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Winterlingen

Winterlinger Weinlese: Klimawandel lässt sogar auf der Rauhen Alb die Trauben gut gedeihen

25.09.2019

von Karl-Otto Gauggel

Winterlinger Weinlese: Klimawandel lässt sogar auf der Rauhen Alb die Trauben gut gedeihen

© Karl-Otto Gauggel

Albrecht W. Maier und seine wunderschönen Weinreben.

Noch vor einigen Jahrzehnten wäre es undenkbar gewesen, dass auf Höhenlagen wie in Winterlingen oder in dessen Ortsteil Harthausen die Weintrauben so herrlich wachsen.

Die Sonne hat die ersten Herbstnebel soeben verdrängt als in Harthausen in der Hauptstraße Josef Weiß schon auf der Leiter steht und von seinem Weinstock die roten Reben schneidet. Nachdem er bereits im vergangenen Jahr etwa 80 Kilogramm ernten konnte, rechnet er auch in diesem Jahr annähernd mit dem gleichen Ergebnis.

30 Meter lange Triebe

Es sei wiederum ein gutes Jahr für den Weinstock gewesen, versichert Josef Weiß, der diese Rebe vor 15 Jahren neben der Scheune gepflanzt hatte. Mittlerweile haben die Triebe dieses Rebstockes eine Länge von 30 Metern erreicht und wachsen an der Fassade des ehemaligen Bauernhofes hinauf bis zur Dachrinne.

Seine Frau Anneliese kocht nach dem Auspressen der Reben den Saft in der Küche ein und macht daraus süßen Traubensaft, der, in Glasflaschen abgefüllt, lange haltbar bleibt. Die fünf Enkelkinder der beiden und die Verwandtschaft freuen sich auf den süßen Traubensaft, der als Schorle allen schmeckt.

Niederrother Mönchsrebe

Auf einer Höhenlage von über 800 Metern hat Albrecht W. Maier vor etwa acht Jahren eine alte, seltene Rebsorte an seinem Wohnhaus in der Winterlinger Marktstraße angebaut. Es handelt sich dabei, wie Maier weiß, um eine ehemals von Mönchen kultivierte Sorte, die Niederrother Mönchsrebe, die er von Mainz auf die Alb verpflanzt hat. Auch auf der rauen Alb ist diese Rebe prächtig gewachsen und die prall gefüllten Trauben warten an der südlichen Hauswand auf die Lese.

Lange undenkar auf dieser Höhe

Noch vor einigen Jahrzehnten galt der Weinbau auf der Alb als völlig undenkbar und es ist wohl eine Folge des Klimawandels mit deutlich höheren Temperaturen, dass auch in Mittelgebirgslagen Weintrauben reif werden.

Auch in Tailfingen gibt‘s einen Weinberg

Unterstützt wird Maier bei der Lese von seinem Bekannten Wilfried Maier aus Tailfingen, der dort ebenfalls seit einigen Jahren einen kleinen Weinberg besitzt, in diesem Jahr allerdings einen Großteil seiner Trauben an die Stare verlor, die sich in Scharen auf die wohlschmeckenden Trauben hergemacht hätten.

Rotwein für den Freundeskreis

Die beiden werden aus der gemosteten Traubenernte in diesem Jahr einen Rotwein produzieren, der im Freundes- und Verwandtenkreis wieder seine Liebhaber finden wird, da sind sich die beiden Hobbywinzer absolut sicher. Selbstverständlich wird sowohl in Harthausen als auch in der Winterlinger Weinlage auf jegliche Spritzmittel verzichtet, so dass die Reben in bester Bioqualität geerntet werden können.

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