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Balingen

Wie dicht ist zu dicht? In Frommern sollen 46 Wohnungen auf dem Maag-Gelände entstehen

10.10.2019

von Jérémie Lux

Wie dicht ist zu dicht? In Frommern sollen 46 Wohnungen auf dem Maag-Gelände entstehen

© Jérémie Lux

Die ehemalige Trikotfabrik Maag in der Frommerner Konrad-Adenauer-Straße soll Wohnhäusern weichen.

Am vergangenen Mittwoch tagte der technische Ausschuss im Balinger Rathaus. Dabei wurde unter anderem die geplante Bebauung für das Industriegelände der ehemaligen Trikotfabrik Maag in der Frommerner Konrad-Adenauer-Straße diskutiert.

Im Juni dieses Jahres wurde bereits eine Bauvoranfrage zu einer möglichen neuen Nutzung des Areals eingereicht. Die Anfrage war jedoch zurückgenommen worden. Nun kam das Thema erneut auf den Ratstisch.

Der geplante Bebauungsplan sieht auf Höhe der Seniorenresidenz Hörnleblick ein Mischgebiet, also eine Kombination aus Wohnen und Gewerbe vor. Dieses bildet eine Pufferzone zwischen dem südlichen Gewerbegebiet, in dem die Firma Ritzmann angesiedelt ist, und dem neu geplanten Wohnraum. Das bisher bestehende Fabrikgebäude soll in diesem Zuge abgerissen und gegen eine neue Wohnanlage ausgetauscht werden.

Drei Gebäude mit 46 Wohnungen

Dabei sollen auf dem insgesamt 4264 Quadratmeter großen Grundstück drei Gebäude mit bis zu 46 Wohneinheiten und einer Tiefgarage entstehen, eines davon als dreigeschossiger Gebäuderiegel mit zusätzlichem Staffelgeschoss an der Konrad-Adenauer-Straße, die anderen beiden als zweigeschossige Bauwerke plus Staffelgeschoss dahinter.

Der Investor stellt sich sein Zielpublikum bunt gemischt vor: Von sogenannten Starterwohnungen für junge Menschen, über barrierefreie Wohnungen für Senioren, bis hin zu Wohungen für Familien mit Kindern soll alles angeboten werden können.

Zu dicht für Frommern?

„Allerdings ist diese Innenentwicklung durchaus kontrovers diskutierbar“, so Oberbügermeister Helmut Reitemann. So gebe es „erhebliche Einwendungen aus der Nachbarschaft“, sagte Baudezernent Michael Wagner.

Zu den Einwänden der Anwohner kamen noch weitere aus dem Ausschuss hinzu: „Da wäre zum Beispiel die entstehende Wohndichte von 130 Personen pro Hektar, die das Balinger Mittel von maximal 80 Personen pro Hektar definitiv übersteigen würde“, rechnete Ulrich Teufel (SPD) vor. Er habe nichts gegen Verdichtung des Wohnraumes, man müsse aber das richtige Maß finden, fügte er an.

Innenverdichtung wird kontrovers diskutiert

„Die Frommerner haben das Thema Dichte ja geübt“, formulierte Wagner und spielte auf die Streitigkeiten um die Neubauten in der Rohrackerstraße und auf dem Bolstüble-Areal an, die unlängst für hitzige Diskussionen gesorgt hatten.

Weitere Bedenken wurden auch in Bezug auf das ehrgeizige Vorhaben des „bezahlbaren Wohnraums“ geäußert: „Dieses wird durch die geplante Tiefgarage nicht realisierbar“, so Uwe Jetter (Die Grünen).

Die Räte fassten den Aufstellungsbeschluss mit zwei Enthaltungen, am 22. Oktober entscheidet der Gemeinderat in Balingen.

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