Aufsteiger revanchiert sich bei den Spatzen
Foto: Moschkon

Balingen, 01.12.2018

TSG Balingen revanchiert sich bei den Spatzen

Nachdem der SSV Ulm das Hinspiel gewann, drehte die TSG vor heimischer Kulisse den Spieß um. Überraschend bezwang der Aufsteiger den Tabellenvierten aus der Donaustadt mit 2:0 (1:0). Mit Fotostrecke.

Ein Slapstick-Tor hat der TSG Balingen am Freitag den Weg zu einem unerwarteten 2:0-Heimsieg gegen den Tabellenvierten SSV Ulm beschert. Patrick Lauble und Stefan Vogler sorgten für die beiden Treffer des Aufsteigers.

TSG-Spieler Stefan Vogler (Nummer 11) avancierte zusammen mit Patrick Lauble zum Matchwinner im Derby gegen Ulm. Mit 2:0 gewann Balingen gegen den Tabellenvierten.
TSG-Spieler Stefan Vogler (Nummer 11) avancierte zusammen mit Patrick Lauble zum Matchwinner im Derby gegen Ulm. Mit 2:0 gewann Balingen gegen den Tabellenvierten. Foto: Moschkon

Schon in der ersten Halbzeit spielte in der Bizerba-Arena nur einer: der Außenseiter. Die Balinger Taktik, die Ulmer hoch anzulaufen, fruchtete in der Anfangsphase. Das Pressing verunsicherte die Spatzen, die sich zunächst zahlreiche Ballverluste leisteten oder uninspiriertes Langholz schlugen – und die TSG so zum Kontern einluden.

Spätestens als Marc Pettenkofer in der 19. Minute aus zehn Metern über das leere Tor schoss, hätte die TSG führen müssen. Direkt zuvor hatte Stefan Vogler seinem Gegenspieler im Strafraum überraschend den Ball abgeluchst, war dann jedoch an Ulms Keeper David Hundertmark gescheitert, ehe Vogler den zweiten Ball auf Pettenkofer querlegte.

Schon davor hatte die TSG zwei gute Möglichkeiten: Matthias Schmitz’ Kopfball nach Schuon-Ecke wurde von einem Ulmer am Pfosten geklärt (2. Minute).

In der elften Minute fand Vogler im Strafraum aus spitzem Winkel in Hundertmark seinen Meister, dann steckte Sascha Eisele an der Grundlinie auf Pettenkofer durch, dessen Schuss aus elf Metern vom SSV-Torwart mit den Fingerspitzen über den Kasten gelenkt wurde (18.).

Ein Beleg für das Übergewicht der Gastgeber: fünf Eckbälle in den ersten 20 Minuten. Ulms bis dahin beste Chance, ein Pfund von Lennart Stoll, faustete TSG-Schlussmann Julian Hauser ins Toraus (27.).

Die Balinger Führung war kurios: Zunächst versprang Ulms Torwart der Ball bei einem Rückpass. Nun mischte sich Florian Krebs ein. Die beiden Ulmer brachten Vogler im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Pascal Müller hatte die Pfeife schon im Mund, ehe das Leder im Getümmel frei wurde. Lauble musste den Ball nur noch ins leere Tor schieben – zum verdienten 1:0 (32.).

Dusel hatte Balingen direkt nach Wiederanpfiff, als Vinko Sapina an der Strafraumgrenze Hauser zu einem starken Reflex zwang und Balingens Schmitz den Ball am langen Pfosten klären konnte (46.). Nun machten die Gäste Druck, die Kreisstädter konnten dem Ulmer Powerplay aber standhalten – auch, weil Ulm im Abschluss harmlos blieben.

Nach gut einer Stunde verlor das Württemberg-Derby an Fahrt. Das kam der Volkwein-Elf zugute, die nun Zeit hatte, tief gestaffelt stand und es mit Kontern versuchte. Auch die Gegenstöße indes, sie waren nicht zielstrebig genug. Nach einem gefährlichen Campagna-Freistoß köpfte nun David Braig an den Pfosten des TSG-Tores – doch ein „Spatz“ hatte im Abseits gestanden (66.). Ardian Morina verlängerte eine Flanke per Kopf aufs Balingen-Tor – drüber (72.).

Nach wie vor überließen die Kreisstädter den Ulmern das Leder. Diese jedoch verstrickten sich in Zweikämpfe, aus denen die Balinger eher Motivation zogen. Einmal musste die TSG noch zittern: bei einem Morina-Kopfball, den Hauser per Hechtsprung klärte (81.). Dann holte Hundertmark Torschütze Lauble im Strafraum von den Beinen, den „Elfer“ netzte Vogler zum 2:0 (86.) ein.

TSG Balingen: Hauser; Eisele, Schmitz, Fecker, Adrian Müller (24. Akkaya), Pettenkofer, Schuon, Gil, Seemann (84. Kurth), Lauble, Vogler (89. Guarino).

Tore: 1:0 Lauble (32.), 2:0 Vogler (86./Elfmeter).

Gelb-rote Karte: Akkaya (87/B.).

Schiedsrichter: Pascal Müller (Löchgau).

Zuschauer: 2200.

 

Volkwein geht bewusst Risiko ein

Die Überschrift zum überraschenden 2:0-Heimsieg der TSG Balingen am Freitagabend gegen den SSV Ulm lieferte Balingens Trainer selbst. „Mentalität schlägt Qualität“, sagte Ralf Volkwein nach dem verdienten „Dreier“ im vorletzten Regionalliga-Spiel des Jahres.

Der brachte den Kreisstädtern den neunten Platz ein. Den könnte ihnen an diesem Wochenende lediglich der FK Pirmasens streitig machen. „Wir wollten die Ulmer hoch anlaufen und mutig in Eins-zu-Eins-Situationen verstricken, auch wenn dadurch Räume offen blieben. Dieses Risiko wollten wir bewusst eingehen“, erklärte Volkwein.

Und der Plan ging auf, was Holger Bachthaler gehörig nervte. Der SSV-Coach sprach von einem „unangenehmen Abend.“ Und weiter: „Wir wussten, was auf uns in Balingen wartet: ein heimstarker, kampfstarker Gegner.“

Entsprechend habe es ihn „gestört“, wie die Ulmer zu Beginn auftraten. „In solchen Spielen muss man die Zweikämpfe gewinnen, wir aber haben anfangs keine Präsenz gezeigt“, so Bachthaler. „In der zweiten Halbzeit haben wir alles versucht, aber hatten kein Glück. Doch dieses hatten wir uns heute auch nicht verdient.“

Zu den beiden Gegentoren, an denen Ulms Torwart David Hundertmark jeweils mitverantwortlich war, meinte Bachthaler: „Das waren Geschenke. Solche Tore dürfen auf diesem Niveau einfach nicht fallen.“

Mannheim spielt remis

Der Primus gibt gegen Hoffenheim 2 die Führung aus der Hand.

Balingen. Neben der TSG Balingen und dem SSV Ulm waren noch vier weitere Regionalliga-Teams schon am Freitagabend im Einsatz. Die SV Elversberg setzte sich ebenso wie die TSG mit 2:0 gegen den VfR Wormatia Worms durch. Manuel Feil und Jean Romaric Koffi erzielten die Treffer für die Saarländer. Deutlich mehr Tore gab es dagegen in Mannheim. Sechs Treffer fielen in der Partie des Tabellenführers SV Waldhof Mannheim gegen die U 23 der TSG Hoffenheim. Die Mannheimer führten zunächst mit 2:0, kamen aber am Ende auf eigenem Rasen nicht über ein 3:3 hinaus. awt

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