06.06.2018

Leserbrief

Holcim-Argumentation grenzt an Bürgerverdummung

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Süderweiterung des Plettenbergs und Schadstoffdebatte
Für den 15. Juni hat die Firma Holcim die Bürger zum Dialog eingeladen. Nach der vorliegenden Themenübersicht im Amtsblatt kann man davon ausgehen, dass der Dialog mit den Bürgern eine Rechtfertigungsveranstaltung für die Lobbyarbeit der Zementindustrie werden soll. Die Themen sollen unter anderem sein: Bau einer neuen Seilbahn; Müllverbrennung und Schadstoff-Filtertechnik.
Ein Unternehmen wie Holcim plant seine Investitionen bekannterweise langfristig. Die neue Seilbahn ist ein solches Projekt. Es wäre nicht gut, wenn Holcim in Eigennutz mit allen Kommunalverantwortlichen wie Landrat Pauli, Bürgermeisterin Adrian, sowie dem Regionalverband in vertraulichen Gesprächen, den gesamten stufenweisen Plettenbergabbau, über die bekannten 8,6 Hektar hinausgehend, bereits geregelt hätte. Dies entgegen dem Bürgerentscheid von Dotternhausen vom Februar 2017.
Diese Arbeitsweise hätte mit Demokratie nichts zu tun. Die Argumentation seitens Holcim und den verantwortlichen Politikern zu den Themen Filtertechnik und Luftschadstoffe grenzt an Bürgerverdummung.
Die Verantwortung der Politiker, die Gesundheit der Bürger gemäß Grundgesetz zu schützen, steht im krassen Widerspruch zu den toleranten technischen Vorgaben des Gesetzgebers an die Industrie. Solange dieser Verstoß der Politiker gegen das Grundgesetz ungeahndet bleibt, wird sich die Industrie nicht umstellen, und die Schadstoffsituation bleibt unverändert.
Selbst mit Hilfe der Gerichte wird es unter diesen politischen Verhältnissen für die Bürger sehr schwierig sein, Forderungen nach besserer Luft und mehr Naturschutz durchzusetzen. Es sei denn, bei den verantwortlichen Politikern setzt ein Umdenken ein. Entschlossenes gemeinsames Vorgehen der Bürger könnte eine Änderung bewirken.
Helmut Gimbel
Schafbergweg 1
Dotternhausen

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