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Manuel Pflumm trifft zur 1:0-Führung und spielt vor dem Ausgleich einen folgenschweren Fehlpass.
Manuel Pflumm trifft zur 1:0-Führung und spielt vor dem Ausgleich einen folgenschweren Fehlpass. Foto: Bernard Moschkon
Manuel Pflumm trifft zur 1:0-Führung und spielt vor dem Ausgleich einen folgenschweren Fehlpass.
Manuel Pflumm trifft zur 1:0-Führung und spielt vor dem Ausgleich einen folgenschweren Fehlpass. Foto: Bernard Moschkon

Balingen, 10.05.2018

TSG patzt gegen Pforzheim

Mit einem 1:1-Unentschieden hat sich die TSG Balingen am Mittwochabend vom 1. CfR Pforzheim getrennt. Der Oberliga-Spitzenreiter liegt nun fünf Zähler vorm Tabellenzweiten FC 08 Villingen.

Ohne Lukas Foelsch – er traf aus beruflichen Gründen erst kurz nach Anpfiff ein – startete der Oberliga-Tabellenführer nervös. Viele Ungenauigkeiten prägten zu Beginn das TSG-Spiel. Hinzu kamen Nachlässigkeiten. So auch in der 14. Minute, als Sascha Eisele den Ball an Kreshnik Lushtakuan vertändelte. Die einzige Pforzheimer Spitze bediente Anthony Coppola, der aus sieben Metern den Ball nur noch an Marcel Binanzer hätte vorbeischieden müssen, aber am überragend reagierenden TSG-Schlussmann scheiterte.

Gehemmte Gastgeber zu Beginn

Es dauerte bis zur 22. Minute, ehe die Hausherren erstmals aufs Tor schossen: Marc Pettenkofer zielte aber nicht genau genug. Balingen wirkte gehemmt und Pforzheim betrieb einen hohen Laufaufwand. Das führte zum nächsten haarsträubenden Fehlpass – diesmal war Eisele der Absender. Daraus schlugen die Gäste aber kein Kapital (24. Minute).

Im Gegenzug zog Nils Schuon aus rund 22 Metern ab - drüber (25.). Wenn spielerisch wenig zusammenläuft – und so war es in der ersten halben Stunde bei der TSG, müssen Standards herhalten: Nach zwei „Ecken“ in Serie folgte ein dritter Eckstoß. Wieder zirkelte Schuon den Ball in die Mitte, diesmal stand Manuel Pflumm ganz alleine und köpfte gegen die Laufrichtung des Gäste-Torwarts Xaver Pendinger: 1:0 (37.).

Enttäuschte Blicke nach dem Abpfiff: die TSG-Bank.
Enttäuschte Blicke nach dem Abpfiff: die TSG-Bank. Foto: Bernard Moschkon

Nun war Balingen im Spiel angekommen. Patrick Lauble tankte sich durch und legte zurück auf Kaan Akkaya, doch Pendinger war aufmerksam (39.). Eisele flankte zwei Minuten später auf Lauble. Sein Flugkopfball wurde aber nicht mit dem 2:0 belohnt. Ein Akkay-Freistoß fand Pflumm, der setzte seinen Kopfball zu hoch an – die zweitbeste TSG-Chance bis dato (45.).
 
Nach dem Seitenwechsel bekamen die 1000 Zuschauer zunächst nur noch selten zwingende Torchancen zu sehen. Laubles Direktabnahme verfehlte das Gäste-Gehäuse klar (50.). Pforzheim versteckte sich beim Tabellenführer keineswegs, lief die TSG-Abwehr immer wieder an und setzte sie so unter Druck. Laurin Masurica zirkelte in der 52. Minute eine Flanke auf Kreshnik Lushtakuan. Der brachte aber keinen Druck hinter seinen Kopfball.

