21.09.2017

Leserbrief

Undemokratische Vorschläge

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Man sollte meinen, dass jeder in unseren Zeiten in der Lage ist, sich umfassend über Themen zu informieren. Doch Klaus Meier zeigt mit seinem Leserbrief deutlich, dass er von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch macht.
Seine Worte sind eine einzige Ansammlung von Überschriften, die er in den Medien aufgeschnappt haben muss. Ohne sich die Mühe gemacht zu haben, den Text darunter ebenfalls zu lesen – oder alles in den richtigen oder überhaupt einen Kontext zu bringen. Hinzu kommt eine entlarvend blühende Fantasie, die vor allem ein Ziel hat: Angst zu machen. Angst vor einer Partei, die demokratischen Grundwerten folgt und diese sogar stärken will, während andere nach und nach die Demokratie abschaffen. Angst vor Personen, die ihre Meinung auf dem Herzen und auf der Zunge tragen, während man gerade im Wahlkampf von vielen anderen Politikern nur das hört, was man hören soll.
So verwundert es nicht, dass Herr Meier einem Wahlkampf-Zitat Martin Schulz‘, der die SPD übrigens zu ihrem historisch schlechtesten Ergebnis führen wird, auf den Leim gegangen ist. Ein Zitat, das nur einen Zweck hat: Es soll unreife Menschen in ihrer Wahlentscheidung beeinflussen.
Herr Meier meint also tatsächlich, eine legitim gewählte Partei solle verboten werden? So wie am 22. Juni 1933? Falls er in Geschichte aufgepasst hat, weiß er natürlich, was damals geschah und welche Folgen es hatte. Die Begründung war, dass es sich bei der verbotenen Partei um eine volks- und staatsfeindliche Organisation handle. Damals ging es um die SPD.
Ich will Herrn Meier nicht zu nahe treten, aber mit seiner Argumentation befindet er sich in gefährlichem Fahrwasser. Die AfD mag seine Ideale nicht vertreten, doch geht für niemanden von ihr eine Gefahr aus. Und sicher bietet sie keinen Grund dafür, alle Errungenschaften der Demokratie in diesem Land zu zerstören.
Es ist die AfD, die die direkte Demokratie in Deutschland einführen möchte. So wäre stets der Bürger das politische Korrektiv und hätte die Kontrolle über Berufspolitiker, die alle vier Jahre aus ihrer Komfortzone kriechen, um mit der Diffamierung des Gegners die eigene Macht zu sichern. Diese Methode ist übrigens so alt, wie die Menschheit selbst. Man sollte davon ausgehen, dass dieses Spiel leicht zu durchschauen ist. Vor allem von reifen Menschen.
Stefan Herre MdL
Konrad-Adenauer-Straße 3,
Stuttgart

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter