23.09.2017

Leserbrief

Nicht einlullen lassen

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Holcim: Wir sind nicht Ursache der Balinger Umweltzone! So und ähnlich gab es noch im Dezember 2016 mehrere Berichte und Leserbriefe.
Die Reduzierung der Stickstoffdioxide an den Messstellen in Balingen war so klar voraussehbar wie das Amen in der Kirche. Bereits am 14. Juli habe ich für die BI pro Plettenberg bei der LUBW Messwerte von Januar bis Mai angefordert, da Vergleiche zu den enormen Luftbelastungen durch Holcim hier Wirkungen zeigen müssen – leider keine Auskunft erhalten.
Holcim muss seine Luftschadstoffe der Zementproduktion um über 50 Prozent reduzieren, da strengere gesetzliche Regelungen bevorstehen. Die Auswirkungen auf die noch belastendere Schieferverbrennung ist noch unklar. Immerhin dürften rund 250 000 Kilogramm von
rund 1 150 000 Kilogramm Stickoxiden dadurch eingespart werden. Das muss sich natürlich auch auf Balingen bis Tübingen und Schömberg auswirken. Allerdings führt dies zu erheblichen Mehrbelastungen des wohl noch gesundheitsschädlicheren Mehrausstoßes an Ammoniak. Nur mit hoher Ammoniakeindüsung können die Stickoxide von bisher rund 450 Milligramm auf 200 Milligramm gedrückt werden.
Wenn auch Holcim immer wieder anderes in der Öffentlichkeit verkündet: Nur durch eine katalysatorische Rauchgasreinigung (SCR) könnten sicherlich weitere 400 000 Kilogramm Stickoxide, dazu Ammoniak und viel Kohlenmonoxid, rund 50 Prozent an vielen Schadstoffen bis Schwermetallbelastungen verhindert werden. Ich fordere die Stadträte und Gemeinderäte der Region im Interesse der Gesundheit ihrer Bürger auf, sich mit diesem Thema genau zu beschäftigen und sich nicht durch beruhigende Worte einlullen zu lassen.
Holcims Führungsmannschaft und das Regierungspräsidium wissen genau um diesen Stand der Technik und die gesetzlich ab 1. Januar 2019 enorm verschärften Grenzwerte. Umweltbelastungszahlen in Kilogramm sind unwiderlegbare Fakten, Grenzwerte sagen zunächst wenig, denn die beziehen sich auf einen Kubikmeter Luft. Wir haben aber nahezu 300 000 Kubikmeter pro Stunde an den Kaminaustritten und mit den Abgasen zu kämpfen.
Bei den enormen Gewinnen von Holcim haben wir Anspruch auf beste Reinigung der Abgase durch beste Filter und Katalysatoren, gerade auch in der Schieferverbrennung. Nur der breite öffentliche Druck wird Verbesserungen bringen.
Norbert Majer
Schulstraße 22
Dotternhausen

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