sichtbares – Mauerwerk lag bisher im Boden verborgen. Dabei handle es sich um einen Teil des Kulturdenkmals Stadtbefestigung Balingen.

 

Dieser Befund sei das wichtigste Grabungsergebnis, so Hettich. Im Verhältnis dazu seien die relativ spärlichen Kleinfunde von geringer Bedeutung.

Die Ausgrabung wurde am Donnerstag vor Ort abgeschlossen, die Aufarbeitung der Dokumentation erfolgt nun im Büro.

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Eine Mauer um die Stadt

Geschichte Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Balingen von einer Stadtmauer umgeben. Sie bildete ein Rechteck zwischen der Terrassenkante an der Eyach im Osten und der Fußlinie des Heubergs (Wilhelmstraße) im Westen. An den Ecken stand jeweils ein runder Turm. Heute ist jedoch nur noch ein einziger erhalten: der Wasserturm neben dem Zollernschloss. An einigen Stellen in Balingen kann man noch heute Teile der Stadt- und der Zwingermauer sehen. Das jetzige, streng regelmäßige Straßengitternetz entstand beim Wiederaufbau der Stadt nach dem Brand von 1809.

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