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Schömberg

Weiterer Kandidat für Schömbergs Gemeinderat: Albert Redl tritt bei der Kommunalwahl an

14.05.2019

von Daniel Seeburger

Weiterer Kandidat für Schömbergs Gemeinderat: Albert Redl tritt bei der Kommunalwahl an

© Daniel Seeburger

Albert Redl

15 Kandidaten - 14 Sitze: Die Schömberger Bürger haben nun bei der Kommunalwahl am 26. Mai eine echte Auswahl. Mit Albert Redl und Walter Schempp stellen sich zwei zusätzliche Kandidaten zur Wahl. Auf dem Stimmzettel allerdings stehen sie nicht. Man muss ihre Namen hinzufügen.

Die Frustration in Schömberg über die Gemeinderatswahl, die am 26. Mai stattfindet, war in den vergangenen Wochen groß. Gerade einmal 13 Kandidaten stellen sich offiziell zur Wahl für die 14 Gemeinderatssitze. Das gab es bisher in Schömberg noch nie. Ein Armutszeugnis für eine Stadt in der Größe Schömbergs - meinten viele Bürger.

Weiterer Kandidat für Schömbergs Gemeinderat: Albert Redl tritt bei der Kommunalwahl an

© Walter Schempp

Walter Schempp

Auch Walter Schempp tritt an

Zwischenzeitlich hat sich die Lage gebessert. In der vergangenen Woche erklärte Walter Schempp (72), Vorsitzender der TG Schömberg, seine Bereitschaft, im Falle einer Wahl das Gemeinderatsmandat anzunehmen.

Redl würde Mandat annehmen

Seit Dienstag nun gibt es mit Albert Redl (57) einen weiteren Kandidaten, der zwar auf keiner Liste auftaucht, aber im Falle einer Wahl sein Mandat annehmen würde. Albert Redl stammt aus Österreich und lebt seit 28 Jahren in Schömberg. Er ist Koch und Hotelfachmann von Beruf und hat lange Zeit in der Waldschenke als Hotelfachmann gearbeitet. Seit 2005 ist der 57-Jährige als Möbelfachverkäufer bei Möbel Rogg in Balingen tätig.

13 Bewerber für 14 Ratsitze sei „eine Schande für eine Stadt“, erklärte gestern Redl auf Anfrage unserer Zeitung. Man müsse zum Wohle der Stadt und der Menschen auch bereit sein, etwas Zeit zu investieren. Das will Albert Redl im Falle einer Wahl machen.

Wichtige Themen stehen an

Themen gebe es genug, die er für wichtig erachtet. Die großräumige Erschließung des Industriegebiets Nord beispielsweise oder die Auswirkungen einer B-27-Umfahrung. „Das sind Themen, die mich richtig interessieren“, sagt Redl.

Man sollte nicht nur am Stammtisch Politik betreiben, sondern richtige Politik in den dafür vorgesehenen Gremien, so Redl. Er sei in den vergangenen Wochen von verschiedenen Leuten angesprochen worden und habe sich letztlich zu diesem Schritt entschieden.

Albert Redl ist passives Mitglied der historischen Schömberger Bürgergarde und des Vereins Pro Schömberg, der sich für ein lebens- und liebenswertes Städtle einsetzt.

Die Kandidaten der Freien Bürger

Aktuell treten in Schömberg mit Klaus Blumenfeld, Kerstin Kipp, Edwin Nagel, Dieter Netzer, Stephan Plescher, Frank Polich, Josef Rohrmoser, Daniel Saffrin, Marc Schwarz sowie Bernd Zahn zehn Schömberger und mit Tommy Geiger, Heiko Gerstenberger und Andreas Seng drei Schörzinger auf der Lister der Freien Bürger zur Wahl an.

Ein CDU-Liste gibt es nicht mehr. Dieter Netzer und Marc Schwarz, die vor fünf Jahren mit dem Ticket der Christdemokraten in den Gemeinderat einzogen, treten nun bei den Freien Bürgern an.

