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Dormettingen

Zu Fuß von Ungarn nach Österreich: Auf den Spuren des heiligen Martin von Tours

02.08.2019

Zu Fuß von Ungarn nach Österreich: Auf den Spuren des heiligen Martin von Tours

© Privat

Pater Franz Pfaff in Köszeg

Der 79-jährige Dormettinger Franz Pfaff pilgerte auf dem Martinsweg. Der Weiße Vater wirkte 40 Jahre als Missionar in Afrika. Start der Reise war in Szombathely, die Tour endete in Wien.

Wenn man über den heiligen Martin von Tours spricht, denkt man, dass er Franzose gewesen sei. Geboren ist er aber in Szombathely, Ungarn. Pater Franz Pfaff (79), Afrikamissionar und Weißer Vater aus Dormettingen fühlte sich angeregt, dem heiligen Martin, der auch Patron der Diözese Rottenburg/Stuttgart ist, ein bisschen nachzugehen. Dazu gibt es einen Martinsweg, der von Szombathely bis Tours quer durch Europa führt. Innerhalb von Württemberg ist ein Rundwanderweg ausgeschildert, von einer Martinskirche zur andern, von Bad Mergentheim bis Friedrichshafen.

40 Jahre in Uganda tätig

Pater Franz Pfaff ist gebürtiger Dormettinger. Er wirkte in Uganda 40 Jahre als Afrikamissionar – Weißer Vater. Im Dezember 2005 verließ er Uganda und ist seither tätig in Haigerloch und Hechingen bei den Weißen Vätern.

2006 pilgerte er von Haigerloch nach Santiago de Compostela in drei Monaten. Seither pilgert er jedes Jahr zwei Wochen irgendwo auf einem Pilgerweg. Das Pilgern tut ihm gut. Pater Franz mit einem gleichaltrigen Lehrer aus Balingen auf die Reise nach Szombathely, um von dort die Pilgerwanderung zu beginnen. Sie fanden Aufnahme im Martineum, dem Bildungshaus der dortigen Diözese.

Herzlichkeit und Gastfreundschaft

Danach ging es zu Fuß mit Rucksack zum 26 Kilometer entfernten Köszeg entlang eines gut markierten Weges. Dann ging es weiter nach Zsira, ein Dorf mit 700 Einwohnern. Dort erlebten die beiden Pilger die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Ungarn. Es gibt dort keine Pension oder Hotel. So wurden die Pilger vom Mesner Stefan und der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Melinda mit ihrem kleinen lebhaft strampelnden Aaron empfangen. Sie öffneten ihnen das Gästezimmer, das angebaut ist an die Kirche.

„Duftwasser“ im Burgenland

In der Folge ging es ins Burgenland. Erwähnenswert ist ein alter Mann bei Markt St. Martin. Er schob seinen Schubkarren, sah den Schweiß der Pilger und bot Sprudel, Wein oder „Duftwasser“ an. Die Pilger antworteten, dass sie kein Kölnischwasser brauchen. Da begann er sie aufzuklären: Duftwasser ist Sprudel und man gießt eine Menge Wein drauf, dass alles duftet wie Wein. Sofort ging er ins Haus und brachte die Bestandteile von Duftwasser und schenkte spärlich Sprudel und reichlich Weißwein ein und die Pilger tranken das Duftwasser mit Hochgenuss.

Besuch beim Generalvikar

Weiter entlang des Weges kamen die Pilger nach Eisenstadt. Dort wurden sie vom Generalvikar der Diözese empfangen. Er bot sofort erfrischende Getränke an und interessierte sich für ihre Erfahrungen auf dem Pilgerweg. Als sie reichlich den Durst gelöscht hatten, nahm er sie in den nahen Martinsdom und erzählte ihnen von der ereignisreichen Geschichte der Kirche, die mit einer kleinen Kapelle begann im 6. Jahrhundert, die schon dem hl. Martin geweiht war. Heute ist sie ein würdiges Gotteshaus.

Als die Pilger weiter marschieren wollten nach Donnerskirchen, sagte der Fahrer des Generalvikars, dass er dort zuhause sei und in zehn Minuten heimfahre und bot den Pilgern einen Platz im Auto an.

Großartiges Wien

Nach zwei weiteren Pilgertagen kamen Pater Franz und sein Pilgerfreund im Don- Bosco-Haus in Wien an. Diese Stadt hat viel an Sehenswürdigkeiten zu bieten und die zwei Tage Aufenthalt gaben nur einen Vorgeschmack vom Charme dieser großartigen Hauptstadt von Österreich. Pater Franz sagt, dass er nächstes Jahr das Pilgern fortsetzt von – Wien durch Österreich nach Deutschland. Der Pilgerweg des hl. Martin leidet noch nicht unter den Rummel, den man manchmal auf dem Jakobusweg erleben kann.

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