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Winterlingen

Weniger Einschlag und weniger Personal im Winterlinger Wald

19.11.2019

Von Volker Schweizer

Weniger Einschlag und weniger Personal im Winterlinger Wald

© Katja Weiger

Der Winterlinger Gemeinderat hat sich ausführlich mit dem Waldwirtschaftsplan 2020 beschäftigt.

Winterlingen rechnet im Waldhaushalt 2020 mit einem negativen Ergebnis von knapp 85.000 Euro.

Klaus Richert, der Leiter der Forstamtsaußenstelle Albstadt, sprach am Montag im Gemeinderat von einer äußerst kritischen Situation. Winterlingen nehme dabei aber keine Ausnahmerolle ein. Überall in Deutschland würden die Wälder unter Hitze und Käferbefall leiden, europaweit sei die Lage katastrophal. Auf der Alb habe der Schneebruch im Frühjahr dieses Jahres für zusätzliche Schäden gesorgt.

Viele Fichten und Buchen

Der gravierende Einbruch am Holzmarkt wirkt sich im nächsten Jahr auf den Einschlag aus. 14670 Festmeter sind geplant – das sind rund 2500 Festmeter weniger, als es das Forsteinrichtungswerk vorsieht. Richert versicherte: „Wir machen nur da Holz, wo es anständige Preise gibt.“ Neue Bäume – darunter 5500 Fichten, 1900 Douglasien, 1200 Rot- und Stieleichen sowie 1900 Kiefern – kommen zwar in den Wald, aber das Hauptaugenmerk wird auf die Naturverjüngung gelegt. Die Jungbestandspflegearbeiten erfolgen auf einer Fläche von rund 34 Hektar, Kultursicherungsarbeiten finden auf 22,5 Hektar statt.

Die Gesamtfläche des Winterlinger Waldes, der in die Reviere Nord und Süd unterteilt ist, beläuft sich auf 1803 Hektar. Fichten und Buchen bestimmen das Bild.

Kartellstreit wirkt sich aus

Eugen Seybold von der Holzverkaufsstelle Albstadt gab einen detaillierten Einblick in das Zahlenwerk. Der Holzeinschlag wird wohl rund 881.600 Euro in die Kasse spülen. Größter Ausgabeposten im Ergebnishaushalt sind die Personalaufwendungen in Höhe von 283.200 Euro. Die neu organisierte Revierleitung und Wirtschaftsverwaltung, die aufgrund des Kartellstreites vorgenommen werden musste, schlägt sich mit 176.400 Euro nieder. Wie Eugen Seybold weiter ausführte, sind auch die geplanten Investitionen in Höhe von gerade mal 10.000 Euro der aktuellen Lage geschuldet. Es werden ausschließlich Wegeunterhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Halbtagesstelle wird nicht verlängert

Auch am Personal will die Gemeinde Winterlingen vorerst sparen. Eine befristete Halbtagesstelle wird nicht verlängert. Die Mitarbeiterin, um die es sich dreht, verlässt die Gemeinde eh, weil sie sich weiterbilden will. Ab August arbeiten somit fünf Forstwirte im Wald. „Diese Zahl ist aber nicht in Stein gemeißelt“, betonte Klaus Richert.

Vorsichtig optimitisch

„Alles unbefriedigend“ lautete das Urteil von Roland Heck. Winterlingen habe in der Vergangenheit mit dem Wald gutes Geld gemacht. „Hätte uns das Kartellamt nicht den Schlamassel eingebrockt, wären wir wenigstens auf null rausgekommen.“ All zu schwarz malen wollten weder Klaus Richert noch der Bürgermeister. Er rechne ab 2022 wieder mit besseren Zahlen, meinte der Forstexperte. Maier hofft noch in diesem Jahr mit einer Besserung: „Vielleicht kommen wir ja mit einem blauen Auge davon.“

Zustimmung aus den Ortsteilen

Vor der Abstimmung teilten die Ortsvorsteher Emil Oswald und Ewald Hoffmann mit, dass die Ortschaftsräte Benzingen und Harthausen ihre Zustimmung erteilt hätten. Auch der Gemeinderat gab sein Plazet – sowohl für den Waldwirtschaftsplan als auch für die Reduzierung des Personals.

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