Mehrheits- anstatt Verhältniswahl

Da es nur eine Liste gibt, ist keine Verhältniswahl möglich. Es findet eine Mehrheitswahl statt. Jeder Wahlberechtigte kann so viele Stimmen abgeben, wie Sitze zu vergeben sind, also 14. Im Gegensatz zu einer Verhältniswahl dürfen den Kandidaten jeweils nur eine Stimme gegeben werden. Es dürfen weniger Stimmen abgegeben werden als 14, jedoch nicht mehr. Dann wäre der gesamte Stimmzettel ungültig.

Jeder Wähler darf unter die 13 Kandidaten, die offiziell kandidieren und auf dem Stimmzettel vermerkt sind, eine oder mehrere Personen setzen, die mindestens 18 Jahre alt sind, seit drei Monaten in der Gemeinde lebt und sein Wahlrecht nicht infolge eines Richterspruchs verloren hat.

Zusätzliche Namen auf den Stimmzettel

Zusätzlich können 14 Personen zusätzlich auf den Stimmzettel geschrieben werden, also so viele, wie insgesamt Sitze zu vergeben sind. Die zulässige Gesamtzahl an Stimmen, also 14, darf nicht überschritten werden, sonst ist der gesamte Wahlzettel ungültig.

Die Personen, die auf den Stimmzettel geschrieben werden, müssen eindeutig identifiziert werden können. Falls der Name nicht ausreicht, weil es beispielsweise mehrere Personen gleichen Namens in der Gemeinde gibt, müssen zusätzliche Informationen auf den Stimmzettel geschrieben werden, also beispielsweise die Adresse oder der Beruf der Person, der man eine Stimme geben will.

Redl und Schempp stehen nicht auf dem Stimmzettel

Albert Redl und Walter Schempp stehen nicht auf dem amtlichen Stimmzettel, müssen also, wenn man ihnen eine Stimme geben will, auf den Stimmzettel geschrieben werden.

Die Wahl wird keine Qual, kommentiert ZAK-Redakteur Daniel Seeburger

Es ist schwer zu verstehen, weshalb sich für die Kommunalwahl in Schömberg und Schörzingen zusammen gerade einmal 13 Kandidaten für die 14 Ratssitze gefunden haben. Gab es bei der Wahl 2014 noch drei Listen, so ist es heute gerade noch eine. Die CDU ist schon im Vorfeld auf zwei Kandidaten geschrumpft - die dann lieber doch bei den Freien Bürgern mitkandidieren.

Sehnsüchtig schweiften die Blicke einiger Schömberger zum Nachbarn nach Dotternhausen. Dort sind zehn Ratssitze zu vergeben, für die 27 Kandidaten, verteilt auf drei Listen antreten. Klar steht dort mit dem Kalksteinabbau von Holcim ein Knallerthema auf der Agenda.

Aber mit dem Industriegebiet Nord, dem Rathausneubau, der Sanierung des Bahnhofsareals in Schömberg sowie der Kindergartenerweiterung und der Sanierung der Fronbergstraße in Schörzingen stehen auch in Schömberg wichtige Themen auf der Agenda.

Mit Albert Redl und Walter Schempp haben sich zwei honorige Bürger auf den letzten Drücker bereit erklärt, die Kommunalpolitik mitgestalten zu wollen. Sie haben, wie die 13 offiziellen Kandidaten auch, erkannt, dass man Gemeindepolitik nicht alleine der Verwaltung überlassen darf. Und sie sorgen dafür, dass die Kommunalwahl in Schömberg nicht zur Kommunalqual wird.

Denn Demokratie auf kommunaler Ebene lebt von Menschen, die in einer Gemeinde leben und zuhause sind.

Weiterer Kandidat für Schömbergs Gemeinderat: Albert Redl tritt bei der Kommunalwahl an

© ZAK

ZAK-Redakteur Daniel Seeburger

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