Souveräne Schwaben sorgen für Gänsehaut: die Fotos vom HBW-Sieg
Foto: Moschkon

Balingen, 17.02.2019

Souveräne Schwaben sorgen für Gänsehaut: die Fotos vom HBW-Sieg

Emotionaler Abend in der SparkassenArena. Die HBW-Fans empfingen den verletzten Kapitän Martin Strobel mit tosendem Applaus. Sein Team demontierte Verfolger ASV Hamm-Westfalen mit 30:22 und wurde mit stehenden Ovationen gefeiert.

von Marcus Arndt  

Nach der WM-Pause gelang den „Galliern von der Alb“ der zweite Sieg im zweiten Spiel. Mit dem saisonübergreifend 19. Heimerfolg in Serie baute der HBW die Tabellenführung aus, liegt nun vier Punkte vor dem HSC Coburg.

Erst am Donnerstag hatten die Schwaben die Verpflichtung von Juan de la Pena perfekt gemacht. Bereits am Samstag stand er dann gegen Hamm-Westfalen mit auf der Platte und legte ein gelungenes Debüt hin.
Erst am Donnerstag hatten die Schwaben die Verpflichtung von Juan de la Pena perfekt gemacht. Bereits am Samstag stand er dann gegen Hamm-Westfalen mit auf der Platte und legte ein gelungenes Debüt hin. Foto: Moschkon

„Es war ein verdienter Balinger Sieg, da braucht man gar nicht darüber reden. Wir haben unterm Strich keine Chance gehabt“, gestand ASV-Trainer Kay Rothenpieler ein und fügte hinzu: „Wir wollten schon mehr dagegenhalten, haben das aber nicht geschafft. Da muss man dem HBW echt ein Kompliment machen. Man hat gemerkt, dass da jeder wollte, da war eine Entschlossenheit, eine Überzeugung ...“ Und ein ganz cleverer Coach.

Gegen wuchtige Westfalen setzte Jens Bürkle auf Defensivqualitäten, startete mit den abwehrstarken René Zobel, Lukas Saueressig und Jona Schoch im Rückraum. Das Trio ließ defensiv wenig zu und spielte im Angriff einen schnellen Ball. Hamm fand hingegen keine Mittel, lag bereits nach drei Minuten mit 0:3 zurück.

Auf der Gegenseite rührte die Balinger Defensivabteilung Beton an – und früh bat Rothenpieler zur Extrabesprechung an die Seitenlinie (4. Minute). Die Auszeit verpuffte. Die Rot-Weißen zogen die nächste Fahrkarte – und die „Gallier von der Alb“ weiter davon: auf 5:0 (5.). Den Fünf-Tore-Vorteil konservierte der Spitzenreiter vorerst, welcher weiter unglaublich stark verteidigte.

Überragend: Keeper Tomas Mrkva (Fangquote: 50 Prozent). Allein in den ersten zehn Minuten parierte der Tscheche fünf von acht Würfen der Gäste. In der Folge griffen die Westfalen effektiver an, kamen aus der Distanz zum Erfolg. Auf der Gegenseite ließ der Primus nun einige gute Möglichkeiten liegen – wirklich kritisch wurde es allerdings nicht.

Im Gegenteil: Fünf Minuten vor der Pause lagen die Kreisstädter mit 16:8 vorne. „Das war absolut so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir wussten, dass Hamm Qualität hat. Aber wenn wir das spielen, was wir können, wird es für jedes Team schwer“, betonte der vierfache Balinger Torschütze Marcel Niemeyer und Bürkle ergänzte: „Wir haben das Spiel sehr klar beherrscht – auch wenn es nach dem Seitenwechsel mal kurz ein bisschen ins Stocken gerät.“

In Durchgang zwei erwischte der ASV den besseren Start. Beim HBW fehlten in dieser Phase Präzision und Tempo. Anders Hamm, das nun mehr investierte und nach einem 3:0-Lauf wieder in Schlagdistanz kam (17:13/33.).

Wichtig, dass Gregor Thomann per Siebenmeter und Lukas Saueressig trafen. Zobel baute den Vorsprung weiter aus, zog aus neun Metern die Kugel um den Block herum: zum 20:13 (37.). Der HBW nahm nun richtig Fahrt auf, zerlegt die Westfalen in ihre Einzelteile.

