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Geislingen

Wenn die Holzspäne fliegen, ist der Geislinger Alexander Gulde im (Schreiner)-Glück

29.05.2019

Von Claudia Renz

Wenn die Holzspäne fliegen, ist der Geislinger Alexander Gulde im (Schreiner)-Glück

© Claudia Renz

Alexander Gulde liebt den Werkstoff Holz. Der Geislinger fühlt sich in seiner Werkstatt am wohlsten.

Der 49-Jährige ist ein Drechsler, der immer wieder neue Ideen in seiner Werkstatt umsetzt und vor Kreativität nur so sprüht. Diese Leidenschaft hat er von seinem Großvater Oskar, der als Küfer arbeitete, geerbt.

Bereits als kleiner Junge war Alexander Gulde täglich in der Werkstatts seines Opas unterwegs. Dort fühlte sich der Bub wohl. Großvater Oskar war gelernter Küfer und stellte vorwiegend Fässer und andere Gefäße aus Holz her.

Eigentlich wäre diese Handwerkskunst, die auch Vater Bernhard, damals noch nebenberuflich in der Werkstatt in der Lindenstraße ausübte, an den Sohn weitergegeben worden, doch in den 1970er-Jahren war Schluss.

Küfer wurden nicht mehr gebraucht

Die schönen Holzfässer wurden mehr und mehr durch Kunststoffgefäße ersetzt. Alexander Gulde erfüllte sich dann seinen Berufswunsch, eine Schreinerlehre zu machen, und absolvierte bei seinem Onkel Albert Hauser diese Ausbildung.

Nach mehrjähriger Tätigkeit in anderen Branchen arbeitet der 49-jährige seit 25 Jahren als Industrieschreiner an der CNC-Maschine. Immer wieder aber zeiht sich der Holzfan in seiner Freizeit die Küferwerkstatt zurück. In sechs Monaten ist dort auch ein Modell seines Wohnhauses entstanden, das er mit seiner Frau Antje im Geislinger Baugebiet „Hung“ verwirklicht hat.

Aus eckig wird rund

Vor ein paar Jahren, als ihm ein rechteckiges Holzstück in die Hände fiel, kam ihm spontan eine Idee und er sagte zu seinem Arbeitskollegen: „Meinst Du, ich kann aus diesem Holzstück etwas Rundes fabrizieren?“ Der Schreiner kaufte sich eine kleine Drechselbank, las sich in diversen Fachbüchern ein und durchforstete das Internet zu diesem Thema. Der erste Versuch eine Schale zu drechseln, ging in die Hose, das Werkstück zerbrach. Er schaute weitere Lehrfilme an und versuchte sich an kleinen Schalen und Figuren, was dann auch sehr schnell klappte.

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Meine Frau ist meine beste Ratgeberin. Alexander Gulde

Das Schönste ist, sich treiben zu lassen, ohne zu wissen, was am Ende entsteht. Alexander Gulde

Seine Mutter war ganz stolz auf den ersten Osterhasen, den ihr ihr Sohn schenkte.

Seit drei Jahren ist der Drechsler aus Leidenschaft in seiner Freizeit fast immer in seiner Werkstatt zu finden. Nach und nach wurde die Werkstatt mit allen Maschinen ausgestattet. Kleine und große Drechselbänke, Bandsäge, Kreissäge, Hobelmaschine und diverse Schleifmaschinen hat sich der Tüftler und Holzarbeiter im Laufe der Zeit angeschafft.

„Das Schönste an dieser Freizeitbeschäftigung ist für mich, ein schönes Stück Holz zu nehmen, mich bei der Bearbeitung treiben zu lassen und einfach nicht zu wissen, was am Ende entsteht“, schwärmt Gulde. Sein absolutes Lieblingsholz ist das des Olivenbaumes, aber auch verschiedene Hölzer aus verschiedenen Kontinenten sind in der Werkstatt im Keller seines Wohnhauses zu finden.

Unendliche Kreativität

Die Kreativität von Alexander Gulde kennt keine Grenzen; er lässt sich von der Holzart und der Maserung inspirieren. Mittlerweile gibt es fast nichts, was er noch nicht gemacht hat. Vom Osterhasen über Adventsdekorationen, Herzen, Engel, Weihnachtsmänner, aber auch Ringe, Armreifen und Halsketten, Vasen, Holzschalen und Stehlampen können im Ausstellungsraum in der Vorstadtstraße bewundert werden.

Immer auf der Suche nach neuen Objekten

Für eine Westernstadt fertigte Gulde erst kürzlich etliche Holzteller und die Fronleichnamsfahne schmückt ein kunstvolles Holzelement von dem Hobbykünstler. Immer auf der Suche nach neuen Ideen, Objekten und Herausforderungen ist dem passionierten Gärtner keine Herausforderung zu viel.

Wenn die Holzspäne fliegen, ist der Geislinger Alexander Gulde im (Schreiner)-Glück

© Claudia Renz

Diese Engel und Herzen sind alles Unikate.

Auf der Suche nach neuen Anregungen ist Ehefrau Antje seine beste Ratgeberin. „Mit ihrem guten Geschmack gibt sie mir Tipps bei der Farbgestaltung und der Verarbeitung“, erzählt er. Im ganzen Haus sind die schönsten Stücke verteilt, die von den Gästen regelmäßig bewundert werden.

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