02.06.2018

Leserbrief

Lobbyarbeit im Hintergrund

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Süderweiterung des Plettenbergs und Schadstoffdebatte
Eine große Anzahl von Dotternhausener Bürgern hat sich gefragt, warum verhält sich Holcim in den letzten Monaten in der Öffentlichkeit so ruhig im Hinblick auf die Kalksteinbrucherweiterung und die Schadstoffdiskussionen. Tatsache ist, Holcim hat die Zeit genutzt und die Entscheidungsträger im Hintergrund so bearbeitet, dass in den nächsten Tagen die entsprechenden Beschlüsse im Sinne von Holcim gefasst werden.
Am 5. Juni wird die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Neckar-Alb der Kalksteinbrucherweiterung auf dem Plettenberg zustimmen. Auf 13. Juni ist die nächste Sitzung des Gemeinderates in Dotternhausen terminiert. Es ist zu erwarten, dass dann der Gemeinderat den bereits vor einem Jahr fertig ausgehandelten Vertrag mit Holcim abnickt. Holcim hat dann grünes Licht für die nächsten 40 Jahre. Somit steht der Veranstaltung zum „Dotternhausener Dialog“ zwei Tage danach am 15. Juni im Werksforum von Holcim nichts mehr im Wege. Dort werden dann die Bürger von Holcim unter anderem über folgende Themen informiert: Wie werden 40 Millionen Tonnen Kalkstein mit einer neuen Seilbahn ins Werk transportiert? Holcim hat im Zementwerk nur die besten Filter eingebaut. Holcim setzt nur ausgewählte Abfälle (Reifen, Klärschlamm, Dachpappe, Kunststoffe, Papierfaserfangstoff) ein.
Für die Bevölkerung von Dotternhausen und Umgebung stellen sich jedoch folgende Fragen: Baut Holcim die neue Seilbahn auch wenn nach dem Abbau von 8,5 Hektar auf dem Plettenberg Schluss ist? Bestehen bereits Zusagen für eine weitere Fläche von 7,5 Hektar? Warum baut Holcim zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitsschädlichen Emissionen aus der Müllverbrennung und Ölschieferverbrennung keine Filter ein, wie sie in Müllheizkraftwerken Standard sind und die Schadstoffe um über die Hälfte reduzieren?
Offensichtlich reicht es aus, wenn die Zementwerke entsprechende Lobbyarbeit bei unseren Politikern betreiben, damit die Grenzwerte für den Schadstoffausstoß noch recht lange hoch bleiben. Dies ist allemal kostengünstiger als die Umrüstung von Filteranlagen. Die Politiker wohnen ja nicht in der Nähe eines Zementwerkes.
Otto Scherer
Zinkenstraße 6/2, Dotternhausen

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Plettenbergabbau.

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