Rothenpieler zückte abermals die grüne Karte. Ohne Erfolg. Der top besetzte Rückraum der Westfalen blieb en gros blass – und auch die ASV-Verteidigung bekam keinen Zugriff.

Acht Minuten vor dem Ende machte es der ehemalige Erstligist schließlich zweistellig: Schoch traf aus zehn Metern zum 27:17. Bürkle ließ in den Schlussminuten kräftig auf der Platte rotieren, brachte nach mehrmonatiger Verletzungspause Benjamin Meschke.

„Es war ein toller Empfang, da hast du natürlich Gänsehaut“, sagte der Kreisläufer nach einem emotionalen Samstagabend in der SparkassenArena, „das ist in der Reha ein richtiger Erfolgsmoment.“

Am Ende setzte sich der HBW ungefährdet mit 30:22 durch und hat nach der Coburger 21:29-Pleite in Lingen nun vier Zähler Vorsprung auf die Vestestädter.

Der Balinger Kommandogeber blendet das Tableau dennoch weiter aus. „Zu arbeiten gibt’s immer was“, erklärte er und räumte ein: „Ich bin ja ein bisschen ein Bruddler in vielen Dingen, aber heute war ich schon wirklich sehr zufrieden.“ Seine Mannschaft habe das super gemacht, so der Sportwissenschaftler weiter, „jeder Spieler hat viel Power in die Begegnung reingebracht.“

Der erste HBW-Einsatz in der SparkassenArena endete für Vladimir Bozic mit einem Sieg gegen Hamm-Westfalen. Der neue Keeper stand in der Schlussphase zwischen den Pfosten.
Der erste HBW-Einsatz in der SparkassenArena endete für Vladimir Bozic mit einem Sieg gegen Hamm-Westfalen. Der neue Keeper stand in der Schlussphase zwischen den Pfosten. Foto: Moschkon

HBW Balingen-Weilstetten – ASV Hamm-Westfalen: Teams & Tore

HBW Balingen-Weilstetten: Mrkva (1. – 49., 16 Gegentore/16 Paraden), Bozic (ab 49. und bei zwei Siebenmetern, 6/2); G. Thomann (8/7), Schoch (6), Niemeyer (4), Gretarsson (4/3), Zobel (3), L. Saueressig (2), Flohr (1), Nothdurft (1), de la Pena (1), Kirveliavicius, Hausmann, Meschke, Oliveira.

ASV Hamm-Westfalen: Krechel (1. – 9. und bei zwei Siebenmetern, 9 Gegentore/0 Paraden), Storbeck (ab 9., 21/10); Südmeier (4), Sohmann (4/4), Lex (2), von Boenigk (2), Papadopoulos (2), Blohme (2), Huesmann (2/2), Milde (1), Raguse (1), Brosch (1), Schwabe (1), Fuchs, Gudat.

Schiedsrichter: Julian Köppl/Denis Regner (Darm-stadt/Nieder-Olm).

Zuschauer: 2260.

Spielfilm: 4:0 (4.), 7:1, 9:3, 10:5 (15.), 12:6, 14:8, 16:8 (25.), 17:10 – 17:12 (31.), 20:13, 22:13, 24:15 (42.), 25:17, 27:17, 28:20 (56.), 30:22.

Siebenmeter: 12/10:7/6 (Gretarsson und G. Thomann scheitern an Storbeck/9. und 48.– Huesmann wirft an die Latte/34.).

Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Flohr, Schoch – Fuchs/2, Lex, von Boenigk).

Nächstes Spiel: HBW – HC Elbflorenz Dresden (23. Februar, 19 Uhr, SparkassenArena).ar

 

Mrkva überzeugt mit starker Quote

Balingen. Acht Tore trug Gregor Thomann am Samstagabend zum 30:22-Erfolg des Zweitliga-Spitzenreiters HBW Balingen-Weilstetten gegen den ASV Hamm-Westfalen bei – sieben fielen dabei vom Siebenmeterpunkt. Das war am 22. Spieltag Ligabestwert – zusammen mit Christian Hoße von den Rhein Vikings. Auf der Torhüterposition sorgte einmal mehr HBW-Keeper Tomas Mrkva für Aufsehen, der 50 Prozent aller Würfe auf sein Tor abwehrte.

Mehr zum Schlagwort

HBW.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter