Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Gammertingen

Zwei Leichen in der Weser: Vermisstes Mädchen aus Gammertingen und ihre Mutter vermutlich tot

19.06.2020

von Polizei

Zwei Leichen in der Weser: Vermisstes Mädchen aus Gammertingen und ihre Mutter vermutlich tot

© Pixabay

Die Polizei in Bremerhaven hat zwei Leichen in einem Auto in der Weser geborgen.

Das zehnjährige Mädchen und ihre Mutter, die seit dem 8. Juni vermisst wurden, sind vermutlich tot. Die Polizei hat das gesuchte Auto und zwei Leichen aus der Weser bei Bremerhaven geborgen. Die Umstände des Todes sind bislang noch unklar.

Die Suche nach der vermissten 46-jährigen Hariklia S. aus Kaiserslautern und ihrer zehn Jahre alten Tochter Sofia aus Gammertingen hat am Donnerstagabend laut Polizei ein trauriges Ende genommen.

Wie die Polizei in Bremerhaven mitteilt, wurde am Donnerstag im Rahmen der Suche nach den beiden Vermissten mit einem Spezialboot der Hafengesellschaft ein Auto in der Weser geortet.

In Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Westpfalz, der Polizei Bremerhaven und der Feuerwehr Bremerhaven, wurde das Fahrzeug am Abend aus dem Wasser an der Seebäderkaje geborgen.

Identität noch nicht zweifelsfrei geklärt

Bei dem Auto handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um das Fahrzeug der vermissten Mutter. Im Fahrzeuginnern befanden sich zwei Tote.

Dabei handelte es sich um eine erwachsene Frau und ein Mädchen. In dem Renault Laguna befanden sich Ausweisdokumente von Hariklia S., weshalb die Polizei davon ausgeht, dass es sich bei den Toten um die seit 8. Juni Vermissten handelt.

Obduktion steht noch aus

Die definitive gerichtsmedizinische Bestätigung stehe noch aus. Die Umstände, die zum Tod der Vermissten führten, seien aktuell nicht geklärt. Die Toten sollen in den nächsten Tagen obduziert werden.

Das Fahrzeug wurde von der Feuerwehr Bremerhaven geborgen. Das Auto sei sichergestellt und werde von Kriminaltechnikern untersucht. Wann das Ergebnis der Obduktion und das der kriminaltechnischen Untersuchung vorliegt, kann zurzeit nicht abgeschätzt werden, schreibt die Polizei.

Zu Besuch bei der Mutter

Sofia befand sich laut Polizei seit Samstag, 30. Mai, zu Besuch bei ihrer Mutter in Kaiserslautern. Ihre Eltern hatten dies so verabredet.

Weil Hariklia S. ihre Tochter Sofia am 8. Juni nicht wie vereinbart zurück zum Vater brachte – Sofia lebte bei ihm in Gammertingen – und der Vater die beiden telefonisch nicht erreichte, informierte er am Montag die Polizei über die Umstände.

Soko ermittelt im Umfeld

Nachdem die Ermittlungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nicht zum Auffinden der Vermissten führten, bildete das Polizeipräsidium Westpfalz am Mittwoch, 10. Juni, eine Sonderkommission.

Die Polizei ermittelte zunächst im Umfeld der Vermissten. Die Spur führte schließlich nach Norddeutschland. Konkrete Hinweise zum Aufenthaltsort von Hariklia S. und Sofia gab es nicht, weshalb die Polizei seit Samstag, 13. Juni, bundesweit öffentlich nach den Vermissten fahndete.

Mehrere Länder arbeiten zusammen

Die Gesamteinsatzführung übernahm das Polizeipräsidium Westpfalz in enger Abstimmung mit den Bundesländern Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Neben den bereits genannten Bundesländern waren zur Überprüfung möglicher Reisewege auch Hessen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland sowie das benachbarte Ausland maßgeblich in die Fahndung eingebunden.

Die Einsatzkräfte wurden unter anderem von Sonarbooten, Tauchern, Suchhunden, Hubschraubern und einem Flugzeug der Polizei Hessen unterstützt.

In McDonalds und an Tankstelle gesehen

Zuletzt wurden Hariklia S. und Sofia in einem McDonalds-Restaurant in Bremerhaven Mitte beziehungsweise an der Aral-Tankstelle im Bremerhavener Stadtteil Lehe vermutet.

Mutter und Tochter hatten am Wochenende (6./7. Juni) ein Hotelzimmer in Bremerhaven gebucht und vermutlich sowohl am Samstag als auch am Sonntag den Zoo am Meer besucht. Ab Sonntag verlor sich ihre Spur.

Ermittlungen dauern weiter an

Die Ursache und Umstände für den Tod und das Verschwinden von Hariklia S. und Sofia sind aktuell nicht geklärt. Die Ermittlungen dauern an und werden in alle Richtungen geführt. Die Staatsanwaltschaft Bremerhaven hat die Ermittlungsführung übernommen.

Zur Aufklärung bittet die Polizei weiterhin um Hinweise: Wer hat den dunkelgrauen Renault Laguna mit dem amtlichen Kennzeichen CW-OI 76 oder Hariklia S. und Sofia zwischen Sonntag, 7. Juni, und Donnerstag, 18. Juni 2020, insbesondere im Bereich des Willy-Brandt-Platzes oder am Weserufer in Bremerhaven gesehen?

Polizei bittet um Hinweise

Die 46-jährige Hariklia S. war 1,58 Meter groß, schlank und hatte braune Augen. Ihre Haare waren dunkelbraun. Sie hatte eine kurze, wellige Frisur. Beim Auffinden war Hariklia S. mit einer Jeans und einem Pullunder bekleidet.

Hariklia S. war auf einen Rollstuhl angewiesen und könnte dadurch mit ihrer Tochter aufgefallen sein. Die zehnjährige Sofia war 1,33 Meter groß, schlank und hatte blaugrüne Augen. Sie trug lange dunkelblonde Haare. Als sie aufgefunden wurde war sie mit einer blauen Hose und einem mutmaßlich rötlichen Oberteil bekleidet.

Hinweise nimmt die Polizei Bremerhaven unter der Telefonnummer 0471 953 4444 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Diesen Artikel teilen: