27.02.2019

Leserbrief

Ich habe schon immer gegen einen „Plattenberg“ gekämpft

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Leserbrief von Gerhard Rohrbach: „Blick auf Berge bleibt erhalten“, vom 21. Februar. Norbert Majer wird dort direkt angesprochen.
Es ist einfach atsache, dass seit Holcim im Zementwerk das Sagen hat, der Plettenberg- und Schieferabbau gewaltig zugenommen hat und verändert wurde. Dadurch hat sich die Luftverschmutzung verdoppelt, bei der Schieferabbau/Schwefeldioxidluftbelastung um ein vielfaches erhöht. Der Schieferabbrand wird zum größten Teil in die Schweizer Zementwerke gefahren zur dortigen wesentlichen Einsparung von Landschaftsverbrauch, Energieeinsparung und geringeren Luftverschmutzung.
Die Gewerbesteuer aus Gewinnen in Dotternhausen kommt nicht mehr in die Kasse der Gemeinde, sondern wegen Gewinnabführungsverträgen in andere Kanäle. Sie sprechen an, dass mir die wesentlich höheren Kalksteinabbaupacht nicht entgangen sein sollte. Ohne die Forderungen der NUZ auf eine vierfache Erhöhung wäre eine solche nicht zu Stande gekommen. Seit 2005 hätten hier gewaltige Erhöhungen schon wegen des Ausfalles der Gewerbesteuer im Gegensatz zu Zeiten Rohrbach-Zement erfolgen müssen. Die Verwirrspiele der Gemeinde und Holcims haben bei der Haushaltsplanberatung für 2019 einen neuen Höhepunkt erreicht. BM Adrian verkündete 2018 stolz, der Kalksteinabbau bringe eine Million. Vor wenigen Tagen mussten wir erfahren, dass es vielleicht 2019 gerade mal 500 000 Euro sein könnten.
An welche Bedingungen die Zahlungen von Holcim geknüpft sind, wird der Öffentlichkeit vorenthalten. Der Steuerzahler hat ein Recht darauf zu erfahren, was Holcim tatsächlich an Gewerbesteuer und Pachtgebühren zahlt. Wenn Holcim tatsächlich etwas zahlt, braucht sich der Betrieb nicht zu verstecken.
Wenn Sie im Zusammenhang der Abfallverbrennung Ressourcenschonung und ein öffentliches Interesse sehen, dann muss ich Ihnen, wie schon zur Zeit unserer gemeinsamen, durchaus sehr guten Zusammenarbeit, entgegnen: Zementwerke sind nach wie vor nicht für Abfallverbrennungen konzipiert und schon gar nicht für giftigen Sondermüll. Dann müssen, wie wir dies schon fast 40 Jahre angesprochen hatten, auch entsprechende Filteranlagen vorhanden sein. Im Gegensatz zu damals sind heute solche Filter vorhanden. Wenn Sie versichern, dass schon zu ihrer Zeit ein Blick auf die „Balinger Berge“ unbeeinträchtigt gewesen sei und sich dies wissentlich nicht ändere, frage ich schon, ob Sie den Schwenk von Holcim und den Wortlaut der Genehmigung von 1977/82 noch kennen. Damals waren die naturschutzrechtlichen Anforderungen noch lange nicht so streng wie heute. Ich habe schon zu Ihrer Zeit gegen einen „Plattenberg“ gekämpft. Tun Sie dies auch in der Holcim-Konzernzentrale .
Norbert Majer
Schulstraße 22,
Dotternhausen

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