Oberes Schlichemtal, 27.02.2019

Naturschützer sind gegen Plettenberg- Süderweiterung

In einer Stellungnahme an das Landratsamt werden unter anderem Beurteilungsgrundlagen kritisiert.

 

Die Natur- und Umweltschutzverbände im Zollernalbkreis sprechen sich gegen das Vorhaben der Firma Holcim aus, den Gesteinsabbau am Plettenberg nach Süden erweitern zu wollen.

In der Stellungnahme an die zuständige Immissionsschutzbehörde beim Landratsamt sind es neben grundsätzlichen Erwägungen auch die Planungsunterlagen, die die Kritik der Naturschützer auslösen. So werden zum Beispiel die Irritationen um die korrekte Bezeichnung von Abbau- und Rekultivierungsflächen heftig angegangen, heißt es in einer Mitteilung.

In die Beurteilung der Erheblichkeit des Eingriffs würden nur die bisher öffentlich zugegebenen 8,78 Hektar Erweiterungsfläche einbezogen. Ebenso deutlich werden die Beurteilungsgrundlagen kritisiert. Die wesentlichen Erhebungen des Arteninventars stammen aus dem Jahr 2010 – seien also veraltet.

Es seien zwar Nachuntersuchungen genannt, doch eine stichprobenartige Überprüfung habe schwere Mängel ergeben. Extra hierfür hat das Naturschutzbüro die Vogelbeobachtungen des örtlichen Vogelkundlers Paul Dannecker aus dem Jahr 2018 ausgewertet. Und diese Untersuchungen zeigten teilweise ein ganz anderes Bild als des Holcim-Gutachterbüro .

Auch die Auswirkungsprognosen von Eingriffen auf einzelne Arten seien kritikwürdig. Ein Beispiel sei die fachlich falsche Bewertung des Vorkommens der Heidelerche. Vor Jahren wurde ein Projekt zur Ertüchtigung der ehemaligen Heidelerchen-Lebensräume bei Onstmettingen initiiert – ohne Erfolg. Jetzt solle die völlig kostenlos erfolgte Wiederansiedlung der Art auf dem Plettenberg durch den Abbau vernichtet werden.

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Plettenbergabbau.

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