„Lias“ schickt jede Menge Daten an die Wissenschaft

Donautal, 02.02.2019

Luchs Lias schickt jede Menge Daten an die Wissenschaft

Im Oberen Donautal ist seit dieser Woche wieder ein Luchs mit einem Sender unterwegs.

 

In der Nacht zum Mittwoch sei es einem Team der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg zusammen mit Jägern gelungen, einen Luchs zu fangen und mit einem Halsbandsender auszustatten, informiert Landwirtschaftsminister Peter Hauk.

Ein Luchs streift im Oberen Donautal durch die Natur, aufgenommen von einer Fotofalle.
Ein Luchs streift im Oberen Donautal durch die Natur, aufgenommen von einer Fotofalle. Foto: Armin Hafner

Wenn die Technik zuverlässig arbeitet, lassen sich damit voraussichtlich zwei Jahre die Wanderungen und die Beuteauswahl der Raubkatze verfolgen. Falls sich das Tier auf der Suche nach Luchsinnen wieder in die Schweiz zurückbewegt, erhoffen sich die Forscher auch Erkenntnisse über die noch verbleibenden Wanderkorridore zwischen Deutschland und der Schweiz.

Das Luchsmännchen mit dem wissenschaftlichen Namen B600 wurde im Januar 2018 erstmals im Oberen Donautal von einer Fotofalle erfasst. Durch den Abgleich des Fleckenmusters mit Bildern aus der Schweiz konnte schon damals genau rekonstruiert werden, dass B600 aus dem südwestlichen Schweizer Jura bis nach Baden-Württemberg gewandert war.

„Junge männliche Luchse legen auf der Suche nach geeigneten Lebensräumen große Distanzen zurück, aber diese Entfernung ist auch für einen Luchs bemerkenswert“, erklärt der Minister. Im Vergleich zu Männchen seien die weiblichen Luchse sehr viel zurückhaltender in der Überwindung von Barrieren oder ungeeigneten Habitaten.

Wie attraktiv gerade das Obere Donautal für Luchse ist, zeigt auch seit einem Jahr B600. Er ist das fünfte Luchsmännchen, das seit 2005 in dieser Region nachgewiesen werden konnte. Der Landesjagdverband Baden-Württemberg übernahm für diesen zugewanderten Luchs die Patenschaft und taufte ihn auf den Namen Lias.

Laut Revierförster Klaus Schilling wurde zwischenzeitlich auch der Nachweis erbracht, dass für das Tierdrama auf Schloss Werenwag ein Luchs verantwortlich war. Ende November vergangenen Jahres fand er dort vier gerissene Damhirsche vor.

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