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Stetten a.k.M

Die Bundeswehr in Stetten a.k.M. hat ein neues Ausbildungsgelände

18.06.2019

Von Gerhard Feuerstein

Die Bundeswehr in Stetten a.k.M. hat ein neues Ausbildungsgelände

© Gerd Feuerstein

Bei der symbolischen Schlüsselübergabe (von links): Oberst Jochen Gumprich, sein Vorgänger Carsten Drümmer, Andreas Lenz, Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums (BwDLZ), Dieter Keller vom Staatllichen Hochbauamt, Bernhard Gabler (BwDLZ) und Sven Altmann vom Staatlichen Hochbauamt.

Das sogenannte „Drümmelfeld“ wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde offiziell an seine Nutzer übergeben.

Seinen Namen hat das neue Übungsgelände Oberst a. D. Carsten Drümmer zu verdanken, dem früheren Standortältesten und Leiter des „Ausbildungsstützpunktes Kampfmittelabwehr“, das im Volksmund besser als „Zentrum für Kampfmittelbeseitigung“ bekannt ist. Drümmer war es, der mit seinem Stab die Initiative ergriff, um künftigen Lehrgangsteilnehmern optimale Trainingsbedingungen auf einen möglichen Einsatz zu ermöglichen.

Verschiedene Möglichkeiten

Dass diese auf dem neu errichteten Übungsgelände nun gegeben sind, konnten Hauptmann Rico Trenkner und sein Team bei der offiziellen Inbetriebnahme eindringlich vor Augen führen.

Anhand einiger Einsatzszenarien zeigten sie auf, wie in der neuen Übungsanlage, in urbanem Umfeld, der Umgang mit den technischen Geräten und der Ausrüstung der Kampfmittelbeseitiger trainiert werden kann: „Vom Erklären über erste Schritte bis hin zur taktischen Lage bei Stabilisierungs- und Einsatzoperationen können wir unsere Trainingsteilnehmer hier schulen“, erläuterte Rico Trenkner, wobei das Gelände auch für Lagen der Landes- und Bündnisverteidigung genutzt werden könne.

Waffenverstecke und Gehöfte

Dafür sind auf dem „Drümmelfeld“ jetzt verschiedene Gebäude, Waffenverstecke, Holzstapel, Gehöfte und Strommasten, aber auch Brunnen und viele Mauernischen oder Türöffnungen, an denen der Beschuss zur risikolosen Öffnung trainiert werden kann. „Die Kunst der Kampfmittelbeseitigung besteht darin, mögliche Kampf- oder Sprengmittel so auszuradieren, dass weder Personal noch Anwohner verletzt oder Gebäude und Umgebung möglichst nicht beschädigt werden“, erläuterte der Hauptmann.

Dazu stehen den Spezialisten verschiedene unbemannte Roboter – sogenannte Manipulatoren – zur Verfügung, deren Einsatzspektrum in einigen Gebäuden vorgeführt wurde. So wurde mit dem kleineren „PackBot“ bei einer „Treppenfahrt“ demonstriert, wie beispielsweise ein Gebäude aus sicherer Distanz auch im oberen Geschoss zunächst ausgespäht und inspiziert werden kann, bevor sich Personen in das Gebäude begeben.

Roboter hat sich bewährt

Interessant war es zu beobachten, wie mit dem bewährten Kampfmittelbeseitigungsroboter „tEODor“ – den Einsatzkräfte wegen seiner Zuverlässigkeit und seinem besonders kräftigen Arm weltweit zu schätzen wissen – eine große Kiste, in der ein Sprengsatz vermutet war, aus einem der Gebäude geholt wurde. Und wie man eine solche Kiste beispielsweise mit einem „Wasserschuss“ öffnen und neutralisieren kann, wurde ebenso demonstriert, wie mit Hilfe von Umlenkrollen gefährliche Gegenstände aus Gebäuden oder Plätzen gezogen werden können.

Ein weiterer Meilenstein

Bereits davor hatte der amtierende Standortälteste und Leiter des „Ausbildungsstützpunktes Kampfmittelabwehr“, Oberst Jochem Gumprich, die Gäste begrüßt und seine Freude zum Ausdruck gebracht, dass das neue Gelände nach Jahren der Planung und Realisierung nun zum Training und Ausbildung zur Verfügung stehe. Für das Staatliche Hochbauamt Stuttgart hatte der Leiter der Stettener Außenstelle, Dieter Keller, den symbolischen Schlüssel an den Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums, Andreas Lenz, übergeben, der diesen umgehend an Oberst Jochen Gumprich weiter reichte. Dabei wurde betont, dass die Anlage „Drümmerfeld“ für den Ausbildungsstandort Stetten a.k.M. „einen weiteren Meilenstein“ darstelle, der „in Deutschland einmalig ist“.

50 Obstbäume gepflanzt

Die neue Ausbildungsanlage umfasst insgesamt sechs ummauerte Höfe mit ein- bis zweigeschossigen Gebäuden aus Stahlbeton. Weitere Bestandteile der Übungsanlage sind Brunnen und Erdwälle zur Simulation eines Hinterhalts sowie verschiedene Durchlassbauwerke unter den bestehenden Straßen. Als Ausgleichsmaßnahme für die Belange des Naturschutzes wurden im Zuge der Baumaßnahme 50 Obstbäume auf dem Standortübungsplatz gepflanzt.

Kosten: rund 800.000 Euro

Der Planungsauftrag ging im Juli 2015 an das Staatliche Hochbauamt, von wo die Maßnahme dann in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Heribert Pfaus und Partner geplant wurde. Nach Genehmigung wurde im November 2017 mit dem Bau begonnen, bei dem vorwiegend regionale Firmen zum Zuge kamen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 800.000 Euro.

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