 

Balingen fehlte die Kraft sich hinten raus zu kombinieren. So versuchte es die Mannschaft von Trainer Ralf Volkwein vermehrt mit langen Bällen: Pettenkofer eroberte das Leder, schickte TSG-Torjäger Lauble, aber Akiyoshi Saito klärte den Konter. Nach einem Schuon-Freistoß wollten die Balinger einen Handelfmeter, Schiedsrichter Tobias Endriß aus Bad Ditzenbach entschied auf Eckstoß (67.). Volkwein brachte in der 69. Minute Foelsch in die Partie. Der stand gleich im Mittelpunkt, als er den Ball auf Lauble durchsteckte, dem aber der Ball versprang. Adrian Müllers Flatterschuss prallte von Pendingers Brust in die Mitte, ein Balinger Nutznießer fand sich nicht (72.).  

Gegentreffer mobilisiert Balingen 
 
Einen Blackout von Pflumm nutzen die Gäste zum Ausgleich: Der TSG-Kapitän spielte einen Querpass in die Füße von Kushtrim Lushtaku. Der lief alleine auf Binanzer zu und erzielte etwas glücklich, da er den Ball nicht voll traf, das 1:1 (74.). Angestachelt vom Gegentreffer rollten nun wütende Balinger Angriffe aufs Pforzheimer Tor.

Zweimal hatte Pettenkofer das Visier nicht richtig eingestellt (77., 78.). Eiseles Abschluss war nach einer tollen Kombination über Akkaya und Foelsch zu zentral (84.) und Stefan Vogler kam nach einer Lauble-Hereingabe nur unzureichend an den Ball (85.). Glück hatte die TSG als eine Flanke  von Kreshnik Lushtakuan keinen Abnehmer fand (88.). In der Nachspielzeit stürme Pflumm mit nach vorne, wollte seinen Schnitzer wieder gut machen. Sein Kopfball war aber harmlos (90.+3). Das war die letzte Aktion des Spiels. Es blieb beim gerechten Unentschieden.
 
TSG Balingen: Binanzer; Eisele, Schreyeck (82. Vogler), Lauble, Scherer (69. Foelsch), Akkaya, Schuon, Müller, Pettenkofer, Pflumm, Schmitz.
 
Tore: 1:0 Pflumm (36.), 1:1 Kushtrim Lushtaku (74.)

Zuschauer: 1000

Schiedsrichter: Tobias Endriß (Bad Ditzenbach)

Spieler des Tages: Marcel Binanzer zahlt Vertrauen zurück

Marcel Binanzer erhielt am Mittwoch gegen den 1. CfR Pforzheim erneut den Vortritt gegenüber Julian Hauser. Und der Keeper zahlte das Vertrauen, das ihm Trainer Ralf Volkwein geschenkt hatte, zurück. Der 26-Jährige bewahrte sein Team vor einem frühen Rückstand: In der 14. Minute, als die Pforzheimer schon den Torschrei auf den Lippen und die Balinger sich mit einem Gegentreffer abgefunden hatten, fuhr Binanzer sein linkes Bein aus und wehrte den Schuss von Anthony Coppola aus kurzer Distanz ab. „Da muss es 0:1 stehen. Aber Marci hat sensationell gehalten“, lobte Volkwein seinen Torhüter. Wer weiß, ob die Balinger noch nervöser geworden wären, wenn Binanzers Bein nur ein paar Millisekunden später an der entscheidenden Position gewesen wäre und die TSG hätte einem 0:1 hinterherlaufen müssen. Beim 1:1 war er dann machtlos auch oder gerade weil Kushtrim Lushtaku der Ball über den Schlappen rutschte und unhaltbar im von Binanzer aus gesehen rechten Eck einschlug. Am Samstag geht es für die TSG gegen Bissingen weiter. „Wir haben 22-mal nicht verloren und brauchen uns vor niemandem verstecken“, sagte Binanzer. Mit solch einem Torhüter, der solche Paraden zeigt, mit Sicherheit nicht .mz

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