Die Welt wartet nicht auf uns

Zollernalbkreis, 06.02.2018

Digital Hub Neckar-Alb: „Die Welt wartet nicht auf uns“

Die Region Neckar-Alb und damit auch der Zollernalbkreis bekommen einen Digital Hub. Dieser soll die Digitalisierung der Wirtschaft vorantreiben und beschleunigen.

von Pressemitteilung  

Die Entscheidung wurde am Montag beim Digitalgipfel in Stuttgart verkündet. Der „Digital Hub Neckar-Alb“ soll Firmen und Gründern aller Branchen helfen, sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen.

Sie repräsentierten gestern beim Digitalgipfel in Stuttgart die Region Neckar-Alb (von links): Fabian Rösner ESB Business-School Reutlingen,  Jessica Barra, Projektmanagerin Digitalisierung IHK Reutlingen,  Ottmar Erath, Leiter der VHS Balingen,  Thorsten Schwäger, zuständig für Infrastruktur und Medienpolitik bei der IHK, Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut,  Karl Wolf, Dezernent Hauptverwaltung Landratsamt Zollernalbkreis,  Alejandro Palacios-Tovar von der Wirtschaftsförderung der Stadt Sigmaringen und Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen.
Sie repräsentierten gestern beim Digitalgipfel in Stuttgart die Region Neckar-Alb (von links): Fabian Rösner ESB Business-School Reutlingen, Jessica Barra, Projektmanagerin Digitalisierung IHK Reutlingen, Ottmar Erath, Leiter der VHS Balingen, Thorsten Schwäger, zuständig für Infrastruktur und Medienpolitik bei der IHK, Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Karl Wolf, Dezernent Hauptverwaltung Landratsamt Zollernalbkreis, Alejandro Palacios-Tovar von der Wirtschaftsförderung der Stadt Sigmaringen und Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen. Foto: Frank Eppler

Der neue Hub geht auf einen Förderaufruf des Landes zurück, der mit den Hubs Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und neue Arten der Zusammenarbeit fördern will. „Die Digitalisierung kommt und unsere Wirtschaft muss sich dieser Herausforderung stellen - mit Geschäftsmodellen, die das bestehende oft völlig verändern werden“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp.

In der Region Neckar-Alb wurde der Antrag für den „Digital Hub Neckar-Alb“ (DNA) unter Federführung der IHK Reutlingen auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit den Hochschulen Reutlingen und Albstadt-Sigmaringen, den Landkreisen Zollernalb und Tübingen und mit den Städten Reutlingen und Albstadt sowie einer Reihe von weiteren regionalen Unterstützern haben insgesamt rund 25 Partnereinrichtungen ihr Wissen mit in den Antrag eingebracht.

„Das Projekt wurde beim Regionalforum vereinbart und im regionalen Entwicklungskonzept verankert. „Wenn wir als Region zusammenarbeiten, erreichen wir sehr viel“, freut sich IHK-Präsident Christian O. Erbe über den Zuschlag. Der IHK-Präsident ist Vorsitzender des Regionalforums. Mit dem Digital Hub soll in den kommenden drei Jahren eine Anlaufstelle für digitale Innovationen und Transformation aufgebaut werden.

„Wir wollen jenseits der großen Zentren Platz für Ideen schaffen“, sagt Wolfgang Epp. Konkret ist geplant, die Aktivitäten des DNS entlang der Tätigkeiten der Hochschulen auszurichten. Er nennt als Beispiele die digitale Forensik, 3D-Druck und digitale Geschäftsmodelle. Auch Einstiegsberatungen für den Mittelstand in die Thematik der Digitalisierung sind geplant.

„Unser Hub wird ein regionales Ökosystem für digitale Innovationen, getragen von Firmen, Wirtschaftsförderern, Hochschulen. Ein wichtiger Baustein für die Region der Zukunft“, betont IHK-Präsident Erbe.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat am Montag auf dem „Digitalgipfel 2018 – Wirtschaft 4.0 BW“ vor mehr als 1000 Gästen in der Stuttgarter Carl Benz Arena die ausgewählten zehn regionalen Digitalisierungszentren bekannt gegeben. „Die Digitalisierung beginnt nicht erst, sondern wir stecken mittendrin“, betonte die Ministerin. Sie präge zunehmend unseren Alltag und unsere Wirtschaft. „Wir können uns gegen sie wehren und werden abgehängt – oder wir nutzen ihre Chancen und stehen weiter auf der Gewinnerseite. Die Welt wartet nicht auf uns“, fügte sie an.

Die Digital Hubs seien als Ideen-, Experimentier- und Kollaborationsräume zu verstehen, in denen unterschiedlichste Kompetenzen, Disziplinen, Ideen, Technologien und Kreativität aufeinandertreffen.

Die regionalen Digital Hubs sollen als Teilchenbeschleuniger digitaler Innovationen wirken. „Baden-Württemberg war immer stark, weil es in der Fläche stark war. Uns zeichnet aus, dass wir nicht nur wenige wirtschaftliche Kraftzentren haben, sondern dass starke und international erfolgreiche Mittelständler auch und gerade im ländlichen Raum zu Hause sind. Das soll auch im digitalen Zeitalter so bleiben“, unterstrich Hoffmeister-Kraut.

Die maximale Fördersumme je Hub beträgt eine Million Euro für einen Dreijahreszeitraum. Das Land investiert in den Aufbau der regionalen Digital Hubs insgesamt rund zehn Millionen Euro.

 

So wird der digitale Umschlagplatz im Zollernalbkreis genutzt

Reaktionen Über den Zuschlag freut sich auch Landrat Günther-Martin Pauli. Gerade im Zollernalbkreis mit der Technologiewerkstatt in Albstadt, der Lernfabrik 4.0 in Balingen und ganz besonders der Hochschule Albstadt-Sigmaringen gebe es viele Kristallisationspunkte für den Digital Hub. „Diese können durch die finanzielle Unterstützung des Landes und unserer Partner weiter ausgebaut und vernetzt werden“, so Pauli. Für die Technologiewerkstatt Albstadt ist die Förderung einer Gründerszene für „App-Entwickler“ sowie eine Weiterentwicklung und Verstärkung der Zusammenarbeit mit dem Forschungscampus BioMedTech und dem Innovationscampus Sigmaringen geplant. Darüber hinaus sollen kleine und mittlere Unternehmen durch einen „Flying Digital Hub“ über die Chancen und Risiken der Digitalisierung für die jeweiligen Geschäftsmodelle der Betriebe beraten und sensibilisiert werden.

Programm Die Hochschule Albstadt Sigmaringen wird sich insbesondere mit ihrem Lehr- und Forschungsschwerpunkt „IT-Security, Engineering und Data-Analytics“ einbringen.

Die Jugendtechnikschule Balingen möchte im Rahmen eines offenen Programmangebotes sowie in Kooperation mit Schulen an die Themen „Coding/Programmieren“ und „Computational Thinking“ heran führen. Die „Lernfabrik 4.0“ an der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule soll unter dem Dach des Digital Hub für außerschulische Aus- und Weiterbildungen genutzt werden.

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