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Winterlingen

Winterlinger Planetenweg: Wo sind Merkur und Saturn geblieben?

05.08.2019

von Gudrun Stoll

Winterlinger Planetenweg: Wo sind Merkur und Saturn geblieben?

© Gudrun Stoll

Der Lehrpfad beginnt beim Altenpflegeheim Winterlingen und führt entlang der B 463 bis zum blauen Planeten Neptun beim Weiler Blättringen. Die Sonne ist als eine goldgelbe Kugel dargestellt (unser Bild). Die Hinweis- und Infotafeln (vorne und rechts entlang des Weges) wurden an mehreren Stellen von Dieben abmontiert. Zurück blieb das reine Gerippe.

Jupiter und Neptun haben ihre Umlaufbahn nicht verlassen. Doch ein ganzes Teilstück des Winterlinger Planetenweges wurde von Dieben abgeräumt. Warum, weiß kein Mensch.

Der Raub liegt schon einige Wochen zurück. Es dürfte im Frühjahr gewesen sein, ordnet man den Vorfall auf dem Winterlinger Polizeiposten und im Rathaus ein. Durch eine Mitteilung aus dem Haus der Natur sind die fehlenden Glieder im Kosmos wieder ins Bewusstsein gerückt.

Führung fällt aus

Die geplante Sternschnuppenführung am 10. August mit Alb-Guide Sabine Froemel müsse ausfallen, da die Infotafeln auf dem Planetenweg gestohlen wurden, heißt es im Schreiben aus Beuron. Die Benzingerin, die seit vielen Jahren Einheimische und Gäste mit der Natur und Landschaft auf der Albhochfläche vertraut macht, bestätigt auf Anfrage die Lücken im sorgfältig austarierten Kosmos, in welchem sich die unvorstellbar großen Dimensionen unseres Sonnensystems auf fünf Kilometern und in gut dreieinhalb Stunden erwandern lassen. „Pluto und Neptun sind noch da“, informiert Sabine Froemel.

Auch Jupiter, der größte und schwerste Planet im Sonnensystem, der sich am schnellsten um die eigene Achse dreht und über das stärkste Magnetfeld verfügt, hat die Plünderung überstanden.

Sorgsame Diebe

Doch Merkur und auch Saturn, der Planet mit den schönsten Ringen des Sonnensystem, sind weg, und mit ihnen weitere Himmelskörper.

Der oder die Diebe sind sorgsam ans Werk gegangen, haben die Planetenmodelle behutsam aus der Verankerung gelöst und die Info-Tafeln vorsichtig abgeschraubt. Wüsste man es in Winterlingen nicht besser, man könnte meinen, die fehlenden Teile befinden sich in der Inspektion - an keiner Station sind auffällige Spuren von brachialer Gewalt zu erkennen.

Reparatur ist beschlossene Sache

Was die Unbekannten mit ihre Beute anfangen, weiß kein Mensch. Der Materialwert der aus Edelstahl gefertigten Teile sei gering. Kupferdiebe dürften wohl nicht am Werk gewesen sein, mutmaßen Polizei und Gemeindeverwaltung.

Da der Lehrpfad zu den Sehenswürdigkeiten von Winterlingen zählt, sollen die fehlenden Teile so schnell es geht wieder ersetzt werden. Erst vorige Woche sei im Rathaus darüber entschieden worden, teilte auf unsere Anfrage Kämmerer Bodo Erath mit. Die Reparaturkosten dürften bei rund 4000 Euro liegen.

Fotostrecke
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Impressionen vom Planetenweg - mit intakten und fehlenden Elementen.

© Gudrun Stoll

Impressionen vom Planetenweg - mit intakten und fehlenden Elementen.

© Gudrun Stoll

Impressionen vom Planetenweg - mit intakten und fehlenden Elementen.

© Gudrun Stoll

Impressionen vom Planetenweg - mit intakten und fehlenden Elementen.

© Gudrun Stoll

Impressionen vom Planetenweg - mit intakten und fehlenden Elementen.

© Gudrun Stoll

Impressionen vom Planetenweg - mit intakten und fehlenden Elementen.

© Gudrun Stoll

Impressionen vom Planetenweg - mit intakten und fehlenden Elementen.

© Gudrun Stoll

Impressionen vom Planetenweg - mit intakten und fehlenden Elementen.

© Gudrun Stoll Picasa

Der Planetenweg wurde im Jahr 2006 eröffnet und von der Europäischen Union (EU) und dem Land Baden-Württemberg gefördert. Idee sowie Planung und Gestaltung des Planetenweges lagen bei Erwin Seßler.

Der Planetenweg beinhaltet im „Raum-Pfad“ unser Sonnensystem genau im Maßstab 1 zu 1 Milliarde verkleinert.

Im Geiste Einsteins

Er ist durchgehend maßstabsgetreu dreidimensional und nach aktuellem Stand der IAU (Internationale Astronomische Union) gestaltet. Dass gerade in Winterlingen dieser Planetenweg entstand, komme nicht von ungefähr, informiert die Gemeinde auf ihrer Homepage. Albert Einstein war im Jahr 1917 und danach zu Gast im Pfarrhaus in Benzingen. Seiner Forschung folgend, zeigt der Planetenweg Winterlingen nicht nur räumlich unser Sonnensystem, sondern auch den Zeitverlauf seit dem Urknall bis heute, also Zeit und Raum.

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