Studierende decken Sicherheitslücken auf

Albstadt/Sigmaringen, 10.01.2019

Studierende decken Sicherheitslücken auf

Im Präsentationssystem eines österreichischen Herstellers hatten die Teilnehmer eines Projektes an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen Fehler offenbart.

 

Eine Studierendengruppe des Bachelorstudiengangs IT-Security an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat in einem Präsentationssystem eines österreichischen Herstellers teils erhebliche Sicherheitslücken aufgedeckt.

Sicherheitslücken: Die Studierenden Leon Albers (rechts) und Sebastian Buckel (links) haben zusammen mit fünf weiteren Kommilitonen Sicherheitslücken in einem Präsentationssystem gefunden. Betreut wurde das Hochschulprojekt von Professor Holger Morgenstern (Mitte) und Tobias Scheible.
Sicherheitslücken: Die Studierenden Leon Albers (rechts) und Sebastian Buckel (links) haben zusammen mit fünf weiteren Kommilitonen Sicherheitslücken in einem Präsentationssystem gefunden. Betreut wurde das Hochschulprojekt von Professor Holger Morgenstern (Mitte) und Tobias Scheible. Foto: Hochschule Albstadt-Sigmaringen

Das Hochschulprojekt unter der Leitung von Professor Holger Morgenstern und Tobias Scheible wurde in Zusammenarbeit mit der Tübinger Firma Syss umgesetzt, die als Dienstleisterin im Bereich der IT-Security individuell und herstellerneutral Penetrationstests im In- und Ausland durchführt und den Studierenden das entsprechende Gerät zur Verfügung stellte.

Bei einem Penetrationstest wird die Perspektive eines Hackers eingenommen, um von außen angreifbare Stellen im System zu identifizieren. Das erklärt Leon Albers, Mitglied der siebenköpfigen Studierendengruppe.

Realer Angriff

Hat das Gerät verwundbare Komponenten? Diese Kernfrage trieb die Studierenden an. „Dann ging es schließlich darum, einen realen Angriff durchzuführen und die Kontrolle über das Gerät zu übernehmen“, sagt der Studierende Sebastian Buckel. „Und das ist uns dann auch gelungen.“

Die Studierenden gaukelten dem Gerät unter anderem ein manipuliertes Update vor, das dieses dann auch prompt übernahm. „Dadurch hatten wir Vollzugriff“, sagt Sebastian Buckel. Durch weitere Schwachstellen wurde es den Studierenden ermöglicht, Zugriff auf Netzwerklaufwerke und sensible Daten wie interne Passwörter zu erlangen.

„Wir konnten Informationen mitlesen und manipulieren.“ Die aus solchen Sicherheitslecks resultierende Bedrohung ist dabei durchaus real: „So ein Präsentationssystem wird von Unternehmen häufig in professionellen Kontexten genutzt“, sagt Leon Albers. „Sich dazu einen Zugang zu verschaffen, kann dann schon in Richtung Industriespionage gehen.“

Neben den fast alltäglichen Funden von veralteten Softwarekomponenten und unsicheren Standardkonfigurationen seien auch unbekannte und selbst in der aktuellsten Version des Herstellers noch enthaltene kritische Schwachstellen gefunden worden, sagt Holger Morgenstern.

Aus Sicherheitsgründen informierten die Studierenden daher auch zunächst den Hersteller. Dieser sollte die Gelegenheit bekommen, die Sicherheitslücken zu schließen. „Man hat dort aufgeschlossen auf unseren Bericht reagiert“, sagt Leon Albers. „Die Firma will die Probleme beheben.“

Schwachstellen zu finden, die die Hersteller eigentlich vermeiden wollten: Auf Leon Albers, Sebastian Buckel und ihre Kommilitonen im Studiengang IT Security übt das einen großen Reiz aus – da wurde auch mal die ein oder andere Nachtschicht eingelegt. Beide sind sogar eigens für dieses Fach an die Hochschule Albstadt-Sigmaringen gekommen: Sebastian Buckel stammt aus dem Kreis Ravensburg, Leon Albers kommt aus Nordrhein-Westfalen.

Hoher Praxisbezug

Da die IT-Security ein sehr praktisches Anwendungsfeld darstellt, legt der Studiengang großen Wert auf einen hohen Praxisbezug. Bereits im ersten Semester lernen die Studenten, eigenständig mit Methoden und Werkzeugen aus dem Bereich der offensiven Security (Hacking) umzugehen. Praxisunterricht ist auch im weiteren Studienverlauf von großer Bedeutung.

Veranstaltungen wie Cyber Security, Netzwerk- und Systemsicherheit sowie Offensive Sicherheit werden stets von umfangreichen Praktikums- und Lab-Übungen begleitet. Fortgeschrittene Themen wie die Digitale Forensik, Kryptografie oder Reverse Engineering haben ebenso einen hohen Stellenwert im Studienverlauf des Bachelorstudiengangs IT Security.

Weitere Informationen und der Bericht der Sicherheitsanalyse werden im Internet bereitgestellt cyber-security-center.de.

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