06.03.2018

Leserbrief

Ein Naturschutzverbrechen

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Laut den „Umweltexperten“ Hans Offerwanger und Dr. Tränkle beginnt der Artikel mit der Feststellung, dass dies die Fauna betreffend ein ziemlicher normaler Berg sei. Sie seien schon seit 2010 ständige Gäste auf dem Plettenberg und betreuen die Rekultivierungsmaßnahmen der Firma Holcim und erstellen ein Gutachten für die geplante Süderweiterung. Diese Aussage steht im krassen Widerspruch vieler Naturfreunde aus nah und fern, des Albvereins (Hauptverein), des Regierungspräsidiums Tübingen usw.
Der Leser muss einfach wissen, dass Herr Dr. Tränkle seit über 15 Jahren für die Zementindustrie Gutachten erstellt und im Vorfeld bei der Aufgabenstellung regelmäßig das wissenschaftlich schönzuschreibende Ergebnis schon feststehen dürfte. Leider ist dies bei Parteigutachten inzwischen die Regel. Aufgrund der Bezahlung vom Auftraggeber und unterstützt durch eine einseitige Öffentlichkeitsarbeit mit Presseberichten fällt dann das Gutachten auch im Sinne des Auftraggebers aus. Völlig ungemütlich wird dies für den neutralen Beobachter, wenn er sieht, dass diese Parteigutachten die Grundlagen für die Beurteilungen im Regionalplan des Regionalverbandes Neckar-Alb liefern bzw. dort Eingang gefunden haben. So liegt mit dem Gutachten (2015) „Fachbeitrag Tiere und Pflanzen im Rahmen eines immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung“ eine anscheinend detaillierte Bestandsaufnahme der Pflanzen und Vögel vor. Dumm gelaufen, da aufmerksame Naturfreunde festgestellt haben, dass die wichtigsten und schätzenswertesten Arten (rote Liste!) ganz einfach fehlen (Zufall?!).
Die Wertigkeit der Biotoptypen wird als mittelmäßig eingestuft, mit dem Vorkommen speziell geschützter Pflanzenarten ist nicht zu rechnen. Hier mag das Büro Tränkle sogar Recht haben, da nach mehreren illegalen Rodungsaktionen im Frühjahr und Herbst 2016 viele streng geschützte Pflanzen planmäßig zerstört worden sind. Es liegt hier ein vorsätzliches, langfristig geplantes Naturschutzverbrechen unter Mitwirkung von Mitarbeitern des Landratsamtes (!), Albvereinsmitgliedern (!) und Mitarbeitern der Firma Holcim vor. Wer hat das Ganze wohl langfristig geplant und vorbereitet? Wer trägt die Verantwortung für die Umsetzung der Naturzerstörung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft Hechingen seit November 2017. Die Bürger im Zollernalbkreis haben ein Recht darauf, dies zu erfahren.
Siegfried Rall, Degenhartstraße 5, Dotternhausen

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